Es wird von seinen Fans heiß erwartet: Das seit 55 Jahren alljährlich erscheinende Lörracher Stadtbuch. Die Ausgabe 2025 liegt nun druckfrisch vor.
Wie feierte noch mal die Lörracher Feuerwehr ihr Jubiläum? Wie viele Beschäftigte des öffentlichen Dienstes streikten in Lörrach im Februar 2025 und warum? Wann wurde die neu gestaltete Fußgängerzone eingeweiht? All das lässt sich in der von Historiker Hubert Bernnat mit viel Akribie, Sorgfalt und Fleiß erstellten Chronik des Jahres 2025 nachlesen.
Immer wieder stößt man dabei auf Ereignisse, Daten und Personen, die man vielleicht schon wieder vergessen hat oder sich fragt: War das tatsächlich erst vergangenes Jahr? Auch darum habe die Chronik eine wichtige Rolle als Dokumentation des Stadtgeschehens, unterstreicht Oberbürgermeister Jörg Lutz die Bedeutung des Stadtbuchs bei dessen Präsentation vor der Presse.
„Ich muss immer wieder staunen“
„Beim Durchlesen muss auch ich immer wieder staunen, was alles an kulturellen, sportlichen oder sozialen Ereignissen in Lörrach im abgelaufenen Jahr stattgefunden hat.“
Seit 2004 wird die Veröffentlichung von der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden finanziell unterstützt. Ein Herzensanliegen, wie Vorstand Rainer Liebenow unterstreicht. Seit immerhin 55 Jahren ist das Stadtbuch eine wichtige Chronik Lörrachs. Ununterbrochen erscheint es bis heute alljährlich – natürlich mit wechselndem Layout – seit acht Jahren im aktuellen Produktionsteam.
Auf 240, stark bebilderten Seiten, ist das Buch dreigeteilt. Gestaltet wurde es von Sarah Czerwenka erstmals im Softcover.
Zunächst gibt es in der Rubrik „Stadtleben“ Autorenbeiträge zu maßgeblichen Themen der Stadtgesellschaft. Jubiläen und historische Ereignisse werden ebenso beleuchtet wie prägende Persönlichkeiten, erläutert die städtische Pressesprecherin Susanne Baldus-Spingler. Sie zählt ebenso zum Autorenteam wie Hubert Bernnat, Lars Frick, Alexander Fessler, Jan Merk, Jürgen Schaser und Sarah Czerwenka.
In die Historie vertieft
Vertieft hat sich in dieser Rubrik beispielsweise Hubert Bernnat in die Geschichte. Wie war das eigentlich stimmungsmäßig, als Haagen, Hauingen und Brombach vor 50 Jahren eingemeindet wurden? Er dürfte der erste sein, der sich detailliert durch Dokumente, Archive, Akten, Flugblätter und Unterlagen seit den 1970er-Jahren gekämpft hat. Dabei fand er heraus, dass der heutige Blick auf die Stimmungslage in den Ortsteilen nicht ganz richtig sei. „Es gab teilweise gar nicht so viele Gegner der Eingemeindung“, hat er herausgefunden. Nachlesbar ist das alles im Stadtbuch.
Von Dramen und tollem Engagement
Natürlich wird auch das letztjährige Drama um die Lörracher Fasnacht beleuchtet. Und was macht ein Handball-Pfingsturnier in Lörrach zum besonderen Ereignis? Auch dem kann bei der Lektüre nachgegangen werden. „Ich finde es bei meinen Studien immer wieder bemerkenswert, was in Lörrach alles geschieht, wie viel Engagement in der Kultur und besonders in den Vereinen geleistet wird“, sagt Bernnat.
Mit-Autor Lars Frick wiederum staunt bei der Lektüre darüber, welch alteingesessene Unternehmen es in Lörrach noch gibt. So finden sich Beiträge im Buch über die Oberbadische Bettfedernfabrik, die 125 Jahre alt wurde, oder das 175-jährige Jubiläum der Privatbrauerei Lasser. Frick lobt das Stadtbuch als „im Umfang und in Qualität etwas Besonderes“. Und der Oberbürgermeister ergänzt: „Um ein solches Buch samt Chronik beneiden uns viele Gemeinden.“
Was alles gelang
Die Rubrik „Stadtbild“ umfasst für 2025 vier große Themen. Dabei geht es um den neuen ARaymond-Campus und das neu errichtete Magnetic Innovation Centre im Entenbad, das neue Produkte rund um Öffnungs- und Schließvorgänge entwickelt. Für ganz viele Familien bedeutend: die Wiedereröffnung der sanierten Fridolinschule, eine der ältesten Schulen Lörrachs samt neuer Sporthalle. „Daran sieht man, was alles in der Stadt gelang und vollendet wurde.“ So auch die Fertigstellung der Kirche im Quadrat, der umgebauten ehemaligen Christuskirche.
Besondere Nähe zu Menschen und Momenten
Und so könnte das Stadtbuch vielleicht auch etwas Zuversicht in die Zukunft vermitteln. Angekündigt wurde jedenfalls: Auch für 2026 wird es ein Stadtbuch geben. Susanne Baldus-Spingler sagte abschließend: „Die Autoren und Fotografen bringen vielfältige Perspektiven ein. Sie verleihen dem Stadtbuch jene besondere Nähe zu den Menschen und Momenten, die Lörrach ausmachen.“
Das Stadtbuch 2025 ist bei der Touristinfo, im Burghof-Kartenhaus, bei Osiander sowie im Dreiländermuseum erhältlich, 18,90 Euro, Auflage: 250 Stück