Der Marienbrunnen vor dem Hüfinger Rathaus mit der Stadtkirche St. Verena im Hintergrund. Foto: Roland Sigwart

DRK-Helfer Alexander Buttler und Dirigent Matthias Mayer erklären, was sie für das Ehrenamt motiviert. So wollen sie sich für andere Menschen einsetzen und Hüfingen ein Stück besser machen.

Viele Menschen tragen dazu bei, dass Hüfingen eine lebenswerte Stadt ist – und das auch bleibt. Ihre Unterstützung zeigen sie in unterschiedlichen Facetten. Dabei sind sie mit vollem Herzen bei der Sache.

 

Egal ob Familien mit Kindern, Paare oder Einzelpersonen – alle sollen sich mit ihrer Heimatstadt und deren fünf Ortsteilen identifizieren können.

Alexander Buttler will helfen Einer davon ist der 39-jährige Alexander Buttler. Er lebt in Hüfingen und tut das auch gerne. Warum das so ist, dafür hat er auch einige Gründe parat.

Nähe zum Bodensee

„Wir haben hier eine tolle Infrastruktur – wir sind schnell in der Schweiz und schnell am Bodensee“, erklärt er. „Die Lebensqualität in Hüfingen ist hoch.“ In der Stadt gebe es eine enge soziale Gemeinschaft: „Wer sich hier integrieren will, der kann das sehr gut.“

Bereits seit seiner Jugend ist Bereitschaftsleiter Alexander Buttler beim Roten Kreuz aktiv. Foto: DRK Hüfingen

Zudem habe die Stadt mit rund 8000 Einwohnern eine überschaubare Größe: „Schule und Kita sind leicht zu erreichen – und schnell“, sagt er. Buttler schätzt die Sicherheit und Ruhe in der Stadt: „Es gibt wenig Kriminalfälle, die Wohnviertel sind ruhig.“

Zur Sicherheit gehört auch die medizinische Versorgung im Notfall. Und daran hat Alexander Buttler seinen Anteil. Er ist Bereitschaftsleiter beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Hüfingen: „Wir haben ein zuverlässiges Helfer-vor-Ort-System. Das gibt es nicht in jeder Stadt.“ Gestützt werde das durch das DRK in Hüfingen, „durch die Spenden, die gesammelt werden.“ Fallen die aus, lässt sich das System nicht mehr stützen.

Leuten helfen: „Eine persönliche Erfüllung“

Der Helfer vor Ort ist meist die erste Person, die bei einem Notfall parat sein kann. Die Gruppe in Hüfingen kommt dabei im Jahr 2023 auf über 450 Einsätze. So etwas ist auch eine Frage des Geldes: „Das muss finanziert werden, was nicht einfach ist“, so Buttler. Seine Tätigkeit beim Roten Kreuz habe ihn schon von klein auf geprägt: „Ich war ja schon im Jugend-Rotkreuz.“ Und was fasziniert ihn daran? „Aufgrund der Expertise, die man dort erlernt, kann man Leuten im Notfall extrem schnell helfen.“ Anderen zu helfen, das sei für Buttler „eine persönliche Erfüllung.“

„Viele sind in solchen Extremsituationen überfordert. Wenn man dann dazukommt und genau weiß, was zu tun ist – das ist extrem wertvoll“, sagt Alexander Buttler. In solchen Situationen zu helfen, das hat für ihn auch noch einen Wert, der über die reine Hilfeleistung im konkreten Fall hinausgeht: „Die Gesellschaft positiv verändern, das gibt mir ein starkes Gefühl von Zufriedenheit und Sinn.“

Matthias Mayer hilft mit Musik Wer auf der Baar etwas mit Musik zu tun hat, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Namen Matthias Mayer in Berührung gekommen. Der 53-jährige Fürstenberger ist nämlich der Inbegriff eines Vollblutmusikers. Egal ob als Dirigent beim Musikverein Fürstenberg oder beim örtlichen Gesangsverein Eintracht Fürstenberg, als Musiklehrer oder gar als Musiker in einigen kleinen Besetzungen und beim Musikverein Brigachtal oder als Mitglied des Fördervereins zur Bläserschule der Gesamtstadt Hüfingen – der hauptberufliche Elektriker ist da, wo musiziert wird.

