Beim Gültlinger Sportplatz entsteht derzeit das neue Wasserwerk der Buchenwasser-Versorgung – offen ist noch, wie man mit der bisherigen Pumpstation (links) umgeht. Foto: Uwe Priestersbach

Nicht nur der Verbandsvorsitzende zeigte sich bei der 69. Verbandsversammlung des Zweckverbandes Buchenwasser-Versorgung zufrieden mit dem Stand beim Neubau des Wasserwerk.

Im Bürgersaal des Wildberger Rathauses hatten sich in dieser Woche die Vertreter aus Calw, Deckenpfronn und Wildberg versammelt, die gemeinsam den Zweckverband Buchenwasser-Versorgung bilden. Erfreut wurde dabei der positive Baufortschritt in Sachen Wasserwerk zur Kenntnis genommen.

 

Wie Diplom-Ingenieur Gerd Schill von dem mit der Planung beauftragten Büro Fritz aus Bad Urach in der Sitzung feststellte, gilt der Terminplan für die Bauzeit seit 2022 unverändert – und „das gibt es sonst nirgends“. Doch seien beim Wasserwerk-Projekt eben auch alle Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt getroffen worden, was für einen reibungslosen Ablauf ohne Verzögerungen sorgte. „Es ist von allen Seiten gut gelaufen, und so machen wir weiter“, gab Bürgermeister Ulrich Bünger als Verbandsvorsitzender das Lob zurück.

Funktionstests nach den Sommerferien

Nach den Sommerferien soll mit den Funktionstests und mit der Prozessleit-Technik begonnen werden, wobei Letztere „das Zünglein an der Waage bilden wird“, wie Gerd Schill erläuterte. Nach wie vor geht man trotzdem davon aus, dass das Wasserwerk im Oktober in Betrieb gehen wird. Kostentechnisch sei man bei 5,4 Millionen Euro gestartet – und das sehe immer noch ganz ordentlich aus. Wie Verbandsrechner Andreas Bauer ergänzte, rechnet man beim Zweckverband mit einem Landeszuschuss von 3,12 Millionen Euro.

Senkung des Härtegrades

Erklärtes Ziel sei es, so Gerd Schill, künftig die Eigenwasser-Ressourcen stärker nutzbar zu machen und ein resilientes System für eine zukunftsfähige Wasserversorgung zu schaffen. Zudem werde die technische Einrichtung zur Aufbereitung nicht nur für ein keim- und trübungsfreies Trinkwasser sorgen, sondern in einem weiteren Schritt ebenfalls für eine Senkung des Härtegrades auf neun Deutsche Härtegrade. Damit sei das Eigenwasser absolut gleichwertig mit dem Bodenseewasser und könne daher beliebig gemischt werden. Offen sei indes noch, was mit dem bestehenden Pumpwerk geschehen soll.

Weniger Störungen als 2024

Themen der Verbandsversammlung sind aber auch immer die Betriebsstörungen, der Wasserverbrauch und die Wasserbeschaffenheit. Wie Wassermeister Christoph Lochner berichtete, wurden im vergangenen Jahr 23 Störungen registriert und damit deutlich weniger im Vergleich zu 2024. Dabei handelte es sich um kleinere Störungen. Versorgungsengpässe der Bodenseewasserversorgung konnten mit Eigenwasser überbrückt werden. „Es gab keine kritischen Störungen, weil wir auf Redundanz ausgelegt sind“, unterstrich der Wassermeister.

Wie Andreas Bauer feststellte, sei die Zeit der sinkenden Tendenz beim Wasserverbrauch im Verbandsgebiet offensichtlich vorbei. Wurden 2024 noch insgesamt 465 844 Kubikmeter Wasser verbraucht, waren es im Vorjahr 492 630 Kubikmeter. Das Bodenseewasser nahm beim Verbrauch des vergangenen Jahres einen Anteil von 72,80 Prozent ein, während rund 27 Prozent auf die Buchenquellen und die Fuchtbachquelle entfielen. In Sachen Wasserqualität wies Andreas Bauer auf die erneut unspektakulären Probenergebnisse hin.