Ein gewöhnlicher Wasserrohrbruch? Nachdem mindestens eine Stunde lang Wasser aus einem Riss im Asphalt der Kniebisstraße schoss, bricht nun die Asphaltdecke immer mehr ein. Anwohner mussten sich selbst helfen, weil die Stadt wohl nicht reagierte.
Plötzlich fiel der Wasserdruck in den Haushalten ab und das Wasser floss immer geringer. Ein Wasserrohrbruch legte die Kniebisstraße in Nordstetten am Mittwochabend bis 2.10 Uhr nachts wassertechnisch lahm.
Viele Liter Wasser schossen mit hohem Druck aus einem Riss in der Asphaltdecke. Laut Pressestelle habe es sich um einen „gewöhnlichen Wasserrohrbruch“ gehandelt. Die Stadt sperrte den Bereich an der Stelle ab, wo der Asphalt das erste mal den Wassermassen nicht mehr standhalten konnte.
Ein kleiner Krater mitten auf der Straße
Doch bereits am Donnerstag brach weiter oben in der Kniebisstraße die Asphaltdecke noch viel heftiger aus. Ein kleiner Krater mitten auf der Straße. Und im weiteren Verlauf der Straße bildeten sich ebenfalls schon Vertiefungen an der einen und Beulen an der anderen Stelle. Auch deutliche Risse waren schon zu erkennen.
„Mein Mann wäre fast mit seinem Motorradroller gestürzt“, berichtete eine Anwohnerin der Kniebisstraße. Daraufhin habe man am Donnerstagmittag bei der Stadt angerufen und auf die gefährliche, nicht abgesperrte Fläche hingewiesen – mit der Bitte, schnell Abhilfe zu schaffen. Auch ein anderer Anwohner berichtete, dass er sich bei der Stadt gemeldet habe. Doch eine Reaktion blieb bis Freitagmittag aus.
Anwohner sichern Gefahrenstelle notdürftig ab
Die Anwohner versuchten deshalb selbst, zumindest notdürftig auf die Gefahrenstelle hinzuweisen. „Ein Nachbar hat das Warndreieck aufgestellt.“ Allerdings wurde dadurch nicht der gesamte brüchige und wellige Bereich abgedeckt. „Wer im Dunkeln rechts am Warndreieck vorbeiläuft, der sieht die große Stolperfalle nicht. Auch Fahrrad- oder Rollerfahrer sind stark gefährdet.“
Die nicht vorhandene Reaktion der Stadt, von der berichtet wird, ärgert die Anwohner gewaltig. „Seit der möglicherweise provisorischen Reparatur haben wir hier niemanden mehr von der Stadt gesehen, der sich das Ganze noch mal genauer angeschaut hat“, so die Anwohnerin.
Wasser läuft nicht in allen Haushalten reibungslos
Auch sei bei der Wasserversorgung noch nicht alles so, wie es vorher war. Während der eine Anwohner berichtet, dass der Wasserdruck nur noch bei einem statt vier Bar liege, sagte die Anwohnerin wenige Häuser weiter, dass der Druck mit sechs Bar so massiv sei, dass sie gar nicht die Wasserhähne normal aufdrehen könne. „Außerdem sei das Wasser immer noch ab und zu braun. „Vor allem, wenn ich warmes Wasser aufdrehe. Das kann doch nicht normal sein.“
Kritik an Informationspolitik
Was einige Anwohner ebenfalls ärgert: „Die Informationspolitik ist schlecht. Wir würden jetzt gerne wissen, wie es weitergeht. Wo der Schaden genau ist und was das für Auswirkungen hat“, so ein „Kniebisstraßler“. „Für die Stadt ist das vielleicht ein gewöhnlicher Wasserrohrbruch. Aber für uns ist es das nicht.“
Die Pressestelle der Stadt reagierte am Freitagmittag überrascht, als unsere Redaktion sie über die neue Gefahrenstelle informierte. Unsere Redaktion stellte im Anschluss schriftlich eine Presseanfrage mit mehreren Fragen zum Sachverhalt.
Wenige Minuten später meldete sich Oberbürgermeister Rosenberger bei unserer Redaktion. Er versprach, dass ein Team des Bauhofs ausrücken werde. Wir schauten um 14 Uhr nach: Tatsächlich rückten die Maschinen an. Die Arbeiten dauern an.