Matthias Mayer liebt die Musik: Egal ob als Dirigent, Musiker oder Musiklehrer. Foto: Andrea Hauger

„Ich hatte bereits früh sehr viel Spaß am Musizieren. Ich erlernte in meiner Jugend das Klarinette spielen. Dies machte mir jedoch nicht so viel Spaß und so kam ich durch meine Schwester zum Posaune spielen, was ich mir teilweise selbst beibrachte“, erinnert sich Matthias Mayer zurück. Im Anschluss erlernte er dann das Bariton spielen und als beim Musikverein Fürstenberg ein Bassist fehlte, erlernte er kurzerhand auch noch dieses Instrument.

Dirigentenschein absolvierte er 1988

Im Jahr 1988 dann war es so weit: Matthias Mayer absolvierte den C3-Kurs des Blasmusikverbandes – den Dirigentenschein. Nur fünf Jahre später, im Jahr 1993, übergab sein Vater dann den Taktstock des Musikvereins Fürstenberg an seinen 22-jährigen Sohn. Dieser übernahm allerdings nicht nur den Taktstock, sondern brachte als Musiklehrer auch vielen Fürstenbergern ihr Instrument bei: „Es macht mir sehr viel Spaß, jungen Leuten die Musik näherzubringen“, erklärt Mayer. Sein großes Ziel ist es, den guten musikalischen Stand der Musikkapelle Fürstenberg beizubehalten.

Dass ihm dies nicht nur als Ausbilder, sondern auch als Dirigent sehr gut gelingt, zeigte die Auszeichnung beim Wertungsspiel im Jahr 2015 in Karlsruhe: Die Musikkapelle Fürstenberg schnitt in der Oberstufe mit hervorragendem Erfolg und somit mit dem besten Prädikat ab. Können gepaart mit Leidenschaft, das scheint eine erfolgversprechende Konstellation zu sein. Und was macht Mayer aktuell im musikalischen Bereich? „Ich unterrichte vor allem die Musiktheorie bei den Jugendlichen. Hierbei geht es vor allem darum, den Jugendlichen beizubringen, dass dies ein großer Bestandteil vom musikalischen Können ist“, erklärt Matthias Mayer.

Daten und Fakten

Hüfingen
Die Stadt Hüfingen gehört zum Schwarzwald-Baar-Kreis, breitet sich dort auf einer Fläche von 5853 Hektar aus, gibt 7872 Bürgern ein Zuhause – 134 Einwohnern pro Quadratkilometer. Täglich pendeln 3339 Bürger ein, während 1860 zu ihrer Arbeitsstätte auspendeln. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung liegt bei 43,3 Jahren. Die Miete in Hüfingen liegt bei einem Quadratmeterpreis von 6,46 Euro. Eine Wohnung kostet hier pro Quadratmeter 2425,83 Euro, ein Haus pro Quadratmeter 3090,29 Euro. Hüfingen hat keinen Fernverkehr-Anschluss, verfügt aber über eine Anbindung an das Regionalbahnnetz.

Bildung
Eine Grundschule, eine Gemeinschaftsschule, ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ).

Bautätigkeit
Aktuell gibt es in Hüfingen 33 freie Bauplätze, die angeboten werden: Auf Hohen Erweiterung: drei Bauplätze; Baarblick-Behla: zehn Bauplätze; Breiten II – Mundelfingen: ein Bauplatz; Hondinger Straße – Fürstenberg: 19 Bauplätze.

Kitaplätze
Im U3-Bereich gibt es aktuell 84 Plätze, 72 Plätze in Krippen und altersgemischten Gruppen, plus zwölf Plätze in der Tagespflege. Im Ü3-Bereich sind es 340 Plätze.

Gesundheitsstruktur
Hüfingen verfügt über ein Pflegeheim sowie zwei Ärzte.

Wissenswertes
Hüfingen verfügt über eine interessante römische Vergangenheit. Nach dem Bau eines Militärlagers um 15 vor Christus entstand etwa 50 nach Christus auf dem Plateau Galgenberg über den Strukturen der keltischen Festung ein römisches Kastell für eine Reiterkohorte von circa 1000 Mann. Der frühere Handelsweg wurde als römische Straße ausgebaut. Jenseits der Breg entstand damals eine römische Zivilsiedlung für Handwerker und Händler. Der Name des Standorts Brigobannis stammt aus dem Keltischen. Viel erfahren über die römische Geschichte der Kleinstadt lässt sich auch durch einen Besuch des Römerbads.

Unsere Daten
Wer prägt das Leben in den Städten und Gemeinden im Schwarzwald Welche Bedingungen finden Familien, Häuslebauer und Arbeitnehmer vor? 2023 wurde der Atlas der Region mit mehr als 120 Orten gestartet. Nun geht es weiter mit dem Blick auf Menschen, die sich dafür einsetzen, das Leben hier besser zu machen.