Wegen eines Motorschadens schafft die Stadt Weil am Rhein vor der Zeit zwei neue Dienstwagen für ihre Mitarbeiter an. Manchen im Rat ist das zu teuer.
Die ursprünglich für das kommende Jahr geplante Anschaffung zweier Ersatzfahrzeuge als Dienstwagen für Mitarbeiter der Stadt wird auf dieses Jahr vorgezogen. Der Grund: Beide Fahrzeuge weisen einen hohen Abnutzungsgrad auf, eines davon blieb außerdem Anfang Juli mit einem Motorschaden liegen.
Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmte der Rat der außerplanmäßigen Ausgabe für die Beschaffung der zwei Fahrzeuge zu.
Die Stadtverwaltung hatte im Jahr 2026 zwei Elektroautos für Mitarbeiter des Rathauses und den Gemeindevollzugsdienst angeschafft, heißt es zum Hintergrund. Zugleich war die entsprechende Ladeinfrastruktur angeschafft worden. Daher sollte es sich auch bei den Ersatzwagen um E-Autos handeln.
Dass für die neuen Wagen eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 65 000 Euro fällig werden würde, hatte Hauptamtsleiterin Annette Huber bereits im Finanzausschuss angekündigt.
Angebote liegen der Stadt bereits vor
Sie hatte im Vorfeld Angebote eingeholt und dabei auch den Kauf eines gebrauchten Elektroautos in Erwägung gezogen. Diese konnten noch nicht abschließend geprüft werden. 65 000 Euro sei der maximale Betrag, der für die Ersatzfahrzeuge ausgegeben werde.
Im Stadtrat ging die Genehmigung dieser Summe nicht ohne Widerspruch über die Bühne. Thomas Harms kündigte für die FDP-Fraktion an, dem nicht zuzustimmen.
„Das erscheint uns viel“, sagte er. E-Autos seien für 15 bis 20 000 Euro zu haben. Das wären zusammen 40 000 Euro. „Wir müssen nicht in die Vollen gehen.“
Vier Personen sollten in den Autos jeweils sitzen können
Oberbürgermeisterin Stöcker wies dies zurück. Es würden Viersitzer benötigt, denn oft seien mehrere Mitarbeiter zusammen in dem Auto unterwegs. Die bekomme man nicht zu so einem Preis.
Auch Matthias Dirrigls (SPD) Anregung, als Stadt Car-Sharing in Erwägung zu ziehen, gern auch im Verbund mit anderen Kommunen am Oberrhein, erteilte Stöcker eine Absage. Zwei Dienstautos seien ohnehin sehr wenig. Diese würden viel benutzt. Darüber hinaus greife die Stadt bei notwendigen Fahrten übrigens bereits jetzt schon auf Car-Sharing zurück.
Leasing ist in der Summe teurer
Danny Neumann (CDU) brachte schließlich noch die Idee ins Spiel, Wagen zu leasen. Diese Möglichkeit sei bereits durchgerechnet worden, wenn man, wie bei den nun ausscheidenden Autos, eine Nutzungsdauer von neun Jahren annimmt, erklärte Stöcker. Sie wäre auf jeden Fall teurer ausgefallen.
Dass er keine Ahnung habe, was E-Autos kosteten, warf Bernhard Scharf (Grüne) – selbst E-Auto-Fahrer – Thomas Harms vor. Seine Grünen-Fraktion hatte da bereits Zustimmung zu der Ersatzbeschaffung signalisiert.
Auf einen Antrag zur Geschäftsordnung Axel Schiffmanns hin, diese Debatte nun zu beenden, wurde daraufhin die Abstimmung vollzogen.