209 Kinderwünsche erfüllten die Geschenkpaten in diesem Jahr über den Wunschbaum – darüber freut sich nicht nur Wirkstatt-Leiterin Antonia Musacchio Torzilli. Foto: Helen Moser

Etliche Familien in St. Georgen müssen mit einem kleinen Budget auskommen – auch an Weihnachten. Der Kinderwunschbaum sorgt für eine schöne Bescherung.

Tausende Geschenke werden an den Weihnachtstagen in ganz St. Georgen unter den Weihnachtsbäumen liegen – und viele davon bringen sicherlich einmal mehr Kinderaugen zum Strahlen. Gut 200 der Geschenke stammen aus einer ganz besonderen Quelle – sie wurden über den Wunschbaum vermittelt, den die Stadtverwaltung in diesem Jahr zum mittlerweile 14. Mal im Rathaus aufgestellt hatte.

 

Wobei es mit dem Aufstellen des Wunschbaums längst nicht getan ist, wie Wirkstatt-Leiterin Antonia Musacchio Torzilli weiß. Die Vorbereitungen für den Kinderwunschbaum starteten stets schon viel früher, berichtet sie – und gehen spätestens in den Wochen und Monaten vor Weihnachten in die heiße Phase.

Die Wunschkarten, die im November am Baum im Rathaus hängen, werden Musacchio Torzilli zufolge gezielt über die Beratungsstellen in St. Georgen ausgegeben. Diakonie, Schulsozialarbeit, Integrationsfachdienst und Wirkstatt seien die Anlaufstellen dafür. Einen konkreten Nachweis brauche es nicht, sagt Musacchio Torzilli. „Aber wir kennen die Familien fast zu 100 Prozent.“

Der Bedarf für den Wunschbaum sei durchaus da, weiß die Wirkstatt-Leiterin: „Es gibt etliche Familien in St. Georgen, die mit einem kleinen Budget auskommen müssen.“ Für Weihnachtsgeschenke bleibt da nicht viel finanzieller Spielraum – vor allem vor dem Hintergrund der Preissteigerungen der jüngeren Vergangenheit.

Mehr als 200 Wünsche erfüllt

209 ausgefüllte Karten seien in diesem Jahr bei der Stadtverwaltung eingegangen, berichtet Musacchio Torzilli – das entspreche etwa der Zahl der vergangenen Jahre. 2024 wurden 192 Geschenke über den Wunschbaum vermittelt; im Vorjahr waren es 190 gewesen. Etwas wünschen dürfen sich beim St. Georgener Wunschbaum Kinder bis 14 Jahre.

Zahlreiche Wünsche gingen bei der Stadtverwaltung ein. Besonders beliebt waren in diesem Jahr warme Winterklamotten. Foto: Helen Moser

Und was stand so auf den Wunschkarten? Wie immer seien Spielzeuge beliebt gewesen, sagt die Wirkstatt-Leiterin. Auffällig sei jedoch gewesen, dass sich in diesem Jahr besonders viele Kinder warme Winterkleidung gewünscht hätten – deutlich mehr als noch in den vergangenen Jahren.

Ein Geschenkpate kommt sogar aus Freiburg

Doch das war nicht die einzige Auffälligkeit in diesem Jahr, wie Musacchio Torzilli berichtet: Ganz deutlich habe man in diesem Jahr gespürt, dass der Kinderwunschbaum immer weitere Kreise zieht. Eine Frau sei eigens aus Titisee-Neustadt angefahren, um sich als Geschenkpatin zu engagieren. Und ein Mann aus Freiburg, der von der Aktion gehört hatte, steuerte die Finanzmittel für gleich 60 Geschenke bei.

In den Wochen vor Weihnachten können die Geschenke im Rathaus abgeholt werden. Foto: Helen Moser

Letzteres sei ein besonderer Glücksfall gewesen – hingen doch kurz vor Ende der Aktion noch immer zahlreiche Wunschkarten am Baum. Die Schuld dafür sieht Musacchio Torzilli vor allem beim Wetter: Der Wintereinbruch mit starken Schneefällen und kalten Temperaturen im November habe sicher den einen oder anderen davon abgehalten, beim Wunschbaum im Rathaus vorbeizuschauen. Umso mehr freut sie sich, dass schlussendlich doch noch alle 209 Kinderwünsche erfüllt werden konnten. „Am Ende waren sogar noch ein paar wenige Leute da, die dann keine Geschenkkarten mehr vom Baum abhängen konnten“, erinnert sie sich.

Die 15. Auflage ist schon in Planung

Nachdem nun in den Wochen vor Weihnachten noch alle Geschenke im Rathaus gesammelt und dann an die jeweiligen Kinder ausgegeben wurden, steht einer schönen Bescherung nun nichts mehr im Weg – und auch eine Wiederholung der Wunschbaum-Aktion im kommenden Jahr ist bereits eingeplant.