Die Modernisierung des Trinkwasserspeichers in Weiler ist dringend erforderlich, um Hygiene- und Sicherheitsstandards zu erfüllen. Die Kosten betragen rund 146 000 Euro
Deutlich aufwändiger als gedacht ist die Sanierung des Hochbehälters Weiler. Patrick Gaus, technischer Leiter bei Aquavilla, informierte darüber den Ausschuss für Umwelt, Technik, Wirtschaft und Verkehr.
Der Hochbehälter wurde laut Gaus 1987 mit einem Volumen von zwei Mal 100 Kubikmeter gebaut und ist mit dem Tiefbrunnen Weiler das Herzstück der Wasserversorgung des Orts. 2022 sorgte ein Deckenriss im Flachdach der Schiebervorkammer zu größerem Wassereintritt.
Um Hygienestandards nicht zu gefährden, wurde von außen mit Bitumen abgedichtet, die Decke erneuert. Nun übersteigt aber der Sanierungsbedarf den angedachten Umfang deutlich.
Der Hochbehälter entspricht laut Gaus dem damaligen Stand der Technik. Wände und Decken sind wegen fehlender Dämmung in schlechtem Zustand, auch bildet sich deshalb vor allem im Sommer Kondensat an den Wandinnenseiten. Das ist „hygienisch problematisch“. Die Umwehrung auf dem Dach bietet keine ausreichende Absturzsicherung, zudem fehlt ein Blitzschutz am Gebäude, weshalb Besucher der Aussichtsplattform bei Gewitter in unmittelbarer Gefahr sind.
Umfang der Betonsanierung noch offen
Um die Missstände zu beheben, sind diverse Arbeiten nötig. Die Ausschreibung fand am Sitzungstag statt und ergab für Bau-, Zimmerer- und Schlosserarbeiten eine Summe von 113 000 Euro. Offen ist noch der Umfang der Betonsanierung, da bisher Laborergebnisse fehlen. Aquavilla schätzt die Kosten dafür auf 32 500 Euro. Dazu kommen 2000 Euro für Blitzschutz. Die Gesamtkosten lägen dann bei 146 000 Euro, was 8000 Euro über der anfänglichen Schätzung läge.
Bisher standen im kommunalen Haushalt 45 000 Euro für die Sanierung. 58 000 Euro stünden aus der günstiger verlaufenen Ausschreibung für die Wasserleitung auf dem Brogen zur Verfügung. Ein noch offener Restbetrag von 32 000 Euro müsste über den Nachtragshaushalt und einen Kredit finanziert werden.
Weitere Arbeiten stehen an
Mit diesen Arbeiten könne man die Gebäudehülle auf den Stand der Technik bringen, so Gaus. Allerdings stünden für die nächsten Jahre weitere Arbeiten an, zum Beispiel für den Einbau einer UV-Anlage, die Sanierung von Wasserkammern oder Technikerneuerungen. Eine spätere Be- und Entlüftung würde in den jetzigen Bauarbeiten berücksichtigt, so Gaus auf Nachfrage von Dietmar Doser.
Bürgermeister Fritz Link erklärte, dass ursprünglich für das Gebäude eine günstigere Satteldachlösung angedacht war, damit keiner mehr darauf herumsteige. Laut Ortsvorsteher Heinz Kammerer ist dort aber immer wieder Betrieb, weshalb dem Ortschaftsrat die Lösung mit begehbarem Dach und Geländer lieber wäre. Link erklärte auf Nachfrage von Sigrid Fiehn, dass eine Entarsenierung vorhanden, der Arsengehalt natürlichen Ursprungs und nicht signifikant erhöht sei.
Der Ausschuss stimmte den Sanierungen zu und empfahl die Einstellung der Mehrkosten in den Nachtragshaushalt.