Der Umbau der Kläranlage in Wälde steht nach wie vor aus. (Archivfoto) Foto: Fuchs

Nachdem es zwischen Loßburg und Wittendorf innerhalb von nur drei Monaten fünf Rohrbrüche gab, wird nun gehandelt. Die Hauptleitung soll erneuert werden. Und auch bei der Umwandlung der Kläranlage Wittendorf zu einem Pumpwerk geht es voran.

Wie Jochen Geßler vom Bauamt in der Gemeinderatssitzung in Loßburg vortrug, mussten im Bereich der Hauptwasserleitung nach Wittendorf-Firgel vom Verteilerschacht im Bereich der L 412 bis in das obere Schnaitertal innerhalb von drei Monaten bereits fünf Rohrbrüche repariert werden. Die Kosten für die Reparaturen könnten sich auf bis zu 50 000 Euro belaufen.

 

Die Rohrbrüche, so Geßler, traten zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten auf, so dass keine genaue Ursache feststellbar sei. Vermutet wird jedoch, dass die in die Jahre gekommene Hauptgruppenleitung – sie stammt aus den 60er-Jahren – der Ursprung des Übels ist. Wie Geßler ausführte, sei es dringend erforderlich, auch nach Rücksprache mit den Wassermeistern, dieses Teilstück von 300 bis 400 Meter komplett auszutauschen.

Umbuchung von Mitteln

Das Bauamt wolle die Maßnahme schnellstmöglich ausschreiben, damit die Sanierung noch in diesem Jahr beginnen kann. Wenn dann der Gemeinderat der Maßnahme zustimme, würden die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern geführt und deren Zustimmung eingeholt. Die Arbeiten könnten nach der Abernte der Felder beginnen.

Die Kosten für den Austausch könnten sich auf rund 180 000 Euro belaufen. Wie Bürgermeister Christoph Enderle zur Finanzierung sagte, sollen die Mittel für die Erneuerung der Wasserleitung Obere Schulstraße (250 000 Euro) umgebucht werden, um die Maßnahme zu finanzieren.

Markus Beilharz (FWV) sprach sich für die Erneuerung der Leitung aus, wollte aber wissen, ob sich für die Obere Schulstraße durch die Umbuchung der Mittel Probleme ergeben würden. Das ist laut Geßler nicht der Fall. Dort seien bislang keine Rohrbrüche aufgetreten. Der Maßnahme zur Umbuchung der Mittel stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Als „Priorität 1“ eingestuft

Wie Enderle beim nächsten Tagesordnungspunkt sagte, soll das Klärwerk Wittendorf zu einem Pumpwerk umgebaut werden. Dafür war ein Strukturgutachten von einem Ingenieurbüro erstellt, dem Regierungspräsidium Karlsruhe vorgelegt und für die Förderung als „Priorität 1“ eingestuft worden.

Gerhard Keck, stellvertretender Bauamtsleiter, betonte, dass die Fördertöpfe immer kleiner würden. Gab es vergangenes Jahr noch bis zu 70 Prozent, liege der Satz dieses Jahr noch bei 35 bis 40 Prozent. Deshalb müsse der Förderantrag bis zum 30. September gestellt werden. Dazu müssten noch die Ingenieurleistungen Stufe drei und vier beauftragt werden.

Von Wittendorf aus soll eine Druckleitung am Sportplatz vorbei in Richtung Ursental geführt werden. An der höchsten Stelle ist ein Auffangbecken geplant. Von dort aus soll das Abwasser im freien Lauf den Berg hinabgeführt werden. Die Leitung soll in den Verbandssammler von Lombach nach Glatten geleitet werden. Damit könnten an der Kläranlage in Wittendorf die jährlichen Unterhaltungskosten von circa 300 000 Euro eingespart werden, erklärte Keck.

Zuständigkeit von Dornhan

Der Umbau der Kläranlage Wälde steht noch aus. Für den Anschluss an die Kläranlage im Unteren Glatttal müsse diese allerdings erst noch ertüchtigt werden, was in der Zuständigkeit von Dornhan liege. Vorerst müsse das Klärwerk in Wälde daher weiter betrieben werden.

Auf Nachfrage erklärte Keck, dass die Ingenieurleistungen nur zu zehn Prozent gefördert würden. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Der Vergabe der Ingenieurleistungen wurde mehrheitlich zugestimmt.