Nicht nur das Abwasser, auch das Frischwasser wird in Egenhausen teurer. Foto: Köncke

Im nächsten Jahr steigen in Egenhausen die Wassergebühren. Für den Kubikmeter Schmutzwasser werden ab Januar 2,74 Euro fällig, für das Niederschlagswasser 71 Cent und für Frischwasser 2,40 Euro.

Im nächsten Jahr steigen in Egenhausen die Wasser- und Abwassergebühren. Für den Kubikmeter Schmutzwasser werden ab Januar 2,74 Euro fällig, für das Niederschlagswasser 71 Cent und für 1000 Liter Frischwasser 2,40 Euro. Den Beschluss hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gefasst.

Egenhausen. "Erhöhungen sind kein angenehmes Thema, aber wir kommen darum nicht herum", erklärte Kämmerer Daniel Merkle. Die Abwassergebühren seien das letzte Mal vor zehn Jahren angepasst worden. Seitdem hätten sich die Kosten stetig nach oben entwickelt – zum einen durch gestiegene Abgaben an den Abwasserzweckverband Altensteig, zum anderen wegen eigener Investitionen, zum Beispiel im Gewerbegebiet Freudenstädter Straße, dem Neubaugebiet In den Gärten, im Rosen- und Bernecker Weg und auf dem Stauchberg.

Um die angefallenen Ausgaben zu decken, gebe es keine Alternative, sonst müsste man das Geld im Haushalt anderweitig aufbringen – "und das ist nicht hinnehmbar". Auch deshalb, weil die Gemeinde sonst keine Zuschussmittel für Investitionen beantragen und erhalten könne. Ausführlich informierte der Kämmerer über Einzelheiten der Kalkulation, die gleiche Mühe hat er sich beim Frischwasser gemacht, was Gemeinderat Hans Kern zu der Bemerkung veranlasste: "Die reinste Diplomarbeit".

"Das ist schon heftig"

Die Frischwassergebühren wurden zuletzt 2015 mit 2,20 Euro pro Kubikmeter festgesetzt. Um die Kosten auszugleichen, müsste man 20 Cent pro Kubikmeter draufsatteln, hat Merkle errechnet. Zu Gunsten des Gebührenzahlers habe man bei der Kalkulation Überdeckungen der vergangenen Jahre berücksichtigt, "sonst müssten wir 2,64 Euro erheben". Sollte der Gemeinderat seinem Vorschlag folgen, könnte der Abwasserpreis einige Jahre stabil bleiben, beim Frischwasser sei er da nicht so sicher, sagte Merkle.

In der anschließenden Diskussion wunderte sich Birgit Ehni über die "eklatante" Erhöhung der Betriebskosten, beim Abwasserzweckverband Altensteig. Von 128 000 Euro im Jahr 2015 seien sie auf derzeit 189 000 Euro gestiegen. "Das ist schon heftig", sprang ihr Eberhard Hammer bei.

Egenhausen sei nun mal Mitglied im Zweckverband, sagte Bürgermeister Sven Holder, und die Kosten wollte man an diesem Abend nicht bewerten. Dass eine Anhebung der Sätze gerechtfertigt erscheint, leuchtete den Kommunalpolitikern durch die Bank ein. "Aber man sollte die Kalkulation in Zukunft alle zwei bis drei Jahre überprüfen", waren sich Fritz Großmann und Hans Kern einig. "Dann fällt eine Erhöhung auf jeden Fall moderater aus", ist das für Ingo Waßilowski ein Stück weit Psychologie.