Der Pegelstand der Nagold sinkt weiter. Foto: Rousek

Enz und Nagold haben immer weniger Wasser. Das Landratsamt behält die Situation im Auge – und hat bereits eine Maßnahme parat.

Rund zwei Wochen ist es her, dass der Kreis Böblingen bei Strafe verboten hat, Wasser aus Bächen und Flüssen abzuschöpfen. Die Regelung gilt von Juni bis Ende September. Keine Seltenheit: Da der Kreis nach Angaben des dortigen Landratsamtes zu den Wassermangelgebieten zählt, schränken die Behörden seit 1993 im Sommer die Wasserentnahme ein – um zu verhindern, dass die Gewässer austrocknen. Wer sich dennoch für Garten oder Acker bedient, muss mit Bußgeld rechnen.

 

Im Kreis Calw sah die Lage dagegen Ende Mai noch vergleichsweise entspannt aus. Janina Dinkelaker, Pressesprecherin des Calwer Landratsamts, erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, noch seien die Erzgrube (der Stausee an der Nagoldtalsperre) gut gefüllt, die Pegelstände von Enz und Nagold ordentlich.

Aktuell noch kein Eingreifen notwendig

Dies sei dem relativ regenreichen Frühjahr zu verdanken.

Nun, zwei Wochen später, sieht die Lage anders aus. Wie angekündigt, hat das Landratsamt die Situation genau beobachtet – und tut es auch weiterhin. Täglich. Denn: „Die Pegelstände von Nagold und Enz sind aufgrund des aktuell warmem Wetters und wenig Niederschlägen sinkend“, berichtet die Sprecherin auf Nachfrage.

Da der diesjährige Mai etwas mehr Niederschlag gebracht habe als in den vergangenen Jahren, müsse zwar aktuell noch nicht eingegriffen werden.

Aber: „Sollte das Wetter länger anhaltend so trocken bleiben, wird sich das ändern und wir müssten noch im Juni ein Wasserentnahmeverbot erlassen“, erklärt Dinkelaker.

Sollte diese Maßnahme zum Tragen kommen, wäre es das zweite Jahr in Folge, dass dies nötig wird. Im vergangenen Jahr hatte der Kreis Calw erstmals ein Verbot ausgesprochen.

Fischbestand kann in Gefahr geraten

Trocknen Gewässer zu stark aus, kann das ökologische Gleichgewicht durcheinandergeraten. Gerade in den Sommermonaten gerät dann auch beispielsweise der Fischbestand in Gefahr.