Der Wegebau in Efringen-Kirchen soll effektiver werden. Foto: zVg

Die Gemeinde Efringen-Kirchen schafft eine Bankettfrässchleuder an. Damit lässt sich der Feldwegebau wesentlich effektiver gestalten.

Vor zwei Jahren startete die Reblandgemeinde ihr Feldwegesanierungsprogramm. Es sieht vor, dass das Team Feldwegebau des Werkhofs jährlich mindestens 1,5 Kilometer Feldwegstrecke in jedem Ortsteil saniert, insgesamt also 13,5 Kilometer. Hinzu kommen fünf weitere Kilometer, die der Werkhof selbst auswählt, wobei hierbei der Starkregenschutz im Vordergrund steht.

 

Seit dieses Programm laufe, habe sich die Qualität der Feldwege in der Gemeinde bereits enorm gesteigert, berichtete Bauamtsleiter Ulrich Weiß im Technischen Ausschuss. Angesichts eines Gesamtnetzes von 120 Kilometern Länge sei die Aufgabe aber gewaltig, weshalb man um größtmögliche Effizienz bemüht sei.

Während Wegebaufräse und Planierhobel an den vorhandenen Traktor gehängt und von einem einzelnen Mitarbeiter bedient werden können, sei diese flexible Arbeitsweise beim Abtragen der Bankette derzeit nicht möglich. Hierfür werde noch der Bagger benötigt, der das Material abschiebe. Dieses müsse dann zur Sammelstelle in der Hinzge-Grube gefahren, beprobt und dann sogar entsorgt werden, sobald die Lagerkapazitäten erschöpft seien, erläuterte Weiß.

Bisher drei Arbeiter nötig

Zum Abtransport werden der Laster des Werkhofs und zusätzlich der zweite Traktor mit Hänger eingesetzt. Es werden also drei Mitarbeiter und drei Fahrzeuge benötigt. Bei 18,5 Kilometern Sanierungsstrecke verursache die Bankettpflege damit 30 500 Euro Personal- sowie 159 000 Euro Maschinenkosten pro Jahr.

Die Bankettfrässchleuder könnte dagegen ein Mitarbeiter vom Traktor aus allein bedienen. Sie fräse sehr fein und schleudere die wertvolle Ackerkrume wieder auf das Feld zurück, sagte Weiß. Von den Ergebnissen eines Praxistests seien örtliche Landwirte, darunter auch Gemeinderäte, „sehr angetan“ gewesen.

Für die Gemeinde eine lohnende Investition

Die Firma Knoblauch Landtechnik aus Immendingen bietet die Fräse für 72 530 Euro an. Trotz der geringen Auslastung von 30 bis 50 Stunden pro Jahr eine lohnende Investition, rechnete Weiß vor. Denn Traktor und Bankettschleuderfräse verursachen jährlich nur Kosten von rund 8500 Euro (plus die Abschreibungskosten).

Man habe sich gegen die Vermietung an andere Kommunen entschieden, sagte Weiß auf Nachfrage von Karlfrieder Hess. Denn: Optimale Ergebnisse lassen sich nur bei idealer Witterung (trockene Luft, aber noch mittlere Feuchte im Unterboden) erzielen. „Wenn diese Bedingungen herrschen, wollen dann alle fräsen“, prognostizierte Weiß.

Schneller erneuern

Er rechne zudem damit, dass die Fräse deutlich mehr Einsatzstunden haben werde als gegenwärtig der Bagger, so dass das Wegenetz nicht nur qualitativ hochwertiger und ohne Verlust von Oberboden, sondern auch schneller erneuert werden könne.

Der Ausschuss votierte für die Freigabe der Mittel. Zur Finanzierung wird die Kostenstelle herangezogen, die eigentlich zur Beschaffung eines neuen Lasters eingerichtet worden war. 190 000 Euro stehen da bereit. Der Laster, der künftig keine Banketteinsätze mehr fahren muss, soll nun erst 2028 oder 2029 ersetzt werden.