In den vergangenen Tagen wurde der Verbindungsgang zwischen dem ehemaligen Klostergebäude und der Kirche Herz-Jesu in Heiligenzell zurückgebaut.
Entstanden ist jetzt ein Durchgang für den künftigen Rad- und Fußweg in das Neubaugebiet „Kloster“. Am Montagabend wurde über diese bauliche Veränderung und den Abbruch des Zwischenbaus zwischen Sakristei und „Kindertagesstätte“ der Gemeinderat in Kenntnis gesetzt.
Für die Kirchengemeinde ist jetzt über den Abbruch erstmals auch ein Zugang in die ehemalige Schwesternkapelle für Rollstuhlfahrer mit Begleitung sowie für Menschen mit Rollator möglich. Heiligenzells Ortsvorsteher Gerold Kadenbach ist glücklich über diese Lösung für die Kirchengemeinde. „Man kann nicht sagen, dass der Zugang barrierefrei ist, weil ihm die notwendige maximale Neigung von sechs Prozent fehlt“, sagt der Ortsvorsteher im Gespräch mit unserer Redaktion. Dennoch ist er froh über diese Lösung für die Kirche. Die Freude treffe ihn auch als bisher jahrelanges Mitglied im früheren Pfarrgemeinderat.
Schwesternkapelle jetzt auch für Rollstuhlfahrer zugänglich
Der Zugang sei jetzt erstmals auch für Rollstuhlfahrer mit Begleitung oder mit Elektroantrieb sowie für Eltern mit Kinderwagen frei. Eine Teilnahme an Gottesdiensten sei so über die frühere Schwesternkapelle zumindest möglich. Dort finden regelmäßige Abendandachten, das Komplet, einmal im Monat statt.
Am Klostergebäude soll der untere Balkon des Erkers erhalten bleiben. In einer ursprünglichen Planung sollte dieser komplett abgebrochen werden. Jetzt bleibt er für das Erdgeschoss, im unteren Verlauf als Balkon nutzbar. Der Verbindungsgang wurde mit dem Einzug der früheren St. Elisabethschwestern der Franziskanerinnen errichtet. Im Jahr 1893 sind sie nach Heiligenzell gekommen. Die Kirche wurde im Jahr 1892 geweiht und von Pfarrer Joseph Schulz zum größten Teil finanziert. Zwischen Kirche und Klostergebäude haben sich die Franziskanerinnen diesen Zwischengang bauen lassen und haben so in der Schwesternkapelle zu den Gottesdiensten platz genommen oder hielten dort ihre eigenen Andachten.
Der untere Bestand am Gebäude mit Balkon gehört zum historischen Ausdruck. Für die Kosten aller Abbrucharbeiten, im Zusammenhang mit dem Klostergebäude sowie für die Schließung von Lücken kommt gänzlich die politische Gemeinde auf. Die Toilette, die sich an die Kirche anfügt, bleibt von der gesamten Maßnahme unberührt und bestehen. Im Jahr 2008 wurde die Toilettenanlage neu gebaut und kostete 34.000 Euro.
Am Kindergarten im Kloster gehen die Bauarbeiten weiter. Vergeben wurde bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats eine Auftragssumme von etwas mehr als 590.000 Euro. Darin enthalten ist das Gewerk für Sanitärarbeiten an die Firma Zepp in Höhe von knapp 175.560 Euro sowie die Heizungsarbeiten, ebenfalls an Firma Zepp in Höhe von 246.500 Euro. Die Trockenbauarbeiten übernimmt als günstigster Anbieter Firma Planotec aus Tüßling mit Niederlassung in Kirchzarten. Weitere Innenputzarbeiten wurden am Montagabend an die Firma Berger in Schutterwald in Höhe von knapp 118.000 Euro vergeben. Von dem vorhandenen Betrag für die Kindertagesstätte in Höhe von 7,3 Millionen Euro stehen noch Restmittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro für weitere Gewerke zur Verfügung. Ute Beiser (FW) wünscht sich eine Gegenüberstellung der Kosten gemäß Kalkulation und tatsächlicher Ausgabe.
Geschichte
Im ehemaligen Kloster in Heiligenzell war lange Zeit – von 1871 bis ins Jahr 1909 – ein Kinderheim von den Geschwistern Franziska, Magdalena und Maria Fischinger aus Kürzell eingerichtet. Diese schlossen sich später den Franziskanerinnen aus Gengenbach an. Insgesamt 121 Jahre, bis im Jahr 2014, lebten die Franziskanerinnen im Kloster. Von da an stand das Gebäude leer. Jetzt wird es zur ersten kommunalen Kindertagesstätte umgebaut. Im hinteren Bereich wird ein separates Gebäude als Kinderkrippe entstehen.