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Wegen "Lockdown light" Gastronomie in VS trauert und trägt schwarz

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Das Team des Café Vau in der Friedrich-Ebert-Straße hat am Wochenende anlässlich des erneuten Lockdowns ein Zeichen für die Gastronomie gesetzt. Foto: Bibic

VS-Schwenningen - Seit Montag gilt die neue Corona-Verordnung und der sogenannte "Lockdown light" ist in Kraft getreten. Für die Gastronomie wird es aber alles andere als leicht. Das machte am Wochenende auch das Team des Café Vau mit einer Aktion vor dem Restaurant deutlich.

Die Gastronomie trauert! Das wurde am Wochenende deutlich, als Vau-Inhaberin Rajka Bibic und ihre Mitarbeiter das Café Vau in der Friedrich-Ebert-Straße symbolisch beerdigten - wenn auch nur vorübergehend. "Die Idee stammte von meinen Mitarbeitern", erklärt Rajka Bibic im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten am Montag. Und die Unterstützung der Chefin haben sie. "Ich habe im Frühjahr alles mitgemacht und alles geschluckt", betont Bibic. Jetzt sei es aber an der Zeit, auch ein Zeichen zu setzen. "Und Bilder sagen manchmal mehr als 1000 Worte", glaubt Bibic.

In ihrem Restaurant sind etwa 30 Angestellte von der erneuten Schließung der Gastronomien betroffen, elf davon sind Festangestellte in Vollzeit. "Ich habe Mitarbeiter, die sind seit 18 Jahren bei mir. Für sie und auch für mich ist das nicht nur Arbeit. Es ist unser Leben", erklärt Bibic. Es sei eine große Verantwortung, die sie als Chefin zu tragen habe. Denn von der bevorstehenden Kurzarbeit seien zum Teil gleich beide Elternteile einer Familie betroffen, da "sowohl Mutter als auch Vater bei mir angestellt sind", berichtet die Inhaberin.

Maßnahmen mit viel Engagement umgesetzt

Der Verlauf der Corona-Pandemie sei auch für sie ein Wechselbad der Gefühle. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr, als die Restaurants dann endlich wieder öffnen durften, sei es nicht leicht gewesen. "Die Leute waren sehr ängstlich. Allerdings haben wir unseren Gästen zeigen können, dass wir die Maßnahmen sehr ernst nehmen und uns viel Mühe geben, alles umzusetzen", erzählt Rajka Bibic.

Doch diese Stimmung schlug in den vergangenen Wochen wieder um. Diesmal war es allerdings weniger die Angst der Gäste, als vielmehr der Frust von einigen wenigen, der Bibic und ihren Angestellten entgegen schlug. "Wir hatten vermehrt mit Maskenverweigerern zu kämpfen, mussten uns von diesen beleidigen lassen und uns wurde gedroht." Es sei eine Zeit mit vielen Bauchschmerzen gewesen.

Und dennoch hält die Vau-Chefin die erneute Schließung der Gastronomie für falsch. "Wir haben uns von diesen Leuten getrennt, haben die notwendigen Maßnahmen durchgesetzt und mit aller Kraft alles gegeben. Und dennoch werden wir Gastronomen wieder bestraft." Sie würde gerne optimistischer in die Zukunft blicken, allerdings glaubt Rajka Bibic nicht daran, dass der Lockdown tatsächlich Ende November vorbei ist. "Ich denke, vor Januar werden wir uns im Vau nicht mehr sehen", sagt die Inhaberin.

Ein Wiedersehen wird es allerdings auf jeden Fall geben, betont Rajka Bibic und erklärt, dass die "Beerdigung" des Restaurants absichtlich überspitzt war. "Wir schließen nicht endgültig."

Speiselokale reagieren unterschiedlich

Dass im Café Vau die Lichter während des Lockdowns ganz aus bleiben, ist eine Option. Andere Gastronomen in Schwenningen reagieren mit teils bewährten Konzepten aus der ersten Schließungszeit und bieten wieder einen Abholservice an, wie beispielsweise das Wirtshaus Wildpark in Schwenningen.

Doch auch untereinander versucht sich die Wirtschaft zu helfen, wie Markus Stoll, Inhaber des "Eisbär" an der Helios-Arena berichtet. Sein Lieferservice wird aufrecht erhalten und zudem bekommt er noch Unterstützung von der Firma Gas & More. "Die führen eine Stempelkarte für ihre Kunden ein und wenn diese voll ist, können die Kunden diese bei mir gegen eine Pizza einlösen", erklärt Markus Stoll das Prinzip. Ein Teil der Kosten übernehme dabei "Gas & More", einen kleinen Anteil er selbst. Stoll ist froh, den Lieferservice zu haben, denn sein zweites Standbein, die "Kastanie" in Villingen, bleibt während des Lockdowns als Kneipe natürlich komplett geschlossen.

Diesen Vorteil hat allerdings kaum einer, weshalb es für die meisten Gastronomen in den kommenden Wochen ums Überleben geht, damit in Zukunft nicht tatsächlich getrauert werden muss.

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