Das Mahlberger Stadtfest am 1. und 2. Oktober wurde abgesagt. Zuletzt fand es 2019 statt. Quelle: Unbekannt

Das für Anfang Oktober geplante Stadtfest in Mahlberg ist abgesagt. Das Risiko möglicher coronabedingter Einschränkungen und der damit verbundene Personalaufwand sei für die Beteiligten Veranstalter und Vereine zu hoch.

Mahlberg Das Mahlberger Stadtfest war auf den 1. und 2. Oktober terminiert. Die Stadt und die teilnehmenden Vereine haben die Organisation dazu weitgehend abgeschlossen. Ohne die Coronapandemie hätte das Stadtfest auch in seiner gewohnten Form stattfinden können, so wie viele Feste in den vergangenen Wochen in der Region, heißt es dazu in einer Pressemeldung der Stadt.

Bedingt durch das Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes des Bundes zum 1. Oktober ergeben sich erhebliche Risiken, was dazu geführt hat, dass in einer Marktausschuss-Sitzung über die Frage diskutiert wurde, ob das Stadtfest stattfinden kann und soll, so die Verwaltung. Die Mitglieder des Marktausschusses und der örtlichen Vereine hätten es sich dabei nicht leicht gemacht und sich "schweren Herzens dafür ausgesprochen", das Stadtfest abzusagen.

Das neue Bundesinfektionsschutzgesetz, das an dem Tag in Kraft tritt, an dem das Stadtfest eröffnet werden sollte, bietet den Landesregierungen die Möglichkeit, ergänzende Schutzmaßnahmen und Auflagen zu erlassen. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass solche Verordnungen durch die Landesregierung teilweise sehr kurzfristig erlassen werden und eine sofortige Umsetzung angeordnet wird. Sollte die nächste Infektionswelle kommen und die Infektionszahlen steigen, sei nicht ausgeschlossen, dass die Landesregierung von der Ermächtigung des Bundesinfektionsschutzgesetzes Gebrauch mache und eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen – und dazu gehören auch die Lauben und Buden der örtlichen Vereine beim Stadtfest – erlasse. Eine Ausnahme von dieser Maskenpflicht soll es zwar für Kultur- und Freizeitveranstaltungen geben, allerdings nur dann, wenn die Besuchereinen negativen Test vorweisen können, erklärt die Stadtverwaltung dazu.

Der Umstand, dass eventuell kurzfristig eine Maskenpflicht komme, und die Notwendigkeit für diesen Fall, die Gäste zu kontrollieren, sei ein zusätzliches Risiko und bringe großen personellen Aufwand mit sich, der angesichts der Personalressourcen in Mahlberg nicht gestemmt werden könne, heißt es in der Mitteilung.

Sollte die Landesregierung gar die Stufe 2 ausrufen, könnte die Maskenpflicht auch für den Außenbereich gelten, wenn dort die Mindestabstände von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könnten, was angesichts des zeitweisen Gedränges beim Stadtfest nicht sichergestellt werden könne, so die Stadt.

Auch beinhalte das Infektionsschutzgesetz die Möglichkeit, Personenobergrenzen und damit die Belegung der Lauben in Innenräumen vorzugeben.

Das Risiko, recht kurzfristig, also Ende September, mit einer Verordnung konfrontiert zu werden, hätten alle Beteiligten als nicht vertretbar angesehen. Erschwerend komme hinzu, dass es im Jahr 2022 auch nur zwei Großlaubenbetreiber gegeben hätte, die die Gäste in ihren Unterkünften unterbringen und essenstechnisch hätten verpflegen können; die beiden Großlaubenbetreiber sehen dabei ein großes Risiko, diese Last nicht schultern zu können, was verständlich sei.

In der Besprechung haben die Mitglieder des Marktausschusses mit den Vertretern der örtlichen Vereine aber vereinbart, bereits schon in den kommenden Wochen über ein neues Format, einen neuen Standort und auch einen anderen Termin zu diskutieren, teilt die Stadtverwaltung mit. Es habe sich gezeigt, dass das Schultern einer solchen Großveranstaltung zwischenzeitlich eine "Herkulesaufgabe" ist, die die personellen Ressourcen der örtlichen Vereine auf eine harte Bewährungsprobe stelle. All diese Gründe haben dazu geführt, sich für die Absage des Stadtfestes 2022 einvernehmlich auszusprechen. Die Stadt Mahlberg bedauert die Absage, hat aber Verständnis für diese Entscheidung, zumal sie mit den örtlichen Vereinen in engster Abstimmung erfolgt ist.
 

Das neue Infektionsschutzgesetz:

Bundesweite Regelungen: Die neuen Regelungen sollen vom 1. Oktober 2022 bis 7. April 2023 gelten. In diesem Zeitraum sollen in bestimmten Bereichen spezifische Schutzmaßnahmen bundesweit gelten: etwa die Maskenpflicht im Luft- und öffentlichen Personenfernverkehr oder eine bundesweite Masken- und Testnachweispflicht für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.
Mögliche weitergehende Maßnahmen der Länder: Die Länder sollen darüber hinaus weitergehende Regelungen erlassen können, um die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems oder der sonstigen kritischen Infrastruktur zu gewährleisten. Neben einer Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr und in öffentlich zugänglichen Innenräumen können die Länder auch eine Maskenpflicht für Kultur- und Sportveranstaltungen sowie in Restaurants vorschreiben. Dabei soll es eine Ausnahme geben: Wer über einen Testnachweis verfügt, soll von der Maskenpflicht ausgenommen sein. Die Länder können diese Ausnahme auf Personen ausweiten, die nachweisen können, dass sie frisch geimpft oder genesen sind. Ebenso können die Länder eine Testpflicht in Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie eine Maskenpflicht in Schulen ab dem fünften Schuljahr vorschreiben.