Wie viel Erneuerung Manuel Hagel an der Spitze CDU-Fraktion bringen wird, muss sich noch zeigen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Niederlage der CDU bei der Landtagswahl birgt Möglichkeiten zur Erneuerung. Die Ablösung an der Fraktionsspitze kann nur ein Anfang sein, meint StN-Autorin Annika Grah.

Stuttgart - Ja – es springt jedem sofort ins Auge, dass da ein Generationswechsel stattgefunden hat. Der gerade 33 Jahre alt gewordene Manuel Hagel hat den gerade 65 Jahre alt gewordenen Wolfgang Reinhart an der Spitze der CDU-Fraktion abgelöst. Erstmals war keine Kampfabstimmung notwendig. Das ist neu.

 

Doch bringt das auch die von manchem herbeigesehnte Veränderung? Hagel steht auf den ersten Blick für einen jungen, frischen Kurs in der CDU, das weiß jeder, der die Landesgeschäftsstelle der Partei mal im Wahlkampf besucht hat. Ob er auch inhaltlich Erneuerung mitbringt, muss er jetzt unter Beweis stellen.

Sicher – die CDU-Fraktion hat sich bereits verändert. Sie hat in der jüngsten Landtagswahl ihren Frauenanteil deutlich ausgebaut und ist auch jünger als die Partei landesweit. Doch von einer echten Häutung ist man noch weit entfernt. Nach wie vor sitzen alte Kämpfer aus der Ära Oettinger oder Teufel noch im Landtag.

Dem ersten Schritt müssen weitere folgen

Das muss nicht schlecht sein. Gemischte Teams aus Jung und Alt, Frau und Mann liefern erwiesenermaßen die besseren Ergebnisse. Aber vielleicht tut es der CDU auch gut, wenn der ein oder andere, der noch alte Rechnungen aus längst vergangenen Tagen zu begleichen hat, in Zukunft nicht mehr ganz vorn in der Landespolitik mitmischt. Wenn die Partei die Chance bekommt, in Einigkeit aufzutreten. Und wenn sich die Erneuerung nicht nur, aber auch in der obersten Führungsriege abzeichnet.

Der Wechsel an der Fraktionsspitze ist ein erster Schritt. Damit der Neustart gelingt, werden weitere folgen müssen.

annika.grah@stuttgarter-nachrichten.de