Tonnenschwer wiegen die Wassertanks. Foto: Wiebke Jansen

In Egenhausen ist der neue Wasserhochbehälter Chausseehaus angekommen. Während der Verkehr warten musste, hob der Kran tonnenschwere Module an ihren Platz. Wir waren dabei.

Ein zwölf Meter langer, fünfeinhalb Tonnen schwerer, rohrförmiger Behälter schwebt am Kran über die Baugrube an der Ortseinfahrt Egenhausen. Langsam wird er abgelassen, zentimetergenau an das bereits aufgebaute Modul mit zwei runden Türen angedockt und anschließend verschweißt.

 

In Egenhausen wurde der neue Hochbehälter Chausseehaus angeliefert. Drei Module, eines für die Technik und zwei Behälter wurden mit Schwerlasttransporten über die Autobahn gebracht. „Der ist zwei Nächte lang in Polizeibegleitung gekommen“, berichtet Reinhold Stickel vom Bauhof Egenhausen. Denn für den Transport mussten zwei Fahrspuren auf der Autobahn genutzt werden. Auf der zweispurigen A 81 also die ganze Breite.

Die Beteiligten (von links): Andreas Mohr (Schwerlasttransport), Michael Rau und Chantal Rau von der zuständigen Baufirma Rau, Björn Weller vom Ingenieurbüro Alwin Eppler, Reinhold Stickel und Philipp Streeb vom Bauhof Egenhausen und Bürgermeister Sven Holder Foto: Wiebke Jansen

Für die Anlieferung muss auch der Verkehr in Egenhausen kurzzeitig stoppen, denn die Baustelle verengt die Straße auf eine Spur. Einmal nimmt Bürgermeister Sven Holder selbst die Fahne in die Hand, um den Verkehr zu regeln.

Wasservorrat für einen Tag gespeichert

„Das Loch ist schonmal groß genug, das ist das wichtigste“, scherzt Bürgermeister Sven Holder, als der erste runde Behälter hinabgelassen wird. Mit dem neuen Hochbehälter soll die Wasserversorgung in Egenhausen abgesichert werden. Die Ortschaft wird durch Altensteig, genauer Spielberg versorgt. Im Hochbehälter am Chausseehaus wird genügend Wasser gespeichert, um einen Tag überbrücken zu können, falls etwa Leitungen beschädigt werden. Außerdem versorgt er den noch weiter oben liegenden Hochbehälter Kapf, an dem unter anderem die de’ignis-Klinik und die Jugendherberge hängen.

130 Jahre lang hat der alte Hochbehälter treu seinen Dienst getan, ist aber doch sehr in die Jahre gekommen. Eine zweite Wasserkammer konnte technisch nicht angebaut werden. Die Kosten für eine Sanierung mit Anbau wären höher gewesen als ein kompletter Neubau.

Eine eindrucksvolle Anlage Foto: Gemeinde Egenhausen

Der neue Hochbehälter hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger zwei Kammern, die jeweils 75 Kubikmeter Wasser fassen, also insgesamt 150 Kubikmeter. So kann eine gefüllt bleiben, wenn etwa in einer Reinigungsarbeiten anstehen. Der frühere Hochbehälter fasste ungefähr die gleiche Menge – aber hatte nur eine Kammer. „Und wenn der gereinigt wird, dann ist der leer“, erklärt Bürgermeister Sven Holder. Das verringert die Wassersicherheit.

Projekt wird zu 80 Prozent gefördert

Der Behälter kostet nach Vergabe aller Arbeiten rund 582.000 Euro netto. 80 Prozent davon werden gefördert, so dass an der Gemeinde noch ein Eigenanteil von rund 116.000 Euro netto übrig bleibt. In der ursprünglichen Kostenkalkulation von 2022 war von Gesamtkosten von 774.900 Euro netto die Rede, zwischenzeitlich sogar von rund 812.000 Euro.

Der seltene Blick ins Innere: Hier muss noch die Technik verlegt werden. Foto: Wiebke Jansen

In Betrieb gehen wird der Behälter allerdings erst nächstes Jahr. Die ganze Technik muss noch verbaut werden. Mit einem Flüssigboden, der sich um die Module legt und aushärtet, werden diese gefestigt. Dann wird es dort wieder einen Hügel aufgeschüttet wie bislang auch – nur ohne Häuschen obendrauf.

Dauerhaft soll auch der Hochbehälter Kapf aus dem Jahr 1940 erneuert werden. Hierfür wartet die Gemeinde noch auf eine Förderung.