Der Gemeinderat in Dotternhausen hat sich mit dem Thema Waschbär beschäftigt. Dieser ist der Mehrheit ein Dorn im Auge.
Der Waschbär geht um – auch in Dotternhausen. Deswegen stand das Tier auf der Tagesordnung des Gemeinderats, der am Mittwochabend getagt hat. Am Ende wurden drei konkrete Aufgaben an die Verwaltung herangetragen. Dazu machte das Gremium kein Geheimnis daraus, wie es über den invasiven Kleinbären denkt.
Immer mehr Gemeinden im Südwesten klagen über die Verbreitung des Waschbären und die Schäden, die sie hinterlassen. Horb am Neckar, der Kreis Calw, Gutach im Kinzigtal: Die Liste der Regionen, in die der Waschbär bereits eingefallen ist, wird immer länger.
Marion Maier spricht Strategie der Vorbeugung an
Wie viele es konkret sind, das konnte am Abend im Dotternhausener Rathaus niemand so genau sagen, aber es gibt sie in der Gemeinde. Bürgermeisterin Marion Maier brachte immer wieder die Strategie der Vorbeugung ins Gespräch. Das hätten ihr unter anderem Jäger geraten.
Für das Gros der Räte hingegen kommen härtere Maßnahmen durchaus in Betracht. Philipp Kopp etwa sieht die wachsende Population als ernstes Problem an. „Die Tiere sind eine große Gefahr für Gebäude, da sie enorme Schäden hinterlassen können.“
Und weiter: „Ja, die Tiere mögen süß aussehen und Umwelt- und Tierschützer werden das nicht gut heißen, aber wir müssen uns über die Bejagung und die Reduzierung des Bestands unterhalten.“
Schnekenburger: Das ist kein Säbelzahntiger
Rätin Ilse Ringwald ergänzte noch, dass der Waschbär auch Krankheiten übertragen würde und man eine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung habe. Wolfgang Wochner betonte: „Wir sind keine Tierquäler, aber ich habe schon die Sorge, dass wir die Waschbärenpopulation bald nicht mehr in den Griff bekommen.“
Markus Schnekenburger hingegen wollte etwas Tempo rausnehmen und appellierte an die Bevölkerung, sie solle schauen, dass Häuser gut abgedichtet sind, womöglich könne man über vorbeugende Maßnahmen der Sache Herr werden. „Ja, die Verunsicherung bei den Menschen ist da, aber es ist auch kein Säbelzahntiger.“
Die Bejagung der Waschbären ist erlaubt
Und was erlaubt die Rechtslage im Umgang mit den neuen Plagegeistern? „Der Waschbär gilt in der Europäischen Union als invasive, gebietsfremde Art. Ziel der EU-Verordnung ist es, die Ausbreitung solcher Arten aktiv zu begrenzen, um heimische Lebensräume und Artenvielfalt zu schützen“, wurde bereits im Amtsblatt informiert.
Weiter steht dort geschrieben: „Die Bejagung ist erlaubt.“ Es gibt zwar Schonzeiten, die beachtet und eingehalten werden müssen, aber generell darf der Waschbär geschossen werden.
Bürgermeisterin Maier gab zu bedenken, dass die Gemeinde – mit welchen Maßnahmen auch immer – nur auf gemeindeeigenen Flächen tätig werden kann.
„Wir können den Jäger nicht auf Grundstücke schicken, auf denen wir die Tiere vermuten. Das ist dann Hausfriedensbruch“, so Maier. Am Ende formulierten die Räte drei Anträge mit Aufgaben für die Verwaltung. So soll Kontakt mit einem Bewohner aufgenommen werden, auf dessen Grundstück Waschbären vermutet werden. Die Verwaltung wird weiteren Kontakt mit Jägern aufnehmen und erfragen, wie hoch die Population an Waschbären in Dotternhausen wirklich ist.
Als letzte Aufgabe wird die Gemeinde darum gebeten, sich mit den Nachbarn aus Dautmergen zu besprechen und Erfahrungswerte einzuholen.