Als unnötiges Prestigeprojekt, das nur Folgekosten produziert, sieht unser Leser Georg Schillinger aus dem Oberndorfer Teilort Hochmössingen die geplanten Wasserspiele.
Mit der Mehrheit von 13 Ja-Stimmen hat sich der Gemeinderat für die „Wasserspiele“ auf dem Talplatz und die entsprechende Vergabe an die Firma Aquaactiv ausgesprochen.
Für dieses Wasserspektakel haben die 13 Gemeinderäte die stolze Summe von 470 000 Euro städtischer Finanzmittel zur Verfügung gestellt.
Dieses Gremium geht sehr verschwenderisch mit dem Geld der Bürger um, denn vor kurzem wurde ja auch noch der 60-prozentigen Finanzierung eines City-Managers zugestimmt.
Aufgrund dieser äußerst fragwürdigen Investitionen hat man das Gefühl, dass es der Stadt Oberndorf finanziell deutlich besser geht als den meisten Kommunen im Land.
Dem Plan steht die kommunizierte Haushaltslage entgegen
Dem ist aber offensichtlich nicht so, denn die erste Beigeordnete der Stadt hat ja bei ihren Haushaltsgesprächen in allen Stadtteilen mitgeteilt, dass die Stadt Oberndorf keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen könne. Die finanzielle Lage sei angespannt, Sparmaßnahmen seien notwendig.
Aus den Sitzungsberichten kann man deutlich herauslesen dass in den Stadtteilen ein erheblicher Sanierungsstau bei öffentlichen Gebäuden, Straßen und Einrichtungen besteht.
Marode Fenster und Fensterläden, bröckelnder Außenputz, abfallende Schindeln, schadhafte Dächer, sanierungsbedürftige Friedhofsmauern und Leichenhallen sind nur einige Punkte aus den Mängellisten.
Die großzügigen und unnötigen Ausgaben für die „Wasserspiele“ widersprechen dem Klagelied der ersten Beigeordneten, wonach Sparen angesagt sei und überall Abstriche in Kauf genommen werden müssen.
Die 13 Gemeinderäte, die dem Wasserspektakel auf dem Talplatz zugestimmt haben, müssen sich ernsthaft fragen lassen, ob sie den enormen Sanierungsstau in der Stadt Oberndorf nicht kennen, oder ob sie diesen Stau bewusst ignorieren, um ein Prestigeprojekt umzusetzen, das der Stadt nichts bringt als unnötige Folgekosten.
Georg Schillinger, Oberndorf-HochmössingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.