Immer wieder kommt es auf der B 27 bei Wartungsarbeiten der Straßenmeisterei zu gefährlichen Situationen. Das Landratsamt sieht die Unachtsamkeit der Autofahrer als Schwachpunkt.
In den vergangenen Wochen waren vermehrt Fahrzeuge der Straßenmeisterei bei Arbeiten auf dem vierspurig ausgebauten Teil der B 27 zwischen Hechingen und Balingen zu sehen. Bereits mehrere hundert Meter im Voraus werden Autofahrer mit Warntafeln auf die Baustellenfahrzeuge hingewiesen, meist mit der Aufforderung, die Geschwindigkeit zu reduzieren und sich bei Arbeiten an der Mittelleitplanke auf dem rechten Fahrstreifen einzuordnen.
Am vergangenen Montag kam es im Bereich der Anschlussstellen Hechingen-Mitte in Fahrtrichtung Bisingen dennoch zu einem Schreckmoment. Denn: Ein 52-Jähriger prallte heftig mit seinem Volvo-SUV auf einen Warnanhänger auf. Dieser war im Zuge von Wartungsarbeiten an einen Lastwagen der Straßenmeisterei angehängt, wie die Polizei in ihrem Bericht mitteilte.
Totalschaden an Fahrzeug des Unfallverursachers
Durch die große Wucht der Kollision wurde der Anhänger auf das Zugfahrzeug geschoben, wodurch sich dessen 43-jähriger Fahrer leichte Verletzungen zuzog. Der Unfallverursacher wurde ebenfalls leicht verletzt. Der Volvo war an der Front nicht mehr wiederzuerkennen – sprich ein Totalschaden im Wert von 50 000 Euro.
Das Landratsamt äußert sich auf Nachfrage, dass man regelmäßig verschiedene Arbeiten unter halbseitiger Sperrung auf der viel und schnell befahrenen B 27 vornehme. Dies praktiziere man seit Jahren vorschriftsmäßig und durch „mehrstufige Sicherungseinrichtungen abgesichert“, erklärt Pressesprecherin Marisa Hahn. Durch den Aufprall des Fahrzeugs auf die Sicherungseinrichtung seien jedoch Kräfte entstanden, die zu der beschriebenen Verletzung des Lastwagenfahrers geführt hätten. Der Mitarbeiter hat laut Hahn ein Schleudertrauma davongetragen.
Reinigung der Fahrbahn und Müll sammeln
Sie sagt auch, dass gefährliche Situationen auf der Schnellstraße nicht auszuschließen seien. Aber: „Durch die aufwendigen Sicherungsarbeiten, die wir durchführen, werden die gefährlichen Situationen auf ein Mindestmaß reduziert“, erläutert die Sprecherin der Kreisbehörde weiter.
Meist seien Unachtsamkeiten der Autofahrer die Ursache für gefährliche Situationen. So wohl auch am Montag, wie die Polizei berichtet.
Die Arbeiten des Landkreises auf der Fahrbahn während des fließenden Verkehrs sind unumgänglich. So wird im Bereich des Mittelstreifens auf der B 27 unter anderem die Reinigung von Entwässerungseinrichtungen, die Reinigung von Bauwerkskappen und dabei die Beseitigung von Streusalzrückständen sowie die Reinigung der Fahrbahn und das Einsammeln von Müll vorgenommen. Zumindest auf letztere Tätigkeit könnte bei mehr Vernunft unter den Autofahrern verzichtet werden.