Die Vertreter der vier Verbandsgemeinden des Abwasserverbands „Unteres Glattal“ tagten in Dornhan. Große Investitionen kommen auf sie zu.
Um für die künftigen Anforderungen besser gerüstet zu sein, muss der Abwasserzweckverband „Unteres Glattal“ viel Geld in seine Verbandsanlagen und in notwendige Strukturänderungen investieren.
Vor allem die Sanierung und Erweiterung der Kläranlage Glatt wird in den kommenden Jahren einige Millionen Euro kosten. Damit zusammen hängt auch der von der Gemeinde Loßburg beantragte Anschluss der Kläranlage Wälde an die Kläranlage Glatt.
Dieser sei zunächst aber verschoben worden, erklärte der Verbandsvorsitzende Markus Huber. Zuvor soll ein anderes Projekt angegangen werden: Die Neukonzeption der Abwasserentsorgung im Horber Teilort Betra.
Martin Schaible vom Planungsbüro Dreher & Stetter stellte die geplanten Maßnahmen vor.
Abwasserentsorgung Betra
Das Abwasser aus Betra wird über ein Regenüberlaufbecken (RÜB) nach Neckarhausen geleitet. Dort befindet sich ein Pumpwerk, welches das ankommende Abwasser über eine Druckleitung unter dem Neckar hindurch zur Verbandskläranlage Glatt pumpt.
Die Technik bei Betra sei jedoch veraltet. Feuchtigkeit und Ungeziefer machten Probleme. Auch die Pumpentechnik sei mittlerweile 30 Jahre alt und müsse erneuert werden. Zudem müsse die Pumpenleistung erhöht und die Messtechnik optimiert werden.
Einstimmig wurde die Ermächtigung zur Antragstellung erteilt und die Verbandsverwaltung beauftragt, dem Ingenieurbüro Dreher & Stetter den Planungsauftrag zu erteilen.
Kläranlage Glatt
Die Verbandskläranlage sei mittlerweile 40 Jahre alt und der „Zahn der Zeit an einigen Stellen erkennbar“, erklärte Schaible. Durch die Entscheidung, die Kläranlage in Wälde aufzugeben und das Abwasser nach Glatt weiterzuleiten, sei nicht nur eine ohnehin fällige Sanierung, sondern auch eine Erweiterung der Kläranlage Glatt nötig.
Die „sehr große Maßnahme“ bedürfe einer guten Vorplanung, auch um die nötigen Fördermittel zu erhalten. Ziel sei es jetzt, die Vor- und Entwurfsplanung vorzubereiten, um für die nächste Sitzung konkrete Zahlen vorweisen zu können. Schaible sprach von einer Maßnahme, „die langen Atem erfordert“ und über Jahre dauern wird.
Fertigstellung bis 2032
Auch müsse man insgesamt mit einem zweistelligen Millionenbetrag rechnen, erklärte der Verbandsvorsitzende Markus Huber. Unter anderem muss das Nachklärbecken vergrößert und ein Geröllfang zum Schutz des Einlaufpumpwerks vorgeschaltet werden.
Insgesamt vier Förderanträge sollen gestellt werden. Auch zum Zeitablauf gab Schaible Auskunft. Die Bauphase finde voraussichtlich von Anfang 2027 bis Ende 2031 statt. Mit der Fertigstellung sei Mitte 2032 zu rechnen. 2025 soll die Entwurfsplanung stattfinden und der erste Förderantrag gestellt werden.
Beschluss fällt einstimmig
Angesichts des langen Zeitraums der Maßnahme sprach der Verbandsvorsitzende von einer „Operation am offenen Herzen“. Loßburgs Bürgermeister Christoph Enderle zeigte sich zufrieden mit dem Konzept und sprach von einer „sehr guten Lösung“, wollte aber auch klarstellen, dass ohnehin gehandelt werden müsse, nicht nur aufgrund des Anschlusses von Wälde.
Die Versammlung votierte einstimmig für den Beschlussvorschlag, die Vorplanung an das Planungsbüro Dreher & Stetter zu vergeben.