Wie geht es den Senioren in Maulburg? Das wurde im Gemeinderat erläutert. Foto: PIxabay/TungArt7

Seit Eröffnung des Seniorenbüros in Maulburg haben sich schon 29 Menschen dort beraten lassen. Um was es dabei ging.

Auch erste Aktivitäten fanden statt. Am Montag stimmte der Maulburger Gemeinderat für eine Verlängerung der Kooperation mit der Diakonie bis Ende 2028 und für eine Teilfinanzierung durch die Gemeinde.

 

Bürgermeisterin Jessica Lang freute sich, dass die Gemeinde Maulburg nach einem Beschluss des Gemeinderates im April schon bald Silke Radlbeck-Dantona als Seniorenbeauftragte fand. Sie eröffnete das Seniorenbüro im September 2025 als Angestellte des Diakonischen Werks.

Eröffnung im September

Die Gemeinde Maulburg schloss einen Kooperationsvertrag mit der Diakonie, zunächst bis Ende 2027, weil es bis Ende 2027 auch Zuschüsse aus dem Programm dem ESF plus-Programm zur „Stärkung der Teilhabe älterer Menschen“ gab. Da das ESF-Programm inzwischen bis 2028 verlängert wurde, stimmte der Gemeinderat geschlossen für eine Verlängerung der Kooperation bis Ende 2028.

Außerdem befürwortete das Gremium, dass die Gemeinde Maulburg von 2026 bis 2028 einen Anteil von jährlich 14 570 Euro an den Kosten trägt (30 Prozent). Ohne Zuschuss würde die halbe Stelle der Seniorenbeauftragten mit allen Nebenkosten rund 40 000 Euro kosten, hob Bürgermeisterin Lang den finanziellen Vorteil hervor.

Schon im Jahr 2025 kamen 18 ältere Menschen zu Radlbeck-Dantona in die Beratung - am häufigsten mit Fragen rund um Gesundheit und Existenzsicherung. Aber auch die Suche nach barrierefreiem, bezahlbarem Wohnraum beschäftigte die Menschen, wie die Seniorenbeauftragte auf Nachfrage von Georg Racke (SPD) erklärte.

Barrierefrei und bezahlbar

Sie schilderte den Fall einer 83-jährigen Dame. Mit der Begründung, sie sei zu alt, finde diese Dame weder auf dem freien Markt noch in einer Seniorenwohnanlage ein geeignetes Appartement.

Die meisten Ratsuchenden waren jünger als 75 Jahre, zwölf von ihnen waren allein stehend, sechs lebten in finanziell prekären Verhältnissen.

Ob sich ältere Menschen im eher ländlich geprägten Maulburg einsam fühlten, fragte Stephanie Scarr (WfM). Das sei individuell sehr unterschiedlich, sagte Radlbeck-Dantona.

Auf Nachfrage erklärte die Seniorenbeauftragte außerdem wie sie Menschen in prekären finanziellen Situationen helfen kann: Sie könne solche Menschen an die Schuldnerberatung der Diakonie und auch an die für Sozialleistungen zuständige Stelle im Rathaus, mit der sie sehr gut zusammenarbeite, vermitteln, so Silke Radlbeck-Dantona. Sie selbst helfe zum Beispiel bei Anträgen auf Wohngeld.

Hilfe bei Anträgen

Neben der Beratung bemühe sie sich bislang vor allem darum, andere Akteure in Maulburg kennenzulernen, schilderte die Seniorenbeauftragte.

Auf Nachfrage von Christian Leszkowski (SPD) zählte sie erste Aktivitäten auf: Sie stellte sich bereits in Jessica Langs Bürgersprechstunde vor, beim Verein Zeitbank plus oder beim kirchlichen Altennachmittag. Am ersten Oktober, dem internationalen Tag der Älteren, trafen sich Senioren und Neuntklässler der Wiesentalschule zum Erfahrungsaustauschund wollen den Kontakt nun fortsetzen.

Kontakte mit der Jugend

Für das Jahr 2026 hat Silke Radlbeck-Dantona viel vor: Mit engagierten Bürgern plant sie bereits einen monatlichen Seniorenmittagstisch als Treffpunkt.

Auf Wunsch von älteren Menschen möchte sie einen Seniorenbeirat als Interessensvertretung einrichten. Außerdem ein Digitalcafé, in dem geschulte Jugendliche oder Erwachsene Älteren am Handy oder Computer helfen. Zwei bis dreimal wünscht sich die Seniorenbeauftragte ein Netzwerktreffen mit allen Akteuren, „idealerweise mit Kommune, Vereinen und engagierten Einzelpersonen“.

Akteure aus dem Gesundheitsbereich wie Apotheken und Physiotherapeuten sowie Vereine hat sie bereits angeschrieben. Sogar zum Berufsverband der Schornsteinfeger hat die Seniorenbeauftragte Kontakt aufgenommen, weil diese unter Umständen frühzeitig Hinweise auf Vereinsamung von Senioren geben könnten: Sie habe erfahren, dass Schornsteinfeger in ihrer Ausbildung lernen, bei Hausbewohnern auf solche Signale zu achten.

Hilfe vom Schornsteinfeger

Eine Bürgerin schlug vor, dass die Gemeinde Maulburg im Verein Zeitbank plus Mitglied wird, der über Stundenkonten Nachbarschaftshilfe organisiert.