Marktfrau Gerlinde Dirr wartet vergeblich auf Kunden. Die Umleitung durch die Sanierung der B3 in Friesenheim mache einen Verkauf unmöglich. Foto: Bohnert-Seidel

Markt: B3-Umleitung in Friesenheim erschwert Verkauf enorm

Friesenheim - Der Stand von Familie Strudel aus Wyhl ist in Friesenheim bekannt für frische saisonale Produkte.

Von April bis zur ersten Septemberwoche ist Strudels Markt sieben Tage die Woche am Ziegelhof in Friesenheim geöffnet. Nur in diesem Jahr ist alles etwas anders. "Noch den Samstag und dann ist Schluss", sagt Marktfrau Gerlinde Dirr gegenüber unserer Zeitung.

Letzter Verkaufstag in diesem Jahr der 10. Juli. Mit der Großbaustelle durch Friesenheim hat der Marktbetreiber erkannt: "Es hat keinen Wert mehr. Es kommen kaum noch Kunden." Ein Gespräch am Marktstand ist zudem so gut wie unmöglich, schließlich rauschten die Autos und Lkws keine drei Meter am Stand vorbei. Vor allem werde Gas gegeben.

"Da bleibt keiner stehen"

Wer vorne an der Ampel Wartezeiten in Kauf nehmen musste, schaut, dass er so schnell wie möglich durch kommt. "Da bleibt keiner stehen", betont Dirr. Normalerweise wäre ihr Stand kurz nach 12 Uhr gut besucht. Meist machten Frauen auf der Heimfahrt von der Arbeit einen Zwischenstopp am Marktstand.

"Das Einkaufsverhalten dürfte sich mit dieser Umleitung bei vielen auch verändert haben", vermutet Dirr. Zaghaft fährt ein Rentner vor. Offensichtlich mit dickem Fell versehen, hält er am Wegrand, obwohl kurz vorher ein absolutes Halteverbot ausgeschildert ist. Dirr bedient ihn schnell. Zwei Pfund Kirschen und ein paar Aprikosen und schon ist der Senior wieder weg. Vorbeifahrende Autofahrer schütteln den Kopf.

"Schade, dass wir schon schließen müssen", sagt Dirr schulterzuckend. Aber wenn die Kasse leer bleibt, dann habe sich der Tag schlicht und ergreifend nicht rentiert. Im zweiten Jahr befindet sich der Marktstand jetzt auf dem Platz im Ziegelweg. Zuvor hat der Stand mehr als 20 Jahre im Dorf in der Kronenstraße gestanden. Mit dem neuen Standort ist Strudels Hofmarkt insgesamt zufrieden. "Die Leute können besser parken – normalerweise", sagt Dirr. Am 10. Juli werden abends um 18 Uhr die Zelte abgebrochen. "Nächstes Jahr im April sind wir wieder da", sagt Dirr.