Ein Ufo? Ein neu installierter Licht-Strahler ? In der Nacht auf Dienstag sah der Bittelbronner Wasserturm etwas seltsam aus – aber schön.
Josef („Seppi“) Kesenheimer hat unserer Zeitung per Mail einen Handy-Schnappschuss zugesandt, wie man ihn nicht alle Tage siegt. Gelungen ist er ihm in der frostkalten aber klaren Nacht von Montag auf Dienstag kurz nach 21 Uhr.
Aber was zeigt sein Foto bloß? Ein gleißend helles Ufo, das zur Landung auf dem Bittelbronner Wasserturm ansetzt? Eher nicht. Die Form eines untertassenförmigen Flugobjektes hat die Lichterscheinung ja, aber man muss schon ein großer Science-Fiction-Fan sein, um hier etwas Außerirdisches zu erkennen.
Der schöne Wasserturm wurde 1911 erbaut
Oder hat die Wasserversorgungsgruppe Starzel-Eyach in einer Nacht und Nebel-Aktion einen Strahler auf den Bittelbronner Wasserturm gesetzt, damit er nachts besser zur Geltung kommt? Dass der 1911 erbaute und 26 Meter hohe Turm mit seiner umlaufenden Plattform auf etwa der Hälfte der Gebäudehöhe und seinen charakteristischen Dach und dem aufgesetzten Türmchen in Form einer welschen Hauben Sanierungsbedarf hat, steht außer Zweifel. Aber das bezieht sich eher auf die technischen Anlagen, die in dem Turm und im angebauten Betriebsgebäude untergebracht sind.
Wenn die Wölfe den Mond anheulen
Nein, die Lösung des Rätsels liegt woanders: In der Nacht vom 13. auf 14. Januar war Vollmond. Er stand hoch im Osten und war aufgrund der Kälte gut zu erkennen. Und fast sieht es aus, als ob er am Bittelbronner Wasserturm hängen geblieben ist.
Den ersten Vollmond im neuen Jahr wird gerne auch Wolfsmond genannt. Der Beiname geht auf die indigenen Völker Nordamerikas zurück. Sie glaubten, dass in dieser Januar-Nacht die Wölfe den Mond besonders intensiv anheulen.
Der Begriff Wolfsmond ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen und geläufig. Ursprünglich wurde hier der erste Januar-Vollmond im Volksmund jedoch Hartung oder Hartmond genannt, was sich vermutlich aus dem harten, zu Eis gefrorenen Boden herleitet, den man im kalten ersten Monat des Jahres ja häufig hat.
Nach dem Hartung-Mond kommt der Hornung-Mond
Freunde solcher Bedeutungszuschreibungen kommen übrigens noch öfters im Jahr auf ihre Kosten. Beim ersten Vollmond im Februar spricht man zum Beispiel vom Tau-, Schmelz- Hunger-, Sturmmond – oder vom Hornung. Dieser Begriff lässt sich möglicherweise davon ableiten, dass Hirsche im Februar ihr Geweih abwerfen.