Schulleiter Wolfram Möllen wechselt ins Schulamt. Für ihn ist es ein guter Zeitpunkt, noch einmal eine berufliche Veränderung in Angriff zu nehmen. Bis ein Nachfolger als Rektor für die Eichendorffschule gefunden ist, wird es einige Zeit dauern.
Das Schuljahr an der Eichendorffschule ist zu Ende. Für die Viertklässler steht ein Wechsel an weiterführende Schulen an. Für Abschlussschüler der Werkrealschule geht ihre Zeit an der Bildungseinrichtung zu Ende. Mit ihnen sagt auch Schulleiter Wolfram Möllen Servus. Er tritt eine Stelle im Donaueschinger Schulamt an. „Ich werde dort als Schulrat im Bereich Sekundarstufe eins tätig sein“, verrät er. Bereits am 1. August beginnt das neue Arbeitsverhältnis. Im März 2023 habe er die Entscheidung getroffen. „Ich möchte einfach noch einmal etwas anderes machen“, begründet er diesen Schritt.
Vor elf Jahren hatte er das Amt an der Eichendorffschule von Reinhard Zatschler übernommen. Bis zu seinem Ruhestand seien jetzt weitere elf Jahre. Für ihn ein guter Zeitpunkt, noch einmal eine berufliche Veränderung in Angriff zu nehmen. Welche Aufgaben im Schulamt genau auf ihn warten, stehe aber noch nicht fest. Das möchte er auf sich zukommen lassen. Ganz ins kalte Wasser wird er aber nicht springen müssen. Stundenweise hatte Möllen in den vergangenen Wochen im Schulamt bereits mitgearbeitet und freut sich jetzt auf die neue, spannende Herausforderung, wie er sagt. Nun übergibt er die Schulschlüssel an seinen Stellvertreter Heiko Keller. Dieser wird, bis ein Nachfolger gefunden wurde, zusammen mit weiteren Kollegen die Aufgaben von Möllen gemeinsam übernehmen.
Guter Zeitpunkt für den Wechsel
„Es ist ein guter Zeitpunkt für diesen Wechsel“, ist sich der scheidende Schulleiter sicher. Bei der Digitalisierung wie auch im Bereich der Berufsorientierung und der Schulsozialarbeit sei die Schule sehr gut aufgestellt. Große, ungelöste Baustellen gebe es derzeit nicht, so Möllen. Vielmehr verlasse er eine intakte Bildungseinrichtung, die einen guten Ruf genieße.
Die Kommunikation in der Schule und mit den Eltern werde offen geführt. Möllen spricht auch von einem ausgeprägten Wir-Gefühl und einem guten Miteinander. „Und bei uns im Haus gibt es kaum Vandalismus“, so Möllen. Man habe ein gut gepflegtes Schulhaus. Lob richtet er diesbezüglich an die Stadt als Schulträger.
Seine Entscheidung für einen Wechsel habe er einem kleinen Kollegenkreis bereits sehr früh mitgeteilt, um dann gemeinsam zu überlegen und zu planen, wie der Übergang am besten gemeistert werden kann.
Neues Schuljahr startet ohne Schulleiter
Bis ein Nachfolger für Möllen gefunden ist, dürfte es noch einige Monate dauern. Es scheint als sicher, dass das neue Schuljahr an der Eichendorffschule erst einmal ohne Schulleiter starten wird. Denn die Stelle muss jetzt erst ausgeschrieben werden. Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren könnte ebenfalls Wochen, wenn nicht Monate, dauern. Am Ende müssen Bewerber sich dann auch im Gemeinderat und vor Elternvertretern vorstellen. Bis ein Nachfolger offiziell feststeht, kann es also dauern.
Auf die neuen Schulleitung sieht Möllen trotz guter Voraussetzungen an der Schule einige Herausforderungen zukommen. Er denkt dabei an das Thema Digitalisierung. „Das ist ein fortlaufender Prozess mit immer neuen Entwicklungen und Anforderungen.“
Künstliche Intelligenz ist ein Thema
Aber auch mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) müsse man sich in Zukunft beschäftigen. Als eine mögliche Konsequenz nennt er als Beispiel die Möglichkeit für Schüler, Aufgaben, Aufsätze oder andere Lernkontrollen von einer KI erledigen zu lassen. Man müsse daher Wege finden, wieder das tatsächliche Wissen der Schüler zu überprüfen.
Auch das Thema Lehrerversorgung spricht er an. Hier wünscht er sich eine offene Kommunikation, auch mit den Eltern und etwas weniger Anspruchsdenken. Dann könne der Spagat gelingen.
Nicht zuletzt sieht er die Integration und die Förderung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen als eine Herausforderung, die die Schulen weiterhin beschäftigen wird.
Zur Person
Wolfram Möllen
ist in Aalen geboren und in Bopfingen aufgewachsen. Sein Lehramtsstudium hat er in Ludwigsburg in den Fächern Gemeinschaftskunde mit Politikschwerpunkt, Technik und Evangelische Religion absolviert. Danach unterrichtete er an der Goldenbühlschule in Villingen, ehe er 2012 die Nachfolge von Reinhard Zatschler als Schulleiter an der Eichendorffschule in Donaueschingen antrat.