Der Landkreis stellt sein Belagsprogramm für Kreisstraßen neu auf. Es wird jetzt jährlich fortgeschrieben. Pro Jahr sind rund sieben Kilometer Erneuerung geplant.
Der Schwarzwald-Baar-Kreis stellt sein Programm zur Sanierung der Kreisstraßen neu auf. Darüber informierte das Straßenbauamt jetzt den Ausschuss für Umwelt und Technik.
Bernd Göggel, Leiter des Straßenbauamts, machte deutlich: „Es steckt eine Planungstheorie dahinter, und die setzen wir auch um“. Das sogenannte Belagsprogramm dient als Fahrplan für die Sanierung und Erneuerung der Kreisstraßen.
Ziel ist es, das Kreisstraßennetz langfristig in einem sicheren und guten Zustand zu halten. Dafür stehen jährlich rund zwei Millionen Euro an Kreismitteln zur Verfügung.
Das bisherige Fünfjahresprogramm für den Zeitraum 2022 bis 2026 ist inzwischen ausgelaufen. Von den darin vorgesehenen Maßnahmen konnte etwa die Hälfte umgesetzt werden, so dass weiterhin ein deutlicher Sanierungsbedarf besteht.
Jetzt jährliche Fortschreibung
Die Kreisräte nahmen das zur Kenntnis, wenn sie teilweise auch monierten, dass es da vom alten Plan doch „noch ordentliche Rückstände“ (Martina Brau, Grüne) gebe. Amtsleiter Göggel nannte hierfür als Grund, dass man während der Coronazeit habe Einsparungen machen müssen. Die Aufarbeitung dessen habe zwei Jahre gedauert. Er konstatierte: „Wenn man eine Maßnahme auf Null runterfährt, braucht es halt seine Zeit, bis die wieder hochgefahren ist“. Nach und nach komme man jetzt aber dem Abbau des Rückstands näher.
Künftig soll nun kein festes Fünfjahresprogramm mehr zum Einsatz kommen. Stattdessen wird ein unbefristetes Belagsprogramm jährlich fortgeschrieben. Die geplanten Maßnahmen für das kommende Jahr sollen jeweils im Herbst vorgestellt, über den Winter vorbereitet und im Frühjahr ausgeschrieben werden, um möglichst auch Preisvorteile aus der ersten Jahreshälfte mitzunehmen. Wichtig ist den Verantwortlichen dann jeweils die Fertigstellung vor Oktober eines Jahres (Bernd Göggel: „Damit wir die Maßnahmen nicht über den Winter ziehen müssen“).
Sieben Kilometer pro Jahr
In den kommenden Jahren plant der Kreis, pro Jahr rund sieben Kilometer Kreisstraßen zu sanieren. Die Kosten werden derzeit auf etwa 300 000 Euro pro Kilometer geschätzt. Welche Maßnahmen zuerst angepackt werden, hängt davon ab, ob und wie sie technisch umsetzbar sind, was sie kosten, inwiefern die verkehrliche Beeinträchtigung minimiert werden kann und ob sie mit Maßnahmen Dritter – zum Beispiel Kanal-, Wasserleitungs- oder Breitbandausbau zum Beispiel oder Maßnahmen des Regierungspräsidiums – koordiniert werden können.
Bauwerke wie Brücken, Neubauten und Verbesserungen – zum Beispiel Verbreiterungen von Straßen – werden derweil separat betrachtet. Jürgen Roth (CDU) lobte zum einen die neue Systematik und befand es grundsätzlich auch für gut, dass man diese Bereiche getrennt aufführt, meinte aber dennoch, dass es unterm Strich dabei jeweils immer um Infrastrukturerhaltung gehe. Deshalb bat er darum, die Teilbereiche auch einmal nebeneinander dargestellt zu bekommen. Das sagte Amtsleiter Göggel zu, ebenso wie eine etwas frühere Präsentation der geplanten Maßnahmen im Gremium.
Erfasst wird 2028
Eine umfassende Straßenzustandserfassung des gesamten Kreisstraßennetzes ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Das Ergebnis soll die Grundlage für die Fortschreibung des Belagsprogramms sein. „Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden so zusammengestellt, dass eine ausgewogene Verteilung über das Kreisgebiet erfolgt“, versichert die Landkreisverwaltung.
Der Ausschuss nahm die Fortschreibung des Programms zur Kenntnis. Severin Graf (Freie Wähler) meinte: Das Volumen sei „leistbar und stemmbar“. Jürgen Erndle (FDP) befand: Der Zustand vieler Bundesstraßen sei nicht gut, der vieler Landesstraßen „katastrophal“ und der vieler Kreisstraßen „am besten“, das müsse man grundsätzlich mal festhalten. Die neue Systematik der laufenden Fortschreibung lobte auch seine Fraktion.
Die Maßnahmen
Maßnahmen 2026
Der Kreistag hat das Straßenbauamt für dieses Jahr mit mehreren Maßnahmen beauftragt: In der Ortsdurchfahrt Riedöschingen wird die Fahrbahn der Kreisstraße 5755 gemeinsam mit Kanalisation und Wasserleitung erneuert. Während die Autobahn AG die Brücke über die A 81 bei Oberbaldingen und Öfingen saniert, wird in dem Bereich die Fahrbahn der K 5749 erneuert. In Dauchingen wird eine Gemeinschaftsmaßnahme mit der Gemeinde umgesetzt: Fahrbahnerneuerung der Ortsdurchfahrt und Erneuerung der Wasserleitung. Bei Sunthausen und Tuningen steht die Erneuerung der Kreisstraße 5701 an und zwischen Blumberg und Achdorf die Stabilisierung der Böschung im Bereich Gampen, und am neuen Radweg zwischen St. Georgen, Brogen und Hardt sind Restarbeiten zu verrichten. Außerdem wird die Radwegunterführung Hagenhölzleweg in Bad Dürrheim erneuert. Planungen stehen für den Amphibienschutz zwischen Villingen und Rietheim und Marbach an, für den Ausbau des Radwegs zwischen Pfohren und Neudingen und für den Neubau des Radwegs zwischen Dauchingen und Deißlingen.
Ausblick
Der Fahrplan für 2027 und 2028 sieht 19 Maßnahmen an Kreisstraßen im Bereich Bräunlingen, Vöhrenbach, Blumberg, Villingen-Schwenningen, Triberg, Donaueschingen, Oberkirnach, Bad Dürrheim, Hüfingen, Tuningen und Brigachtal vor.
Rückblick
2025 gab es im Kreisgebiet mehrere Straßenbaumaßnahmen, darunter die Fahrbahnerneuerungen der Ortsdurchfahrten Riedöschingen und Fischbach, eine Hangsicherung im Bereich Oberkatzensteig, die Sanierung des Wertstoffhofs in Bad Dürrheim, der Neubau des Radwegs mit Ausbau der Kreisstraßen zwischen St. Georgen, Brogen und Hardt, die Böschungsstabilisierung der Krainerwand bei Eschach und der zweite Bauabschnitt der Rutschungsstabilisierung zwischen Achdorf und Blumberg.