Der Tennisclub Schenkenzell will in seine Anlage am Bühl rund 260 000 Euro investieren. Eine Förderung durch Leader käme der Gemeinde finanziell entgegen.
Mehrere Vorstandsmitglieder des Tennisclubs (TC) Schenkenzell waren in die Sitzung des Gemeinderats gekommen. Sie wollten die Entscheidung über ihren Förderantrag an die Gemeinde aus erster Hand erfahren. Wie der stellvertretende Vorsitzende Michael Thau darin mitteilte, verfolge der Verein die dringend anstehende Sanierung der Tennisanlagen schon seit längerer Zeit. Nachdem die Corona-Pandemie das Vorhaben gebremst habe, werde nun mit neuer Vorstandschaft die Mammutaufgabe angegangen. Alle drei vorhandenen Sandplätze müssten grundlegend saniert werden.
Nach dieser langen Nutzungszeit bestünde das Problem der Plätze darin, dass die Drainagewirkung des Unterbaus nicht mehr überall auf der Fläche funktioniere. Die Beregnungsanlage arbeite nicht mehr zufriedenstellend, Materialermüdungen machten zu schaffen, und an der Einzäunung nage nach mehr als 40 Jahren der Zahn der Zeit, schilderte Thau den aktuellen Zustand der Anlage im Förderantrag.
Für die 1983 gebauten, zwei zusammenliegenden Plätze wolle der Verein eine Beleuchtung installieren, um mit einem neuen Belag, der auch für Rollstuhltennis geeignet sei, die Vorteile einer ganzjährigen Bespielbarkeit zu nutzen. Zudem sei geplant, die sanitären Anlagen im Vereinsheim zu sanieren. „Barrierefreie zugängliche Rollstuhltennisplätze gibt es in der Region unseres Wissens nach noch nicht“, hob der Vize-Chef das Vorhaben als Alleinstellungsmerkmal hervor und fügte an: „Für Spieler mit Behinderung steht dann nicht nur eine moderne Allwetteranlage zur Verfügung, sondern auch ein barrierefreier Zugang und ein rollstuhlgerechtes WC.“
Neuer Belag spart Wasser ein
Wasserknappheit werde in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema sein. Mit dem neuen Belag werde erheblich Wasser eingespart, da die Plätze nicht mehr im bisherigen Umfang beregnet werden müssten und kaum noch Wasser benötigten.
Mit der Leader-Geschäftsstelle in Schiltach habe es Gespräche über eine mögliche Förderung gegeben. „Wenn unser eingereichter Antrag bewilligt wird, bedeutet dies die günstigste Förderpraxis für die Gemeinde“, schrieb Thau im Förderantrag.
Bürgermeister Bernd Heinzelmann sprach angesichts des Vorhabens des Tennisclubs von einem „Leuchtturmprojekt“, das unterstützt werden müsse. Der neue Sandplatz werde in der Anschaffung teurer sein, aber deutlich günstiger in der Unterhaltung und langlebiger. Damit der Verein von Leader eine Förderung erhalte, müsse die Gemeinde zusagen, sich mit 40 Prozent zu beteiligen. Dies bedeuteten rund 40 000 Euro. Die Gemeinde würde diese Summe auf 50 000 Euro noch aufstocken. „Es kann allerdings passieren, bei Leader eine Ehrenrunde drehen und einen zweiten Antrag stellen zu müssen. Am 26. November fällt die Entscheidung über den Erstantrag“, wusste Heinzelmann.
Das sagen die Räte
Falls die Förderung über Leader nicht zustande kommt, beträgt der vom Verein beantragte Zuschuss von der Gemeinde rund 100 000 Euro. Rat Stefan Maier argumentierte, in der Gemeinde gebe es Vereine, die seien auf eigene Anlagen angewiesen. Die Idee und das Konzept fände er gut, alles habe Hand und Fuß. Ein solches Vorhaben könne der Verein nicht alleine stemmen, da brauche es seitens der Gemeinde Unterstützung. Auch Werner Kaufmann sah die Kommune in der Pflicht, eine entsprechende Förderung zu gewähren. Wenn es mit Leader nicht klappe, werde es schwierig. „Mir gefällt, dass extrem viel Wasser gespart und ganzjährig gespielt werden kann“, lobte Kaufmann. Auch Matthias Lehmann sah die Zeit für eine Sanierung der Plätze gekommen.
Einstimmig befürwortete das Ratsgremium, sich bei der Leader-Förderung mit 40 Prozent zu beteiligen und dem Tennisclub eine Förderung von insgesamt 50 000 Euro zu gewähren.
So sieht die Finanzierung aus
Gesamtkosten
260 800 Euro
Zuschuss Badischer Sportbund
54 800 Euro
Zuschuss Leader
60 000 Euro
Zuschuss Gemeinde
50 000 Euro
Zuschuss Gemeinde
96 000 Euro