Der Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe bastelt weiter am Wasserwerk Neidinger Mühle. Jetzt gab der zuständige Ingenieur Matthias Dreher einen aktuellen Überblick.
Matthias Dreher, so scherzte der Verbandsvorsitzende Frank Schroft, gehöre ja fast schon zum eigenen Team dazu. Er ist in der Tat schon lange mit seinem Ingenieurbüro dabei und begleitet den Zweckverband in vielen Angelegenheiten. So auch bei der Neukonzeption der Neidinger Mühle. Das Wasserwerk muss „baulich umfänglich saniert“ werden und soll am Ende der ganzen Arbeiten reaktiviert werden. „Damit werden wir das Wasserdargebot der Hohenberggruppe merklich erhöhen“, hatte schon Frank Schroft in seinem Bericht erläutert.
Rund 7,5 Millionen Euro
Im Jahr 2015 hatte man auf Basis eines Strukturgutachtens aus 2011 das Wasserwerk stillgelegt. „Trotzdem verfügen wir nach wie vor über die Wasserrechte in Höhe von 70 Litern pro Sekunde und können nach der Reaktivierung wieder voll darauf zugreifen“, sagte der Verbandsvorsitzende. Die Kosten belaufen sich wohl auf 5,95 Millionen Euro, wie die Entwurfsplanung des Büros „dreher und stetter“ aus Empfingen zeigte. Doch damit nicht genug. Es folgen alle Fenster und Tore ebenso wie die Erneuerung der Enthärtungsanlage. Unterm Strich schlagen alle Arbeiten mit 7,56 Millionen Euro zu Buche.
Aber: „Es entsteht ein vollwertiges und hochmodernes Wasserwerk“, stellte Schroft klar. Matthias Dreher erläuterte dann die Details zum umfangreichen Vorhaben, das mit der ersten Idee bereits im Jahr 2023 aufgegleist worden ist. Insgesamt 17 verschiedene Gewerke sind zu vergeben und zu erledigen, von der PV-Anlage auf dem Dach bis zu den Abbrucharbeiten. Normalerweise, so Dreher, schreibe man vieles gebündelt aus. Jetzt habe man etwa Abbruch und Entsorgung getrennt ausgeschrieben und erhoffe sich dadurch eine Kostenreduzierung.
Die Betonbehälter müssten komplett saniert werden, so der Ingenieur – die vorhandenen Beschichtungen müssen abgestrahlt, neuer Zement eingebracht werden. Und das auf einer Fläche von 750 Quadratmetern. Das Problem: Hierfür sind nur zwei Angebote eingegangen, was die Sache dementsprechend teuer macht. Eine Kostensteigerung von 32 Prozent muss hingenommen werden. 324.275 Euro kosten die Arbeiten jetzt, statt kalkulierter 245.547 Euro. Aber nochmal ausschreiben? Dreher ist skeptisch: „Es ist eher nicht zu erwarten, dass dann bessere Angebote reinkommen. Diese Kröte müssen wir schlucken.“
Beim Abbruch Geld gespart
Was die Beton-Kröte aber schmackhafter macht, das sind die anderen Gewerke, um die es ging. Abbruch und Entsorgung, das hatte man ja extra getrennt ausgeschrieben, werden spürbar günstiger. Ganze 44,7 Prozent liegt man hier mit dem Angebot von rund 108.000 Euro unter der Kostenschätzung. Auch die elektronische Steuer- und Messtechnik wird gut sechs Prozent günstiger.
Knapp acht Prozent Ersparnis sind es bei der Verfahrens- und Prozesstechnik – „das wichtigste Gewerk“, wie Ingenieur Dreher erklärte, weil es das Herz der Wasserförderung darstellt. Hier finden sich etwa Aktivkohlefilter, verschiedene Förderpumpen und Kessel sowie eine Niederdruck-Umkehrosmose-Anlage zur Wasseraufbereitung. Unterm Strich konnte man in den vier Gewerken, die vom Verwaltungsrat im Januar dieses Jahres vergeben worden waren, 325.058 Euro einsparen.
Knapp 7,23 Millionen Euro
So beläuft sich die aktuelle Kostenprognose auf knapp 7,23 Millionen Euro und kommt merklich günstiger daher als noch im Jahr 2025 gedacht. Dreher hatte auch noch etwas zum Zeitplan zu sagen. Sein an die Wand geworfener Zeitstrahl weist folgenden Plan aus: Abbruch und Entsorgung der alten technischen Anlagen sollen bis Juni abgeschlossen sein, das neue Flachdach dann bis September und die Betonsanierung läuft bis ins Jahr 2027 hinein. Parallel laufen die Verfahrens- und Prozesstechnik und die elektronischen Steuerungsarbeiten ab. Die endgültige Fertigstellung ist dann für Juli 2028 geplant, wenngleich die erste Inbetriebnahme mit Ultrafiltration, aber eben noch ohne Enthärtungsanlage, bereits im Sommer kommenden Jahres möglich ist.