Zwei Seekühe sind seit dem frühen Dienstagmorgen am Vorderen See im Einsatz, um das Wasser von Algen und Gräsern zu befreien. Foto: Meene

Am Dienstag wurden in Schwenningen zwei Seekühe gesichtet – so werden zumindest die Mähboote genannt, die auf dem Vorderen See bereits am frühen Morgen ihre Runden drehten. Das Prozedere ist nichts Neues: Zum Sommeranfang – je nach Bedarf auch ein zweites Mal im Herbst – wird der See zwischen Spittel- und Rottweiler Straße jährlich von Algen und Gräsern befreit.

VS-Schwenningen - Zuständig hierfür ist die Firma Sepp GaLa-Bau aus Jettingen-Scheppach, im Auftrag der Stadt Villingen-Schwenningen. Die Arbeit, welche früher in zwei Tagen erledigt werden musste, wird in diesem Jahr durch die Teamarbeit der zwei Seekühe in nur einem Tag vollbracht. "Seit 7.45 Uhr sind wir auf dem Wasser", erzählt Jürgen Sepp, der Geschäftsführer des Gewässer- und Biotoppflege-Unternehmens vor Ort.

Denn die Seekühe haben einen langen Tag vor sich: Zu Beginn werden die Gräser unter Wasser in etwa 1,60 Meter Tiefe abgeschnitten. Im Anschluss wird das Spezialgerät getauscht und die Wasserpflanzen mit einem großen Rechen eingesammelt und aus dem See befördert.

Gräser und Algen werden kompostiert

Für das Müllaufsammeln sei die Firma nicht zuständig, dies liegt im Aufgabenbereich der Stadt. Es sei jedoch kaum zu umgehen, dass Abfall bei den Arbeiten mitgesammelt wird. Dieser wird gründlich aussortiert, bevor das Grüngut dann kompostiert wird. Etwas mehr als sechs Stunden brauchen die beiden Seekühe für diese Mäharbeiten.

Nicht nur aus optischen Gründen wird der Vordere See jährlich vom Bewuchs befreit: Das Entfernen der Gräser und Algen sorgt außerdem dafür, dass der See ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe hat. So gerät das Pflanzenwachstum des Sees wieder in sein natürliches Gleichgewicht.

Die Pflanzen werden allerdings nicht komplett entfernt: Ein Teil der Unterwassergräser bleibt zurück und dient den im See lebenden Tieren weiterhin als Unterschlupf.

Rücksicht auf die Tiere im Wasser

Die Fische seien von den Seekühe übrigens nicht gefährdet: Durch das laute Brummen der Maschinen schwimmen die dort lebenden Tiere automatisch davon. Falls es doch einmal vorkommen sollte, dass sich ein Fisch zwischen den Algen verfängt, werde dieser von Sepp und seinem Kollegen sanft zurück ins Wasser befördert.

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