Egon Bäurer verlässt die Bühne der Kommunalpolitik. Über 21 Jahre hat er sich kommunalpolitisch engagiert. Sein Nachfolger im Gremium steht bereits fest.
Als der Hüfinger Gemeinderat im November die Schulsozialarbeit an der Lucian-Reich-Schule um eine halbe Stelle aufstockte, sprach Egon Bäurer für die CDU-Fraktion. Er machte deutlich, wie wichtig Schulsozialarbeit ist, hatte er doch als Rektor der Blumberger Realschule jahrelang von ihr profitiert: für die Schüler in schwierigen sozialen Verhältnissen, aber auch für das Kollegium.
Nach der Sitzung teilte Bäurer Bürgermeister Patrick Haas überraschend mit, dass er Ende des Jahres vor allem aus gesundheitlichen Gründen aus dem Gemeinderat ausscheiden werde. In der Sitzung am Donnerstag, 11. Dezember, wird er verabschiedet.
Für den 71-jährigen Stadtrat aus Behla enden damit mehr als 21 Jahre Kommunalpolitik. Von 1999 bis 2014 engagierte er sich als Ortsvorsteher, im Jahr 2019 wurde er dann in den Hüfinger Gemeinderat gewählt. Vieles hat er zusammen mit dem Ortschaftsrat, dem Gemeinderat und mit dem früheren Bürgermeister Anton Knapp auf den Weg gebracht. Als großen Erfolg wertet er die Planung und den Bau der Baarblickhalle, die dem Ortsleben neue Möglichkeiten eröffnet habe.
Eine Herzensangelegenheit
Eine Herzensangelegenheit war ihm der Bau der Bundesstraße-27-Ortsumfahrung Behla. Der Spatenstich war schon terminiert auf Mai 2014. Als die Landesregierung dann plötzlich den Bau anderer Straßen als wichtiger erachtete, war Egon Bäurer frustriert und trat bei der Kommunalwahl Ende Mai 2014 nicht mehr an.
Ein Tiefpunkt war die vorübergehende Schließung des Kindergartens. Zum Glück sei dieser ein paar Jahre später wieder eröffnet worden und mit heute drei Gruppen und einer Kindertagesstätte gut besetzt.
Bei der politisch brisanten unechten Teilortswahl bezog Egon Bäurer immer klar Position: bei der Abschaffung wie auch bei der Wiedereinführung habe er jeweils dafür gestimmt. Im Gemeinderat engagierte er sich für wichtige Strukturprojekte: für Baugebiete in allen Ortsteilen und in der Kernstadt; für den Ausbau der Schaffhauser Straße, die Erweiterung der Nahwärme, den Waldkindergarten in Hausen vor Wald, die Renovierung des Kindergartens Mundelfingen, für das Vereinshaus in Fürstenberg, das Feuerwehrgerätehaus Behla und den weiteren Ausbau der Lucian-Reich-Schule.
Interesse für Sport
Die Entwicklung Hüfingens und seiner Ortsteile liegt ihm auch weiterhin am Herzen. Deshalb habe er sich auch in den Zukunftsdialog der Stadt aktiv eingebracht, erklärt Egon Bäurer.
Und er werde sich auch künftig sehr interessiert an der Weiterentwicklung von Hüfingen beteiligen. Was bleibt, ist sein Interesse für Sport, vor allen Dingen für Fußball, und die Musik.
Bäurer spielt Klarinette im Musikverein Behla, dessen Gründungsvorsitzender er war, und im Seniorenorchester des Blasmusikverbands Schwarzwald-Baar, dessen Präsident er auch noch ist. Egon Bäurers Nachfolger im Hüfinger Gemeinderat wird Behlas Ortsvorsteher Johannes Bogenschütz.
Zur Person
Egon Bäurer
Egon Bäurer (71) wuchs mit drei Geschwistern in einer Behlaer Landwirtschaft auf. Nach dem Abitur studierte er an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Freiburg für das Lehramt an der Realschule. Er unterrichtete an der Realschule Donaueschingen und danach an der Realschule Blumberg als Konrektor sowie als Schulleiter. Privat kickte er für den VfL Riedböhringen, den er zehn Jahre lang trainierte. Bäurer war Gründungsvorsitzender der Jugendabteilung des VfL und 31 Jahre lang Gründungsvorsitzender des Musikvereins Behla. Seit dem Jahr 2019 ist er Präsident des Blasmusikverbands Schwarzwald-Baar. Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement erhielt er die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg. Egon Bäurer ist verheiratet und hat mit seiner Frau Marlies zwei verheiratete Söhne und fünf Enkelkinder. Neben Fußball und Blasmusik gehört zu seinen Hobbys auch das Reisen.