In Neuweiler steigen ab dem kommenden Jahr die Preise fürs Frisch- und Abwasser. Pro 1000 Liter, die aus dem Wasserhahn fließen, werden dann 33 Cent mehr fällig.
Der Neuweiler Gemeinderat hat den vergangenen Samstag in Klausur verbracht. Der Hauptbrocken der Arbeit dürfte dabei auf die Vorberatung des Haushalts 2026 entfallen sein. Früh morgens indes ging es mit einem anderen Thema los: den künftigen Wasser- und Abwasserpreisen in der Gemeinde. Sie gelten ab dem 1. Januar 2026. Und werden steigen.
Trinkwasser 3,17 Euro: Das ist der neue Netto-Preis für den Kubikmeter Frischwasser in Neuweiler. Er gilt für die Jahre 2026 und 2027. Dazu kommen noch sieben Prozent Mehrwertsteuer, was dann brutto etwa 3,39 Euro pro 1000 Liter macht. Bisher bezahlten die Bürger in Neuweiler gut 3,06 Euro brutto (2,86 Euro netto) für diese Menge. Neuweiler rechnet damit, dass es in den Jahren 2026 und 2027 in Summe 320 000 Kubikmeter Wasser verkaufen wird.
Zu den Kosten für das verbrauchte Wasser kommt in Neuweiler darüber hinaus eine monatliche Zählergebühr. Je nach Durchflussgröße werden dafür zwischen 1,03 und 4,13 Euro pro Monat fällig, erläutert Carola Reichert, Leiterin des Personal- und Rechnungsamts und zuständig fürs Finanzwesen. Diese Preise bleiben unverändert.
Die Allevo Kommunalberatung hatte die Wasserpreise im Auftrag der Gemeinde neu kalkuliert. In die Preiskalkulation fließen beispielsweise auch Ausgaben für die Beteiligung der Gemeinde am Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung oder für Investitionen mit ein.
Anders als viele andere Kommunen blickt Neuweiler bei der Berechnung nicht auf die möglichen Verluste der fünf vergangenen Jahre. „Die Gebühren sind wie vom Kommunalamt gefordert kostendeckend für die Jahre 2026 bis 2027“, erklärt Reichert. „Der Gebührenzahler sollte nicht noch weiter belastet werden.“
Preisbeispiel Teurer wird es dennoch. Wenn ein Vier-Personen-Haushalt in Neuweiler beispielsweise 190 Kubikmeter Wasser im Jahr bezieht, dann bezahlte er für die verbrauchte Menge bisher 581,44 Euro (brutto). Ab dem kommenden Jahr sind es gut 644,46 Euro, also 63 Euro mehr.
Abwasser Auch die Gebühren fürs Schmutzwasser und Niederschlagswasser steigen in Neuweiler ab dem kommenden Jahr. Je Kubikmeter Schmutzwassergebühr werden künftig 4,46 Euro fällig statt bisher 4,12 Euro. Beim Niederschlagswasser richtet sich die Gebühr nach der versiegelten Fläche auf einem Grundstück: Wasser, das nicht im Erdreich versickern kann, fließt in die Kanalisation. Pro Quadratmeter bebauter oder befestigter Fläche wird dafür künftig ein Betrag von 62 Cent erhoben. Bisher waren es 60 Cent.
Im Bereich des Schmutzwassers gleicht die Gemeinde 2026/2027 eine Kostenunterdeckung aus den Jahren 2021/22 in Höhe von 2051 Euro aus. Ansonsten hätte der neue Preis wohl, so hatte es Allevo kalkuliert, 4,45 Euro betragen.
2023 gab es sogar ein Minus von 41 708 Euro. Das spielt für die Preise 2026/27 noch keine Rolle – dürfte dafür aber den Schmutzwasserpreis 2028 weiter, und dies wohl deutlich, steigen lassen.
Dafür gab es beim Niederschlagswasser 2023 eine Kostenüberdeckung von 11 550 Euro. Die wiederum wurde in die aktuelle Kostenkalkulation eingerechnet – und ist der Grund, warum der Preis fürs Niederschlagswasser lediglich um zwei Cent steigt im Vergleich zum aktuellen Preis. Ansonsten wären es vier Cent mehr gewesen.
Die Gemeinde Neuweiler rechnet in den kommenden beiden Jahren mit einer Gesamtschmutzwassermenge von erst 133 000, dann 135 000 Kubikmetern. Dazu kommen laut Prognose – was fürs Niederschlagswasser entscheidend ist – 339 000 beziehungsweise 340 000 Quadratmeter überbaute und befestigte Fläche in der Gemeinde.
Beschlüsse Etwa 3,39 Euro pro Kubikmeter Frischwasser, 4,46 Euro fürs Schmutzwasser und 62 Cent pro Quadratmeter fürs Niederschlagswasser: Das sind die Preise in Neuweiler in den Jahren 2026 und 2027. Nach Angaben von Hauptamtsleiter Marc Miltner beschloss der Gemeinderat dies in seiner Klausursitzung einstimmig.