Führung (von links) Thomas Haas Vorstandsvorsitzender und Bürgermeister von Schiltach Wolfgang Hermann, Bürgermeister von Hausach Maik Zinser Geschäftsführer Foto: Werner Hering

Viel zu bereden gab es bei der Versammlung des Zweckverbands Wasserversorgung Kleine Kinzig in Reinerzau.

Der Zweckverband Wasserversorgung Kleine Kinzig hat derzeit 32 Mitglieder, die zur Versammlung in den Informationsraum in Reinerzau geladen waren. Vorsitzender Thomas Haas, Bürgermeister von Schiltach, sprach zunächst das Wasserrechtsverfahren an. Gemeinsam mit Vertretern von anderen Wasserversorgern habe er einen Brief an den Gemeindetag und andere zuständige Stellen geschrieben. Darin werde vom Land gefordert, ein unbefristetes Wasserrechtsverfahren zu erteilen, und dass Erneuerungs- und Instandhaltungsmaßnahmen als überragendes öffentliches Interesse wahrgenommen werden soll.

 

Geschäftsführer Maik Zinser legte den Geschäftsbericht und den Jahresabschluss für 2024 vor. Der Verwaltungsrat habe im April beschlossen, die Festkostenumlage von 3300 Euro auf 3000 Euro und die Betriebskosten von 0,46 Euro auf 0,40 Euro pro Sekundenliter für 2024 zu senken. Damit verblieb für 2024 ein Jahresüberschuss von 503 100 Euro, der mit dem steuerlichen Verlustvortrag von 2023 verrechnet wurde. Der Abschluss wurde zwischenzeitlich von den Wirtschaftsprüfern bestätigt.

Zinser führte aus, dass die Wasserabgabe bei 5 772 020 Kubikmetern lag, rund 228 000 unter der geschätzten Menge. Im Vermögensplan stellte er die geplanten Investitionen von 2024 vor, die aber teilweise noch nicht fertiggestellt sind und übertragen werden müssen. Die Bilanzstruktur sei ausgeglichen, die wirtschaftliche Lage bezeichnete er als „mehr als solide“. Die Verbandsmitglieder stimmten dem Feststellungsbeschluss einstimmig zu.

Gegen die vier geplanten Windkraftanlagen

Haas thematisierte die vier geplanten Windkraftanlagen im Einzugsbereich der Trinkwassertalsperre im Bereich Loßburg. Auch wenn diese Anlagen nur geringe Mengen Öl enthalten, so könnten bei einem Brand Chemikalien austreten und in den See gelangen, da die Anlagen unterhalb der Wasserscheide liegen. Durch eine Verschiebung hinter die Wasserscheide könne viel erreicht werden. Deshalb werde man sich, so Haas, gegen die derzeitigen Standorte wehren. Das hydrogeologische Gutachten stehe noch aus.

Die Niederschläge seien in diesem Jahr um 13 Prozent geringer ausgefallen, so Zinser in seinem Bericht, was sich vor allem bei den Zuläufen bemerkbar machte, denn diese gingen um 30 Prozent zurück im Vergleich zu den ersten zehn Monaten des Vorjahres. Im November habe sich das etwas verbessert. Dadurch liege der Wasserstand nun etwa drei Meter über dem dreijährigen Mittel, führte Zinser aus. Der niedrige Wasserstand habe ermöglicht, dass die Sohlschwelle vom Zulauf Hüttenbächle von den Anlandungen gereinigt werden und die Sohlschwelle neu aufgebaut werden konnte.

Wasserabgabe liegt unter dem Vorjahreswert

Die bisherige Wasserabgabe liege derzeit um 2,9 Prozent unter dem Vorjahreswert und könnte sich zum Jahresende auf knapp unter sechs Millionen Kubikmeter belaufen.

Bürgermeister Philipp Saar ist im Mai aus seinem Amt im Verwaltungsrat ausgeschieden. Haas schlug als Nachfolger Hausachs Bürgermeister Wolfgang Hermann vor. Dieser wurde einstimmig gewählt. Er nahm die Wahl an.

Zinser stellte den Wirtschafts- und Erfolgsplan 2026 sowie die Finanzplanung für die Folgejahre vor. Steigerungen wird es beim Personalaufwand geben, da neue Mitarbeiter eingelernt werden müssen.

Anpassungen bei den Umlagen

Bei der Finanzplanung 2027 und 2028 geht der Verband von einer gleichbleibenden Wasserabgabe von circa sechs Millionen Kubikmetern aus. Voraussichtlich muss mit Anpassungen bei den Umlagen gerechnet werden.

Mit dem 2027/2028 anstehenden Anschluss von Offenburg steht der Bau eines Hochbehälters und eine Leitungserneuerung beziehungsweise Aufdimensionierung der Wasserleitungen an. Investitionen in Höhe von fünf Millionen Euro sind geplant. Dem Wirtschaftsplan stimmten alle zu.