Eigentlich ist die Wasserversorgung von Ebhausen ja in Ordnung. Doch früher oder später muss die Gemeinde wohl Millionen dafür ausgeben.
Vor gut einem Jahr gab die Gemeinde Ebhausen beim Büro Dreher und Stetter in Empfingen ein Gutachten über den Zustand der eigenen Trinkwasserversorgung in Auftrag. Nun liegt das Gutachten vor. Eckart Stetter informierte jetzt den Gemeinderat Ebhausen über die Ergebnisse der Studie. Und die sind ein zweischneidiges Schwert. Denn eigentlich ist die gegenwärtige Lage eine gute, doch der Experte rät der Kommune zur Sicherung der Trinkwasserversorgung zu Investitionen von mehr als sechs Millionen Euro bis 2040.
Die Trinkwasserversorgung von Ebhausen ist in zwei Teile geteilt. Die Teilorte Rotfelden, Ebershardt und Wenden werden von der Schwarzwald-Wasserversorgung mit Trinkwasser versorgt. Der Kernort Ebhausen bekommt sein Wasser aus eigenen Quellen – zur Senkung des Härtegrads ergänzt durch Wasser der Stadtwerke Altensteig.
Trinkwasser-Versorgung bis 2050 ist gesichert
Aktuell verbraucht der Ort Ebhausen 126 000 Kubikmeter Wasser im Jahr. Der Anteil von Wasser aus Altensteig betrug im Jahr 2024 etwa 27 Prozent. Der Bedarf wird laut dem Gutachter aus Empfingen bis 2050 auf etwa 140 000 Kubikmeter im Jahr steigen. Sowohl in der Gegenwart als auch im Jahr 2050 werde dem Ort genügend Trinkwasser zur Verfügung stehen, informierte der Experte die Gemeinderäte von Ebhausen in der jüngsten Sitzung.
Soweit die positiven Nachrichten. Bei der Wasserqualität begannen im Vortrag die nicht ganz so guten Ergebnisse der umfangreichen Studie. Besonders der so genannte Tiefbrunnen I, der in der Nähe der ehemaligen Bundesstraße liegt, hat eine große Zahl an mikrobiologischen Befunden wie Bakterien oder Enterokokken. Gedanken müssen sich die Bürger aber deswegen nicht machen, denn der Brunnen ist nicht in die Trinkwasserversorgung des Ortes eingebunden.
Experte rät zur Erweiterung der Speicherkapazität
Der Tiefbrunnen II, der jenseits der Nagold in der Nähe des Wasserwerks liegt, und der für die Versorgung der Einwohner dient, weist zwar auch mikrobiologische Belastungen auf, allerdings in deutlich geringerem Ausmaß als der erste Tiefbrunnen. Nach der Aufbereitung dieses Wassers sei das Wasser schließlich aber sowohl chemisch als auch mikrobiologisch ohne Beanstandungen, berichtete Eckart Stetter
Problematisch wird es beim Thema Speichervolumen. Ebhausen hat schlicht zu wenig Möglichkeiten, Trinkwasser zu speichern. Dazu ist einer der Hochbehälter – nördlich der Kirche gelegen – so überaltert, dass der Experte dringend dessen komplette Stilllegung anmahnt. Als Ersatz und für zusätzliche Speicherkapazität rät der Gutachter zur Erweiterung – und Sanierung – des nicht weit davon entfernten Hochbehälters von 500 auf dann 1000 Kubikmeter. Als zusätzliche Entspannung der Versorgungslage brachte Stetter einen Anschluss von Ebhausen an die Wasserversorgung der Schwarzwaldwasserversorgung in Rotfelden ins Spiel.
Handlungsbedarf bei der Aufbereitungstechnik
Handlungsbedarf sieht der Experte auch bei der Aufbereitungstechnik. Dort sieht er die Ende der Verwendung von Ozon und das Ende der Zwei-Schicht-Filtration für gekommen. Sie sollen durch Ultrafiltration ersetzt werden. Das müsse allerdings mit dem Landratsamt abgestimmt werden.
Personell sei die Trinkwasserversorgung in Ebhausen gut aufgestellt, so der Gutachter. Allerdings werde der Arbeitsaufwand für die Betreuung der Wasserversorgung in Zukunft deutlich steigen, so dass eine Erweiterung der Belegschaft um einen Mitarbeiter nötig werden könnte.
Schuler bezeichnet Gutachten als „nachvollziehbar“
Für die Umsetzung der angeratenen Maßnahmen nannte der Gutachter Investitionen in einer Gesamthöhe von 6,5 Millionen Euro bis ins Jahr 2040. Darin enthalten ist allerdings auch die als nicht zwingend erforderlich bezeichnete Verbindung zu den Leitungen der Schwarzwald-Wasserversorgung. Sie allein taxiert der Experte auf 1,6 Millionen Euro.
Bürgermeister Volker Schuler reagierte gelassen auf das vorgetragene Gutachten, das er als „nachvollziehbar“ bezeichnete. Welche der Maßnahmen wann umgesetzt werde, müsse man im Rat noch debattieren. Allerdings gab er zu bedenken, dass jede in Angriff genommene Maßnahme Auswirkungen auf den Wasserpreis haben werde. Als maximale durch die angemahnten Maßnahmen ausgelöste Steigerung des Preises nannte Schuler 1,10 Euro.