In diesem Jahr werden keine Marktbeschicker ihre Waren beim Gechinger Weihnachtsmarkt feilbieten. Foto: Fritsch

Es ist ein Jammer für alle Gechinger, die sich auf den Weihnachtsmarkt gefreut haben. Der fällt nämlich schon wieder aus. Grund sind vielfältige Probleme mit den Corona-Auflagen.

Gechingen - Es ist ein Schock für alle Weihnachtsfans im Gäu, inbesondere aber in Gechingen. Der beliebte Weihnachtsmarkt findet in diesem Jahr nicht statt – zum zweiten Mal in Folge. Man habe lange mit sich gerungen und sich das Hirn zermartert, wie eine Lösung doch noch zu finden sei, berichtet Cheforganisator Wolfgang Premm auf Anfrage unserer Redaktion. "Wir können es einfach nicht machen", klagt er und führt die genaueren Gründe aus: "Wir sind mitten im Ort und haben sechs Zugangsstraßen. Die müsste man alle zu machen und kontrollieren." Und das sei eben in einem kleinen ehrenamtlichen Team nicht machbar.

All das wäre nötig, da bei Weihnachtsmärkten, so regelt es die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg, auf 3G (geimpft, genesen, getestet) kontrolliert werden muss. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder direkt an jedem Stand oder aber man riegelt das gesamte Weihnachtsmarktgelände ab und kontrolliert an den Zugängen. "Sechs Zufahrtsstraßen mal zwei Leute und zwei Schichten, da sind wir bei 24 Ehrenamtlichen nur für die Einlasskontrolle", rechnet Premm vor. Und das sei mit lediglich ehrenamtlichen Helfern eben nicht zu schaffen, zumal für die restliche Organisation auch noch viele eingebunden sind.

Ding der Unmöglichkeit

Ein weiteres Problem: Rund um das angedachte Gelände sind auch noch normale Anwohner. Man müsste also zwischen denen und Weihnachtsmarktbesuchern irgendwie unterscheiden. Quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst wenn man die Zufahrtsstraßen dicht bekommt, fehlt es schlicht an Personal, um all die Vorschriften kontrollieren zu können. "Die großen Städte wie Stuttgart oder Karlsruhe können das stemmen, aber wir aus dem Ehrenamt heraus nicht", meint Premm.

Sehr schade sei es um den Weihnachtsmarkt, bedauert der Organisator, zumal die Bühne mit Aufführungen von Kindergärten und Vereinen stets ein Publikumsmagnet war. "Solche Menschentrauben kannst du ja nicht auf Abstand kontrollieren", weißt der Gechinger Weihnachtsmarkt-Chef auf noch eine Unwägbarkeit hin. Alles zusammen mündet eben in die erneute Absage. "Wir haben versucht, die Entscheidung so lange wie möglich herauszuzögern", blickt Premm zurück. Doch am Ende sei die aktuelle Lage – seit Mittwoch gilt bekanntlich auch noch die Corona-Warnstufe – zu undurchsichtig gewesen. "Und es wird jetzt eher schlimmer", hat der Gechinger die derzeitigen Inzidenzwerte und Corona-Entwicklungen fest im Blick.

Trotz dieser niederschmetternden Nachricht, bleibt Premm zuversichtlich. Vielleicht ließen sich ja kleine Alternativeranstaltungen umsetzen, überlegt er. Beispielsweise die Heckengäu-Brennerei tüftle derzeit an diversen Plänen, ebenso andere Akteure. "Das Engagement muss dann aber davon ausgehen", so Premm weiter. Was genau da dann herauskommt, muss man wohl abwarten. Im Übrigen hätten vor Kurzem auch der Gemeinderat und Bürgermeister Jens Häußler die Entscheidung des Orga-Teams mit Fassung getragen und stünden dahinter. Der nächste Lichtblick zeichnet sich derweil schon am Horizont ab: Für 2022 steht das Datum für den Weihnachtsmarkt schon. Am zweiten Advent im nächsten Jahr soll endlich wieder Weihnachtsstimmung in Gechingen einkehren. Bis das soweit ist, muss Premm erst einmal noch die Marktbeschicker von diesem Jahr informieren – 50 Stände wären geplant gewesen. Für den Organisator beginnt nun ein Telefonmarathon der unschönen Art – er muss nämlich jedem einzeln die (un-)frohe Botschaft verkünden. "Das ist alles sehr schade", resümiert er abschließend.