Sind mehr als zuversichtlich: Frank Schroft, Vorsitzender des Zweckverbands IIGP, und dessen Geschäftsführerin Heike Bartenbach. Foto: Karina Eyrich

Wie geht es voran mit dem Interkommunalen Industrie- und Gewerbepark Zollernalb (IIGP)? Heike Bartenbach hat im Gemeinderat berichtet.

Nachdem die MVV, die auf dem Gelände des IIGP eine Bioabfall-Vergärungsanlage errichten wollte, abgesprungen ist, hatten die Stadträte der Bürgerliste wissen wollen, wie es mit der Entwicklung des IIGP grundsätzlich vorangehe – und in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Antworten bekommen von Heike Bartenbach, der Geschäftsführerin des Zweckverbands IIGP.

 

Die Bauleitplanung für das Gelände, das seit 1. Februar offiziell dem Zweckverband gehört, sowie die europaweite Ausschreibung der Erschließungsplanung und die Umstellung der Wärmeversorgung auf Hackschnitzel durch den Landkreis Zollernalb seien 2023 die dominierenden Aufgaben gewesen, berichtete Bartenbach und nannte auch die Aufgaben für 2024: die Übernahme des Stromnetzes, die Klärung der Mietverhältnisse für die Gebäude, Waldpflege- und Artenschutzmaßnahmen, das Energiekonzept sowie das Erstellen einer Internetseite und das Entwickeln von Marketing. Auch das Unternehmerfrühstück, das der frühere Konversionsmanager Christoph Dickmanns eingeführt hatte, soll wieder aufleben.

Der Bebauungsplan, an dem sich die Träger öffentlicher Belange bereits frühzeitig beteiligt hätten, soll 2025 Rechtskraft erlangen, erklärte die Geschäftsführerin, wobei es möglich sei, bei Bedarf auch für Teilflächen einen Bebauungsplan aufzustellen, damit es schneller geht, wenn Anfragen kommen.

In acht Abschnitte ist die Erschließung unterteilt (siehe Info). Wie gut die Zusammenarbeit mit Planungsbüros und Genehmigungsbehörden laufe, betonte Bartenbach mehrfach:

Alternative Investoren sind bereits in Sicht

Der Zeitplan werde eingehalten und nach der MVV erhielten auch andere Unternehmen „eine sehr gute Unterstützung“, versprach sie. Erste Gespräche mit mehreren alternativen Investoren seien bereits geführt worden. Für Lagerflächen und großflächigen Einzelhandel, für Logistik-Betriebe und Vergnügungsstätten solle die wertvolle Industriefläche allerdings nicht genutzt werden.

Vielmehr wünscht sich der Zweckverband Industrie und Produktion, besonders gerne dann, wenn Unternehmen aus der Region erweitern wollen, sowie innovative Firmen, etwa aus der Bioökonomie, der Medizintechnik, der Kreislaufwirtschaft und der „Grünen Wirtschaft“. Aktuelle Anfragen gebe es aus den Branchen Bau, Energiewirtschaft, Textil und Fortbildung.

Bartenbach wies außerdem darauf hin, dass sich die einstigen Mannschaftsgebäude sehr gut als Verwaltungsbüros nutzen und durch Produktionshallen ergänzen ließen. Verkauft werden soll auch das ehemalige Soldatenheim, dessen Abbruchkosten den Grundstückswert überstiegen.

„Werden die Firmen Schlange stehen?“

Bürgerliste-Fraktionschef Oliver Rentschler wollte wissen, ob es tatsächlich stimme, was Christoph Dickmanns immer prophezeit habe: dass die Investoren Schlange stehen würden. Dessen sind sich sowohl Bartenbach als auch Zweckverbandsvorsitzender Frank Schroft, Bürgermeister von Meßstetten, sicher, da Industriefläche rar sei.

„Aber Konversion braucht Zeit. Albstadt, Balingen, Nusplingen und Obernheim sind nicht Mitglieder des Zweckverbands, weil sie glaubten, das wird nix.“ Eine Ankernutzung mit 70 Arbeitsplätzen sei ja bereits dort, nämlich eine Landes- und eine Kreisbehörde. Demnächst ziehe das Jugendamt mit weiteren Arbeitsplätzen ein. Heike Bartenbach berichtete von der jüngsten Anfrage eines jungen, innovativen Unternehmens und einer Firma mit 150 Arbeitsplätzen.

Info: Die Erschließungsabschnitte des Interkommunalen Industrie- und Gewerbepark Zollernalb (IIGP)

Abschnitt 1
Die Erschließung ab Frühjahr, elf Monate lang, soll 1,7 Millionen Euro für eine Verkehrsfläche von 1200 Quadratmeter kosten.

Abschnitt 2
im Süden soll ab Frühjahr 2025 acht Monate lang für drei Millionen Euro erschlossen werden. Die Verkehrsfläche ist 2000 Quadratmeter groß.

Abschnitt 3
im Süden soll ab Frühjahr 2026 zehn Monate lang für 3,1 Millionen Euro erschlossen werden. 3000 Quadratmeter Verkehrsfläche sind geplant.

Abschnitt 4
ist die Sanierung der Geißbühlstraße ab 2027 in sechs Monaten Bauzeit für eine Million Euro auf 5500 Quadratmetern Verkehrsfläche.

Abschnitt 5
ist die Sanierung des südwestlichen Bestands ab Sommer 2027. 3,5 Millionen Euro werden in zwölf Monaten verbaut auf 7900 Quadratmetern.

Abschnitt 6
ist die Sanierung des westlichen Bestands, die im Sommer 2028 beginnt, zwölf Monate dauert, 3,5 Millionen Euro kostet und 5500 Quadratmeter Verkehrsfläche einschließt.

Abschnitt 7
die Betonfläche im Westen samt Kreisverkehr, wird ab Herbst 2029 erschlossen: zehn Monate lang für drei Millionen Euro Baukosten. 4500 Quadratmeter Verkehrsfläche werden geschaffen.

Abschnitt 8
der östliche Bestand, wird ab Sommer 2030 für 15 Monate und 4,5 Millionen Euro Kosten saniert. 6500 Quadratmeter umfasst die Verkehrsfläche.