Wurde die langwierige Sperrung zwischen Mutzenbühl- und Lessingstraße im Sommer aufgehoben, ist die Kreuzung jetzt wieder zu. Der Grund: Die Brandruine kommt weg – vermeintlich.
Die Anwohner rund um die betroffenen Straßen wird es freuen: Das Eckhaus im Kreuzungsbereich zwischen der oberen Mutzenbühl- und der Lessingstraße, das beim Großbrand im Sommer 2022 komplett zerstört worden ist, scheint nahezu abgerissen.
Seit Anfang des Monats wurde hier fleißig gebaggert und gegraben, so dass mittlerweile nur noch das Erdgeschoss sichtbar ist. Drum herum allerdings liegen zahlreicher Bauschutt, Ziegel, Steine und alte Holzbalken. Auch auf dem Gehweg vor dem Haus, das großzügig von Bau- und Absperrzäunen umgeben ist, sind noch vereinzelt herumliegende Betonreste und sonstige Müllgestände zu erkennen.
Öffentliche Kritik
Mit dem vermeintlichen Abriss verschwindet also nicht nur ein Wohnhaus, sondern gleichzeitig auch ein Schandfleck aus Schwenningen. Denn vor dem sowieso schon maroden Gebäude hatten sich nach dem Brand im Laufe der vergangenen drei Jahre Müll, Unrat sowie Baucontainer angesammelt – zum Leidwesen der Anwohner, die die Zustände sogar öffentlich moniert hatten.
Die Stadt hatte dabei immer wieder auf die unzureichende Handhabe, um den Dauerzustand eigenständig zu ändern, gegenüber dem Eigentümer verwiesen.
Hinzu kam die langwierige Sperrung des Kreuzungsbereichs. Die Einfahrt in die Mutzenbühlstraße von der Römerstraße kommend war aufgrund der Großbaustelle mehr als drei Jahre nicht möglich, und auch die Lessingstraße war nur eingeschränkt befahrbar.
Erlösung im Sommer
Im vergangenen Juli dann die Erlösung: Der Müll rund um die Brandruine war weggeräumt, die Baustelle konnte verkleinert werden, so dass auch die beiden betroffenen Straßen für den Durchgangsverkehr wieder komplett freigegeben werden konnten.
Doch damals war bereits klar, dass eine erneute Sperrung unumgänglich sein wird, wenn es um die künftige Nutzung des Hauses geht. So herrscht also in Sachen Verkehr zwischen Mutzenbühl- und Lessingstraße inzwischen wieder jener Status quo, der bis zum Sommer für Unmut gesorgt hatte. Doch für wie lange – und wird das bestehende Erdgeschoss überhaupt noch abgerissen?
Ein „Teilabbruch“
Denn zumindest im vergangenen Jahr hatte die Stadt mitgeteilt, dass laut der Pläne des Eigentümers das Haus nicht abgerissen und neugebaut, sondern lediglich saniert werden soll. Und auch jetzt klingt es in ähnlichem Tenor: Beantragt worden sei der „Wiederaufbau des Gebäudes“, erklärt Patrick Ganter von der städtischen Pressestelle. „Dies umfasst auch einen Teilabbruch.“
In Sachen Baustellendauer sei bekannt, dass die ausführende Firma die verkehrsrechtliche Anordnung für die Abbrucharbeiten ab 31. Oktober und bis zum 28. November beantragt habe, so Patrick Ganter weiter. In diesem Zeitraum sei – bekannterweise – auch mit den Arbeiten begonnen worden. Zum weiteren konkreten Ablauf sei aber nichts Genaueres bekannt. Hinzu komme, dass der weitere Bauzeitenplan auch wetterabhängig sein werde.
Ob die Baustelle also nach dem 28. November wieder soweit zurückgeräumt sein wird und die Mutzenbühlstraße für den öffentlichen Verkehr wieder freigegeben werden kann, ist derzeit noch nicht klar.
Doppelhaus neugebaut
Der Großbrand im Juni 2022 hatte im Übrigen nicht nur das Eckhaus, sondern auch das Doppelhaus nebenan in der Lessingstraße, von dem das Feuer ausgegangen war, zerstört. Jenes Haus wurde bereits rund ein Jahr später, im Sommer 2023 abgerissen und anschließend neugebaut – und ist schon seit mehr als einem Jahr wieder bewohnt.