Michael Jung, hier auf fischerChipmunk bei der Vielseitigkeits-EM in Luhmühlen, hat beim Dreisterneturnier in Radolfzell mit fischerChipmunk Platz eins und mit fischerWild Wave Platz zwei belegt. Foto: Gentsch

Beim internationalen Vielseitigkeitsturnier auf dem Gut Weiherhof in Radolfzell hat der Horber Reiter Michael Jung mit seinen Pferden fischerChipmunk und fischerWild Wave gleich doppelt auf sich aufmerksam gemacht.

An der Dreisterneprüfung nahmen neben dem Olympiasieger Michael Jung auch einige andere Aspiranten für Olympia im Sommer teil. Darunter Ingrid Klimke, Sandra Auffahrt und Julia Krajewski. Jung, der mit gleich drei Pferden an den Start ging, belegte mit fischerChipmunk den ersten Platz und mit fischerWild Wave den zweiten. Dabei siegte er jeweils mit dem Dressurergebnis. 18,8 Punkte gab es für fischerChipmunk in der Dressur. Damit war Jung der einzige Reiter, der unter der 20-Punkte-Marke lag.

"Unter 20 ist ein herausragendes Ergebnis", freut sich Vater Joachim Jung über diesen Erfolg. Für fischerChipmunk gab es nach dem Geländeritt und dem Springen keine weiteren Abzüge. Ebenso für fischerWild Wave, der in der Dressur 22,7 Punkte erhielt und damit sogar noch einige Punkte Abstand zur Drittplatzierten Julia Krajewski (25) hatte.

Mit Highlighter lief es nicht so gut. Dieser schaffte es nur auf Rang 37. "Der war noch nicht so gut bei der Sache. Im Gelände gab es zwei Strafpunkte und eine Zeitüberschreitung im Springen sowie zwei Abwürfe", sagt Joachim Jung.

Marbach nächstes Vielseitigkeitsturnier 

Seine Spuren hinterlassen hat beim Dreisterneturnier am Bodensee auch ein weiterer Experte des Reitsports aus der Region: Rüdiger Rau, der eine Reitschule in Altensteig betreibt und zudem Bundestrainer der U16 Pony-Vielseitigkeit ist, hatte sich um das Design des Gelände- sowie des Springparcours gekümmert.

Das jüngste Turnier war nicht nur aufgrund des Erfolgs, den Jung mit seinen beiden Top-Pferden feierte, so wichtig, sondern auch, da auf dem Weg nach Tokio nicht mehr besonders viele Turniere anstehen, um die Pferde an die Wettkampfatmosphäre zu gewöhnen. Das nächste Vielseitigkeitsturnier wird Marbach sein. "Das hat dann einen Stern mehr", sagt Vater Joachim Jung. Und der Kenner des Reitsports weiß: Hier baut der ehemalige Bundestrainer Rüdiger Schwarz die Parcours auf. "Nach Marbach weiß man dann, wo man ungefähr steht." Dort werden voraussichtlich auch alle Reiter vertreten sein, die sich ein Olympiaticket erhoffen.

Nach Marbach wird Jung Ende Mai ebenfalls in Baborówko (Polen) an den Start gehen. Ganz heiß wird es in Luhmühlen am 20. Juni. Beim Turnier in der Heide werden die Reiter benannt, die nach Tokio mitgehen. Neben einer Viersterneprüfung wird es ebenfalls eine Fünfsterneprüfung geben. "Reiter, die schon eher für Tokio gesetzt sind, werden das Risiko allerdings geringer halten und nur die vier Sterne machen", schätzt Joachim Jung. Drei Reiter werden für die olympischen Spiele benannt, zudem ein Ersatzreiter, der ebenfalls mit nach Tokio reist. Außerdem werden weitere Kandidaten aufgeführt, die im Notfall noch nachrücken können. Nach Luhmühlen geht es für die Reiter des Olympiakaders ab dem 11. Juli in die Quarantäne nach Warendorf.

"Er muss weiter dran bleiben"

Für Michael Jung, der natürlich als einer der großen Aspiranten für die olympischen Spiele in Tokio gilt, sei der erste Test in Radolfzell erst mal beruhigend gewesen, erzählt sein Vater. "Aber man kann sich nie sicher sein. Er muss weiter dran bleiben. Entscheidend ist jetzt, dass der Weg über die weiteren Stationen gut läuft." Für die folgenden Turniere ist nun wichtig, dass besonders im Gelände nicht zu viel riskiert wird, damit sich keins der Pferde verletzt. Derzeit zählt der neunjährige fischerWild Wave als Ersatz für fischerChipmunk, das könne sich aber im Verlauf der Turniere auch noch verändern, denn auch Highlighter ist mit seinen zehn Jahren im besten Alter und hat ebenfalls Olympiazulassung. "Allerdings hat fischerWild Wave das Probeevent vor zwei Jahren in Tokio gewonnen. Das spricht für ihn als Ersatzpferd." Eine sehr gute Ausgangsposition für den Vielseitigkeitsreiter, der damit fast die Qual der Wahl hat. Ebenfalls als positiv zu bewerten ist, dass alle drei Pferde in den vergangenen Jahren unauffällig waren, was Verletzungen anbelangt.

Neben den kommenden Vielseitigkeitsturnieren wird Michael Jung im Springen beim Maimarkt-Turnier in Mannheim am 2. Mai an den Start gehen. "Allerdings ohne Maimarkt", sagt Joachim Jung, denn dieser ist aufgrund von Corona abgesagt.