26 Wasserrohrbrüche gab’s zu richten. Ein Teilort fällt besonders auf. (Symbolbild) Foto: Eberhard - stock.adobe.comEberhard Spaeth

Wie viel Wasser wurde in Wildberg 2025 verbraucht, wie läuft es mit den digitalen Zählern und wo waren die meisten Rohrbrüche? Die Antworten gab’s im Gemeinderat.

Mehr gefördert, weniger verkauft ist die knappe Bilanz des Eigenbetriebs Frischwasser in Wildberg für das Jahr 2025. Der Verbrauch sank von rund 114 Litern pro Tag und Person auf rund 111, „Die Wildberger Bürger sind sehr sparsam“, lobte Kämmerer Andreas Bauer bei seinem Bericht im Gemeinderat. „111 Liter ist wirklich ein sehr guter Wert, was dafür spricht, dass mit der Ressource Wasser sauber umgegangen wird.“

 

Verkauft wurden rund 428 000 Kubikmeter, rund 11 000 Kubikmeter weniger als im Vorjahr. Im Gegenzug wurden etwa 496 000 Kubikmeter gefördert – 2024 waren es rund 12 000 weniger.

Digitale Wasserzähler werden eingebaut

2025 startete der Eigenbetrieb damit, die Wasserzähler gegen digitale auszutauschen. 670 Stück waren es im vergangenen Jahr. „Der Einbau lief komplett reibungslos ab“, erklärte Wassermeister Christoph Lochner.

Im gesamten Stadtgebiet habe der Eigenbetrieb 3500 Zähler, die jeweils auf sechs Jahre geeicht sind. Diese werden nun nach und nach ausgetauscht. Manche würden auch vorgezogen, wenn ohnehin etwas im Haus gemacht werden müsse.

Die alten Wasserzähler haben ausgedient. (Symbolbild) Foto: Pixabay/Delo

Die neuen Zähler haben demnach einige Vorteile. Erst einmal erleichtere es die Verwaltung, Schätzungen gehören damit der Vergangenheit an. Und auch: unbemerkte Wasserverluste. Läuft ständig Wasser durch, 24 Stunden lang, gibt es eine Meldung beim Eigenbetrieb. Bürgermeister Ulrich Bünger berichtet, dass es in der Vergangenheit schon der Fall aufgetreten sei, dass Wasser in unbewohnten Gebäuden unkontrolliert abfloss. Das ging ordentlich ins Geld. Lochner bestätigt. Es habe schon Rohrbrüche gegeben, bei denen das Wasser dann still und leise in dne Kanal floss – und keiner es bemerkte.

Dass das nicht unwichtig ist, zeigte auch die Anzahl der Rohrbrüche. Von 2024 mit 19 stieg die Zahl auf 26. „Vor allem die Gültlinger haben uns Sorge bereitet“, sagte Lochner, Bünger relativierte sofort auf das Schmunzeln im Gremium: „Die Gültlinger vielleicht nicht, aber die Netze!“ Denn zwölf der Rohrbrüche waren in Gültlingen. Sieben wurden in Effringen verzeichnet, sechs in der Kernstadt, einer in Schönbronn – „in Sulz gar keiner“, berichtete Lochner.

Rohrbrüche kosten etliches an Wasser

Durch die Rohrbrüche gingen 25 130 Kubikmeter Wasser verloren – gemessen am aktuellen Wildberger Wasserpreis von 4,55 Euro pro Kubikmeter sind das rund 117 000 Euro netto. Weitere 42 781 Kubikmeter sind verloren gegangen, ohne, dass die Ursache festgestellt werden konnte – Umgerechnet 194 653 Euro netto.

Damit wurden 8,63 Prozent des Frischwassers verloren, im Vorjahr waren es „nur“ 6,87 Prozent. Jedoch: „Alles was unter 10 Prozent ist, ist wirklich gut“, ordnete Lochner ein.

Dabei gebe es Schwankungen zwischen den Stadtteilen bei den verlorenen Wassermengen, die nicht zugeordnet werden können: 3,49 Prozent in Sulz, 15,85 Prozent in Gültlingen.

Dazu habe der Eigenbetrieb „Geräuschlogger“ angeschafft. Diese erkennen anhand von Geräuschen, ob alles seinen üblichen Gang nimmt. „Wenn ein erhöhter Durchfluss da ist“ würde auf einer Karte gezeigt werden, wo das Problem liegt. So kann der Eigenbetrieb auch sehr gezielt reagieren.

Wasserversorgung für die Zukunft sichern

Eine wesentliche Aufgabe, wurde in der Sitzung deutlich, ist, die Wasserversorgung zu sichern. Denn in vielen Kommunen drohe Wasserknappheit. Entscheidend sei dabei laut Bürgermeister Bünger, „das eigene Wasser zu nutzen“. Lochner konnte zum Bauprojekt in Gültlingen berichten: „Wir sind beim Wasserwerk fast komplett fertig.“

Das Wasserwerk in Gültlingen wird neu gebaut. (Archivbild) Foto: Jansen

Andere Aufgaben seien etwa, Effringen und Schönbronn an den Zweckverband Buchenwasserversorgung anzubinden und die Trinkwasserversorgung in diesen Teilorten neu zu konzipieren. Auch stehen die Wasserleitungen „Untere Seelenhalde“ und „Haibe“ in Gültlingen sowie „Untere Straße“ in Sulz auf der Agenda.