Eine Weltkriegsbombe, die bei Bauarbeiten in Pforzheim gefunden wurde, soll Sonntag entschärft werden. Rund 27.000 Bürger werden evakuiert. Viele Einrichtungen bleiben geschlossen.
Seit in dieser Woche bei Bauarbeiten eine größere Weltkriegsbombe im Erdreich von Pforzheim gefunden wurde, laufen die Vorbereitungen für einen anstehenden Ausnahmezustand auf Hochtouren.
Denn das 1,8 Tonnen schwere Exemplar, das rund 1350 Kilogramm Sprengstoff enthält, soll am Sonntag, 17. Mai, entschärft werden. Und damit einher geht eine Evakuierung in einem Radius von rund 1,5 Kilometern.
Betroffen ist ein großer Teil der Innenstadt
Das Gebiet muss am Sonntag bis 8 Uhr verlassen werden. Betroffen ist ein großer Teil der Innenstadt und damit rund 27.000 Bürger – und sogar die Polizei selbst, die am Sonntag teilweise umziehen muss.
Der Kriminaldauerdienst mit Standort in der Ostendstraße verrichtet ab Sonntagmorgen seinen Dienst im Gebäude des Polizeireviers Pforzheim Süd. Das Telefon werde umgeleitet und sei unter der Nummer 07231/186-4444 durchgehend erreichbar.
Die Beamten des Polizeireviers Pforzheim Nord sind ab 5 Uhr bei der Verkehrspolizeiinspektion in der Kaiser-Friedrich-Straße 154 zu finden; auch hier werde die Rufnummer 07231/186-3211 umgeleitet.
Die Beamten des Führungs- und Lagezentrums müssen sogar die Stadt wechseln: Diese ziehen vorübergehend ins Lagezentrum der Karlsruher Polizei ein. Einschränkungen für die Bürger gebe es nicht, Einsätze würden wie gewohnt koordiniert und Notrufe umgeleitet.
Einschränkungen sind dagegen andernorts zu erwarten. So teilt die Stadt Pforzheim etwa mit, dass am Sonntag sowohl der Hauptfriedhof als auch das Wartbergbad geschlossen bleiben. Beide befinden sich im Radius der Evakuierungszone.
Das Theater Pforzheim sagt am Sonntag zwei Vorstellungen ab, um 15 und 18 Uhr.
Auch der Bahnverkehr Richtung Karlsruhe und Stuttgart sowie der gesamte ÖPNV werden während der Maßnahmen stark eingeschränkt sein oder zeitweise komplett ausfallen. Ausgenommen von der Evakuierung ist indes das Helios-Krankenhaus.
Die Bombe war am Mittwoch in einem Grünflächenbereich im neu gestalteten Quartierspark der Oststadt im Bereich der Ecke Dammstraße/Stückelhäldenstraße entdeckt worden.
Das Polizeipräsidium Pforzheim, so teilen die Beamten mit, habe umgehend alle erforderlichen Verständigungsmaßnahmen eingeleitet und arbeite intensiv insbesondere mit der Stadt Pforzheim und dem Kampfmittelbeseitigungsdienst zusammen.
Polizei rechnet mit Entschärfung am Sonntag
Die Polizei rechnet damit, dass es Spezialisten im Laufe des Sonntags gelingt, die Bombe zu entschärfen. Eine erkennbare akute Gefahr für unbeteiligte Dritte bestehe derzeit nicht.
Die Behörden bitten die Bürger schon jetzt um Verständnis für die nötigen Maßnahmen. Wichtig sei, dass alle Betroffenen den Anweisungen der Stadt, der Hilfsorganisationen und der Polizei Folge leisten. Stand heute sollen am Sonntag mehrere Hundert Polizisten im Einsatz sein.