In seine Rolle als Ortsvorsteher findet er sich langsam ein: Peter Reinacher. Foto: Beatrice Ehrlich

Wie lief das Jahr 2025 im Weiler Teilort Haltingen? Und was steht 2026 an? Ortsvorsteher Peter Reinacher gibt Auskunft bei einem Ortstermin im Haltinger Rathaus.

In seine neue Rolle hat sich Peter Reinacher, seit 1. September 2024 ehrenamtlicher Ortsvorsteher von Haltingen, mittlerweile schon recht gut eingefunden.

 

„Alles braucht seine Zeit“, sagt er. Noch müsse er hier und da nachfragen, aber eine berufliche Lehre gehe ja auch drei Jahre: „So lange brauche ich hoffentlich nicht.“

Anstoßen konnte er schon so manches. So ist auf seine Initiative hin jüngst die Innentreppe des Haltinger Rathauses erneuert und mit Holzbohlen belegt worden.

Die Räume der Ortsverwaltung werden zur Zeit neu gestrichen, weg vom gelb, hin zu einem helleren Grau.

Neue Treppe, neuer Anstrich, funktionierende Uhr

Bereits vor seiner Ankunft war die Heizung in der Ortsverwaltung von einem Gas- auf einen Pelletkessel umgerüstet worden, so sei das Wichtigste instand, freut er sich.

Erst vor kurzem wurde die Uhr auf dem Dach gerichtet, Reinacher muss sie nun nur noch richtig stellen.

Was den Ortsvorsteher im vergangenen Jahr am meisten beschäftigt hat, ist die Ertüchtigung der Haltinger Festhalle. Sie soll noch in diesem Jahr erfolgen. „Das bedeutet mir viel“, sagt Reinacher, „nicht nur für mich, sondern für alle Vereine in Haltingen“.

Da sie derzeit den Brandschutzvorschriften nicht entspricht, durften sich in den vergangenen Jahren nur 199 Personen gleichzeitig in der Halle aufhalten.

Für die Weihnachtsfeier des TV Haltingen, dessen langjähriger Vorsitzender Peter Reinacher ist, reichte das nicht aus. Sie musste mehrere Jahre hintereinander in der Märkter Altrheinhalle stattfinden.

Soll bald wieder wie früher genutzt werden können: die Haltinger Festhalle. Foto: Beatrice Ehrlich

Zusammen mit Bürgermeister Lorenz Wehrle und dem Architekturbüro Wilhelm und Hovenbitzer aus Lörrach wurde nun – nach vielen Treffen, wie Reinacher betont – eine bezahlbare Lösung gefunden für die Sanierung der Halle. Denn sie wird, so wie es aussieht, in absehbarer Zeit nicht wie ursprünglich angedacht durch eine neue ersetzt werden.

Die Halle soll schnell geräumt, der Rauch abgezogen werden

Über die Fensterfront und eine Druck-Entrauchermaschine, unterstützt von großen Ventilatoren soll Rauch im Brandfall schnell nach außen abgezogen werden können. Weitere Ausgänge sollen die Räumung der Halle in kürzester Zeit ermöglichen.

„So konnten wir die Kompletterneuerung des Daches umgehen“, zeigt sich Reinacher erleichtert.

Die Pläne sollen im Juli oder August umgesetzt werden und wohl bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Auch eine neue Rampe am Eingang gehört dazu, um Barrierefreiheit herzustellen. Die nächste Weihnachtsfeier des Turnvereins gedenkt Reinacher bereits dort zu feiern. Der Ortsvorsteher geht davon aus, dass die Halle für sportliche Aktivitäten und die Vereine während der Bauarbeiten benutzbar bleibt.

Rund 750 Personen sollen in der ertüchtigten Halle Platz finden, womit sie wieder, wie früher, die größte Halle im Weiler Stadtgebiet wäre, so Reinacher.

Mit Fremdvermietungen würde man aufgrund der schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit erst einmal abwarten, informiert er.

Am Haltinger Bahnhof stagnieren die Arbeiten

Weniger erfreulich sind die Entwicklungen am Haltinger Bahnhof. Während das Bahnhofsumfeld von der Stadt Weil fertiggestellt wurde und im Frühjahr mit einer kleinen Feier eröffnet werden soll, hat sich die Eröffnung des Bahnhofs selbst um mindestens ein Jahr weiter nach hinten verschoben.

Neue Grüninsel, neuer Gehweg, neue Lampen: Das Haltinger Bahnhofsumfeld ist längst fertiggestellt, die Eröffnung des Bahnhofs lässt noch auf sich warten (Archivfoto). Foto: Beatrice Ehrlich

Statt Ende 2026 steht nun Ende 2027 als Eröffnungsdatum im Raum. Von da an sollen die Regionalzüge dann barrierefrei vom neuen Bahnhofsumfeld aus in Richtung Freiburg starten. Die langen Treppen zu den Gleisen hinunter am Haltinger Steg sollen dann der Vergangenheit angehören.

Die errichtete Infrastruktur; eine Pergola, ein Unterstand und Sitzbänke wurden unterdessen schon von Nachtschwärmern in Besitz genommen und zum Teil auch verunstaltet. Glasscherben und anderer Unrat würden von der Stadtverwaltung weggeräumt, berichtet Reinacher.

Einen Ort, wo die Haltinger Jugendlichen sich abends treffen könnten, gebe es seit vielen Jahren nicht, räumt er auf Nachfrage ein.

In der Haltinger Schule sei zuletzt mehr Ruhe eingekehrt. Der Ortschaftsrat unterstütze voll und ganz die kommissarische Schulleiterin Claudia Falb, hebt Reinacher hervor.

Noch in den Knochen sitzt ihm, wie wohl vielen Haltingern und Weilern, die hohe Zahl von gewaltsam zu Tode gekommenen Menschen im November, sei es durch den schweren Busunfall am 8. November, den tödlichen Arbeitsunfall im Haltinger Gewerbegebiet am 14. November, oder in anderen Zusammenhängen.

„Das war eine heftige Zeit“, sagt der Ortsvorsteher. Dieser Tage muss er auch an die vielen Opfer bei der Brandkatastrophe in einer Bar im schweizerischen Crans-Montana denken, fügt er an.

Info: Beim Bürgerempfang am 16. Januar, ab 18 Uhr, am Feuerwehrgerätehaus, soll es, umrahmt vom Musikverein, um das kommende Jahr im größten Weiler Teilort gehen. Alle Einwohner sind dazu eingeladen. Vom guten Besuch der Premiere des Bürgerempfangs in dieser Form im vergangenen Jahr war Ortsvorsteher Reinacher sehr angetan.