Ab 2026 kosten 1000 Liter Wasser in Inzlingen 3,86 Euro. Zu 44,8 Prozent kommt es aus örtlichen Quellen. Foto: Rolf Rombach

Mehrere Faktoren sorgen für eine verfrühte Anpassung der Gebührenkalkulation in Inzlingen. Vor allem Leckagen sorgen für Frust und Kosten.

Eine faire Verteilung der entstehenden Kosten ist das Ziel der Finanzplanung des Inzlinger Eigenbetriebes Wasserversorgung. Da die bisherige Planung von der Realität eingeholt wurde, musste nun vor dem Ende des eigentlich dreijährigen Turnus eine Anpassung erfolgen, um steigende Belastungen zu vermeiden, wie der neue Rechnungsamtsleiter Thorsten Braatz ausführte.

 

Kosten werden umgelegt

„Wir haben die gesetzliche Verpflichtung, verursachergerecht zu kalkulieren“, betonte Braatz eingangs. Zur Einordnung zog er in zwei Punkten Vergleiche mit dem Landesschnitt. Hier seien die Grundgebühren in den vergangen zehn Jahren um rund 75 Prozent von 40,20 Euro auf 71,15 Euro angestiegen, während Inzlingen konstant bei 22,08 Euro je Anschluss blieb. Thilo Glatzel (SPD) lobte hier das vorgehen, dass beim Schwerpunkt auf den Verbrauch das „kostbare Gut“ Wasser mehr geschätzt und eher Einsparungen veranlasst werden. „Eine höhere Grundgebühr würde dazu weniger motivieren.“

Allerdings lag dazu bereits in der Vergangenheit der Kubikmeter-Preis für das Trinkwasser konstant und deutlich über dem Landesschnitt. In Kombination mit der Grundgebühr kämen für eine vierköpfige Familie mit einem Durchschnittsverbrauch von 185 Kubikmetern Wasser die Kosten knapp 20 Euro günstiger als beispielsweise in Schwörstadt, zog Braatz den Vergleich mit der ähnlich großen Gemeinde am Hochrhein.

Kubikmeterpreis steigt

Hausen im Wiesental würde gänzlich auf eine Grundgebühr verzichten und somit rein auf den Verbrauch die Kosten umlegen. Zu den größten Posten in der Gebührenkalkulation 2026 gehört neben den Kosten für Abschreibungen (125 000 Euro) und Dauerschuldzinsen (65 000 Euro) weiterhin der Fremdwasserbezug aus dem Lörracher Wassernetz in Höhe von rund 70 000 Euro. Für die Deckung ist nun einer Anhebung des Kubikmeterpreises von 3,28 Euro brutto auf 3,86 Euro brutto notwendig, was 17,6 Prozent entspricht. Mit Blick auf den Doppelhaushalt 2027/28 soll eine Umschuldung des Frankendarlehens in Euro erfolgen mit kombinierter Tilgungsleistung. Mit der Einführung digitaler Wasserzähler werde die Grundgebühr erneut angepasst. Wilfried Boeck (Gemeinsam für Inzlingen), der sich seiner Stimme enthielt, erkundigte sich nach den Ursachen für die Steigerungen. „Der Einkaufspreis wird sicher nicht so sehr gestiegen sein.“

Hier erläuterte Sophia Heiny (Badenova, Betriebsführung), dass die Kosten für Unterhalt und Reparatur sich entsprechend in den Gebühren wiederfänden. Markus Haag (GfI) bemängelte, dass 17 Prozent Wasserverluste zu hoch seien. Hierzu antwortete Bürgermeister Muchenberger, dass man die Hoffnung habe, mit den digitalen Wasserzählern Leckagen schneller finden zu können.

Keine neuen Investitionen

Heiny führte aus, dass außer der kürzlich begonnenen Maßnahme im Möndenweg (Budget 495 000 Euro) im Jahr 2026 keine weiteren Investitionen geplant seien. Abgeschlossen wurde die Sanierung des Hochbehälters Waidhof (Projektkosten 38 126 Euro). Mit 44,8 Prozent Eigenwasseranteil sei man wieder auf einem guten Weg, nachdem in den vergangen Jahren zum Teil weniger als ein Drittel aus den Inzlinger Quellen kam, was zu Schwankungen in der Wasserqualität führte.

Mit sechs Rohrbrüchen gab es 2025 ein Drittel weniger Schäden. Einstimmig wurden die Wirtschaftsplanung 2026 sowie die Jahresabschlüsse 2023 und 2024 verabschiedet.