Beim Rathaus-Umbau muss Bad Bellingen die Fensterarbeiten noch einmal neu vergeben. Das bedeutet höhere Kosten. Eine längere Bauverzögerung wird indes verhindert.
Der Bad Bellinger Gemeinderat musste in der jüngsten Sitzung eine Kröte schlucken: Weil ein für die Rathaus-Baustelle beauftragtes Unternehmen zwischenzeitlich Insolvenz angemeldet hat, mussten die Fensterarbeiten neu vergeben werden – mit deutlichen Mehrkosten.
Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, habe die Gemeinde das weitere Vorgehen zuvor mit der Kommunalaufsicht Lörrach und einem Fachanwalt abgestimmt, informierte Bürgermeister Carsten Vogelpohl in der Sitzung.
Demnach sei die Kündigung des bestehenden Vertrags rechtlich zulässig.
Auftrag für Fenster und Sonnenschutz
Den Auftrag für die Lieferung und das Einbauen von Fenstern, Sonnenschutz und Absturzsicherung hatte der Gemeinderat an eine Firma aus Essen vergeben. Der entsprechende Beschluss war in der März-Gemeinderatssitzung gefallen.
Jetzt wurde der Auftrag neu an den zweitplatzierten Bieter vergeben, die Firma Itzin aus Schopfheim. Diese hatte zugesichert, die Arbeiten zeit- und fachgerecht übernehmen zu können. Die Gemeinde zahlt nun knapp 750.000 Euro und damit rund 68.000 Euro mehr.
Braun: Sonst hätten wir viel Zeit verloren
Laut Verwaltung aber immer noch die beste Variante und sinnvoller, als die Arbeiten neu auszuschreiben: „Die Alternative wäre gewesen, dass wir viel Zeit verlieren“, machte Bauamtsleiter Marc Braun deutlich, der von einem Zeitverlust von etwa einem halben Jahr ausging. Außerdem sei damit zu rechnen, dass die Gemeinde am Ende eventuell mit einem schlechteren Angebot dastehe, das noch einmal teurer ist, gab der Bauamtsleiter zu bedenken.
Kosten und Zeitplan
Bei der Bad Bellinger Rathaus-Baustelle wird mit Kosten in Höhe von rund 10,8 Millionen Euro gerechnet. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Arbeiten bis Februar/März 2027 abgeschlossen sind. Dann soll das historische Bellinger Rathaus umgebaut und sein Anbau fertiggestellt sein, ebenso das Nebengebäude mit Bürgersaal auf dem Platz der ehemaligen Zunftstube.
Später fertig
Wie bereits berichtet, hat sich der Zeitplan etwas nach hinten verschoben: Eigentlich sollte das Projekt bereits bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.