In Wildberg macht man sich schon Gedanken über die Trinkwasserversorgung im Jahr 2040. Foto: ©Brian Jackson – stock.adobe.com

Wie ist die derzeitige Situation, wie viel Wasser wird benötigt und wie viel steht künftig zur Verfügung? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich das Strukturgutachten, welches den Zweckverband Buchenwasserversorgung auf Herz und Nieren prüft.

Wildberg-Sulz am Eck. - Projektleiter Joel Gaertner und Geschäftsführer Jochen Fritz vom damit beauftragten Büro Fritz Planung stellten die Ergebnisse in der Verbandsversammlung vor. Zunächst ging es um den Wasserbedarf, der von vielen Faktoren wie Einwohnerzahl und vorhandener Landwirtschaft/Industrie als Großabnehmer abhängig sei, so Gaertner. Hinzu kommen Wasserverluste und Spitzenverbrauchsfaktoren. Durch immer heißere Sommer nehmen Extremverbräuche zu, gab er zu bedenken.

Wasserversorgung muss 2640 Kubikmeter pro Tag liefern können

Die Auswertung der Verbrauchszahlen der letzten Jahre ergab: Im Jahr 2019 haben die Verbandskommunen fast 503 000 Kubikmeter Wasser insgesamt abgenommen, 2249 Kubikmeter in der Spitze pro Tag. Die Prognose für das Jahr 2040 geht von gut 541 000 Kubikmeter Gesamtbedarf aus. In der Spitze müsse die Wasserversorgung 2640 Kubikmeter pro Tag liefern können. Über die Bezugsquote vom Bodenseewasser und die eigenen Quellen stehen dem Zweckverband mindestens 31 Liter pro Sekunde zur Verfügung.

"Mehr als reichlicher Überschuss"

Zur Deckung des mittleren Tagesbedarfs, der für 2040 angenommen wird, reicht dies zur Deckung gut aus. Erwartet werden 17,15 Kubikmeter, was einen "mehr als reichlichen Überschuss" bedeutet, erklärte Gaertner. Beim maximalen Tagesbedarf von voraussichtlich 29,32 Kubikmetern im Jahr 2040 ist es allerdings nur noch ein kleiner Überschuss. Joel Gaertners Auswertung: "Ruhe bewahren, noch sieht es gut aus." Da der Überschuss 2040 aber recht gering sein dürfte, solle man die Entwicklung in den nächsten Jahren beobachten.

"Relativ gutes Bild" bei Eigenquellen

Bei der Analyse der Anlagen zeige sich ein "relativ gutes Bild", was die Eigenquellen angeht. Hier und da gebe es ein paar Kleinigkeiten, die man angehen müsse, die aber teils schon angestoßen seien. Zur Prüfung der Rohwasserqualität wurde ein 20-Wochen-Programm durchgeführt, in dessen Rahmen das Eigenwasser detailliert angeschaut und beprobt wurde. Vereinzelt seien bakteriologische Beeinträchtigungen in den Quellen zu verzeichnen. Was aber eher ein Problem darstelle, seien immer wieder auftretende, starke Trübungen. Diese würden den Grenzwert übersteigen, sodass das Wasser nicht abgegeben werden könne. Zudem funktioniere die Desinfektion bei so hohen Werten nicht. Daher empfahl Joel Gaertner eine sogenannte Partikelelimination durch Ultrafiltration. Parallel betonte er, dass keinerlei Gefährdung für Mensch und Tier durch dieses Untersuchungsergebnis besteht.

Neue Technik ändert Wasserhärte nicht

Die neue Technik zu schaffen, spielte beim anschließenden Tagesordnungspunkt – dem Pumpwerk Gültlingen – eine wichtige Rolle. Der Einbau einer entsprechenden Anlage behebe das Problem, ändere aber nichts an der eigentlichen Wasserhärte. Diese zu senken, war aber ein Grund, überhaupt ein Strukturgutachten in Auftrag zu geben. Deswegen stellte Joel Gaertner für die Ertüchtigung des Pumpwerks auch zwei Varianten vor – eine mit Enthärtungsanlage, eine ohne. Das Gremium entschied schließlich für die Option einer Erweiterung um eine solche Anlage.

"Wir haben Handlungsbedarf"

Zunächst sei aber wichtig, so der Projektleiter, das Wasserdargebot zu sichern und "klare Verhältnisse" zu schaffen, was die Wasserqualität angeht. "Wir haben Handlungsbedarf, unser Wasserdargebot zu sichern", fasste Verbandsvorsitzender Ulrich Bünger zusammen. Allerdings sei man grundsätzlich gut aufgestellt und habe eine Perspektive für die Zukunft. Klar sei, bei der Wasserqualität müsse man etwas tun. Punkt drei sei dann das Thema Enthärtung. Das müsse man auch in Verbindung zu den Bezugskosten bei der Bodenseewasserversorgung sehen. Denn bei weicherem Eigenwasser ließe sich diese Bezugsquote – die ohnehin derzeit nicht mehr aufgestockt werden kann – senken oder die Kosten hieraus minimieren.

Klar sei aber auch, so Wildbergs Bürgermeister, dass dies Investitionen und entsprechende Betriebskosten bedeute, die auf den Bezugspreis der Verbandskommunen umgelegt werden. "Das wird ein Rechenexempel sein." In den nächsten Jahren sei es sehr wichtig, für Unterhalt und Verbesserungen entsprechende Gelder einzuplanen.