OB Erik Pauly (links) und der Leiter des Wasserwerks, Kai Baudis, freuen sich über den Baubeginn der Förderleitungen zwischen Gutterquelle und dem neuen Tiefbrunnen.Foto: Schwörer Foto: Schwarzwälder Bote

Infrastruktur: Aufbau einer Ersatzwasserversorgung läuft / Riesiger Pflug bringt Leitung in den Boden

Eine autarke Wasserversorgung ist eine feine Sache. Trotzdem möchte man sich darauf alleine in Donaueschingen nicht mehr verlassen.

Donaueschingen. Die Wasserversorgung der gesamten Kernstadt und der meisten Teilorte von Donaueschingen ist laut einer Mitteilung der Stadt komplett autark und basiere im Wesentlichen auf der südöstlich der Stadt gelegenen Gutterquelle. Diese liefere zwar Wasser in hoher Qualität und Quantität, reagiere aber sensibel auf Oberflächeneinflüsse. Hauptgefährdungsquelle sei die unmittelbar an der Gutterquelle verlaufende Bahntrasse, auf der auch Gefahrengut wie Chemikalien oder Kerosin transportiert werden. Eine Havarie hätte hier im schlimmsten Fall eine fast irreparable Verunreinigung der Gutterquelle zur Folge, heißt es in der Mitteilung. Deshalb habe die Stadt 2019 mit dem Aufbau einer Ersatzwasserversorgung begonnen.

Nach dem Bau des neuen Tiefbrunnens auf der Rückhalde in Allmendshofen gehe es nun mit den Bauarbeiten der Förderleitungen weiter. Hierfür müssten zirka 2,7 Kilometer Kunststoffleitung mit einem Außendurchmesser von 300 Millimetern vom neuen Ersatzbrunnen durch das Gewerbegebiet, unter Bahntrasse, Bundesstraße und Breg hindurch und östlich der Breg in Höhe des Zubringers Allmendshofen nach Norden zur Gutterquelle geführt werden. Weitere Arbeiten seien das Brunnengebäude mit zugehöriger Technik sowie die Einbindung in das bestehende Wasserwerk Gutterquelle. Beim ersten Bauabschnitt von der Gutterquelle bis zum Zubringer Allmendshofen werden laut der Mitteilung zirka 1200 Meter Förderleitung größtenteils im sogenannten Pflugverfahren verlegt. Dabei werde der Boden durch ein Pflugschwert verdrängt und gleichzeitig die neue Leitung in zirka zwei Metern Tiefe eingezogen. Für die im ersten Bauabschnitt herrschenden Bedingungen – lockerer Boden, keine baulichen oder sonstigen Hindernisse, aber hoher Grundwasserstand – sei dieses Verfahren hervorragend geeignet, da es im Vergleich zur klassischen offenen Verlegung wesentlich grundwasserschonender sei. Darüber hinaus dauere die Verlegung von 1000 Metern Leitung nur etwa zwei Tage, im offenen Verfahren wären es mehrere Wochen.

Im zweiten Halbjahr sei die Weiterverlegung von der Breg bis zur Friedrich-Ebert-Straße sowie der Bau des Brunnengebäudes geplant.

Nach Abschluss aller Arbeiten werde das Wasser des Ersatzbrunnens konstant dem im Wasserwerk Gutterquelle aufbereiteten Rohwasser beigemischt, voraussichtlich in einer Größenordnung von zirka 20 Prozent. Dadurch sei gewährleistet, dass sich der Ersatzbrunnen nicht zusetzt und verkeimt. Notfalls könnte die gesamte Wasserversorgung der Stadt sofort vollständig auf die Ersatzversorgung umgestellt werden.

Für das gesamte Projekt werde die Stadt über den Eigenbetrieb Wasserwerk rund 3,1 Millionen Euro investieren. Oberbürgermeister Erik Pauly sieht darin den bestmöglichen präventiven Katastrophenschutz bei der Trinkwasserversorgung.

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