Die Talplatz-Baustelle wartet immer wieder mit Überraschungen auf: In rund 40 Haushalten in Oberndorf kommt kein Nass aus dem Wasserhahn, sondern allenfalls kalte Luft.
Für etwa 40 Haushalte in der Sulzbachstraße, dem Langen Weg und Talplatz hielt der Sonntagmorgen eine böse Überraschung bereit – ob Wasserhahn oder Toilettenspülung, nirgendwo kam mehr Wasser.
„Die Ursache lag darin, dass die Häuser über oberirdische Leitungen aufgrund der Baustelle am Talplatz ersatzversorgt wurden“, erklärt Bürgermeister Matthias Winter das Problem. Denn durch die kalte Nacht kam es dort zu einem Einfrieren der Wasserleitungen.
Ein besonderer Fall
„Es waren ausschließlich Haushalte betroffen, die aufgrund der Baustelle am Talplatz über eine provisorische oberirdische Versorgungsleitung notversorgt werden“, stellt er klar. Die Anwesen seien nicht über einen regulären Hausanschluss an das Trinkwasserversorgungssystem angeschlossen.
Betroffen war auch das „KinoParadies“. Ein Posting in den sozialen Medien mit dem Bild des Aushangs, mit dem das Filmtheater bekannt machte, dass die Toiletten nicht benutzt werden können, sorgte für Verwunderung. Zumal der Rohrbruch einer Hauptleitung noch ziemlich frisch in Erinnerung ist und für Fragen bezüglich der Infrastruktur in Oberndorf gesorgt hat.
„Im Normalfall frieren im Versorgungsnetz der Stadt Oberndorf keine Leitungen ein“, sagt der Bürgermeister. Dieser spezielle Vorfall komme lediglich durch die oberirdische Ersatzversorgung und die winterlichen Bedingungen.
Verschiedene Ursachen möglich
Grundsätzlich sei es so, dass eine zu geringe Verlegetiefe – also wenn die Versorgung oberhalb der Frosttiefe verlegt werde – eine fehlende oder unzureichende Isolierung in frostgefährdeten Bereichen sowie Baustellen oder Erdarbeiten in der Umgebung, die den Frostschutz verringern, zu solch einem Einfrieren führen können.
Auch längerer Stillstand des Wassers, wenn durch den fehlenden Durchfluss auch keine Wärmebewegung stattfindet, kann ebenso wie extreme Frostperioden mit sehr niedrigen Temperaturen sowie undichte oder beschädigte Leitungen, die den Wärmeverlust begünstigen, zu diesen Problemen führen.
Begleitheizung und Isolierung
„Die Ersatzversorgungsleitungen wurden noch zum Großteil am selben Morgen durch badenovaNETZE instandgesetzt“, erklärt Winter. Für die übrigen Haushalte wurde vorübergehend eine provisorische Entnahmestelle eingerichtet, während die Reparaturen am frühen Nachmittag fertiggestellt werden konnten. Zusätzlich sei sichergestellt worden, dass die Leitungen künftig nicht mehr einfrieren.
Typische Methoden dabei seien der Einsatz von Begleitheizungen bei oberirdischen oder frostgefährdeten Leitungen, das Sicherstellen eines kontinuierlichen Durchflusses in den Rohren sowie ausreichende Isolierung und Schutzmaßnahmen bei temporären Notversorgungen.