Mehr Geschwindigkeit fürs Surfen im Internet – das verspricht der Breitbandausbau. Nur verläuft der Prozess, bis das schnelle Internet bei den Haushalten angekommen ist, bisweilen im Schneckentempo. So ist der aktuelle Stand in St. Georgen.
Schon viel passiert ist in Sachen Breitbandausbau, findet Jochen Cabanis. Und dennoch musste der Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar in der jüngsten Sitzung des St. Georgener Gemeinderats bekennen: „Nichtsdestotrotz haben wir noch viel vor uns.“
Auf drei Projekte ging Cabanis in der Gemeinderatssitzung genauer ein: Eines ist nun – nach langer Zeit – auf der Zielgeraden, die anderen beiden stehen noch nicht ganz in den Startlöchern, sollen aber im kommenden Jahr in die Umsetzung gehen.
In der Kernstadt
„Es ist wirklich ärgerlich, dass wir darüber noch reden müssen“ – so leitete Cabanis seine Ausführungen zum Breitband-Ausbau im Bereich Galetsch, Rupertsberg und Seebauernhöhe – genauer gesagt zur Realisierung des zweiten von drei Clustern in diesem Bereich – ein. Und das nicht ohne Grund: Der Ausbau hatte sich in diesem Bereich über viel längere Zeit hingezogen als geplant.
Zwischenzeitlich, schilderte Cabanis in der Sitzung, hatten Stadt und Zweckverband sogar in Erwägung gezogen, das hier tätige Unternehmen auszutauschen. Doch wegen des zusätzlichen Aufwands und Unsicherheiten bei der Gewährleistung hatte man von diesem Schritt dann doch abgesehen.
Nun sind die Arbeiten beinahe abgeschlossen. Lediglich kleine Restarbeiten fehlen noch – unter anderem, räumte Cabanis ein, gehe es auch noch um die Beseitigung von Mängeln. Und auch in die Zukunft blickte der Geschäftsführer des Zweckverbands schon einmal: Denn in diesem Bereich steht nun noch das dritte Ausbaucluster an, welches zeitnah ausgeschrieben werden soll. „Direkt nach der Vergabe soll mit dem Bau begonnen werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat. 2025 will Cabanis mit diesem Gebiet komplett fertig werden.
In Langenschiltach
Der Breitband-Ausbau läuft jedoch nicht nur in der Kernstadt – auch in Langenschiltach wartet man sehnlich auf das schnelle Internet. Ursprünglich war der Beginn der Maßnahme schon für 2023 angedacht gewesen, dann wurde er wegen offener Fragen bei der Förderung nach hinten verschoben. Nun aber tut sich etwas: Geplant ist, dass vorerst die bereits förderfähigen weißen Flecken in den Außenbereichen von Langenschiltach ans Breitband angeschlossen werden.
Die Krux: Dafür müssen Trassen durch den Ortskern verlegt werden. Für den Anschluss der dortigen Haushalte gibt es aktuell aber noch keine Förderung, da es sich um graue Flecken handelt. Damit ergibt sich eine etwas kuriose Situation: Die Planung sieht vor, dass im Ortskern nur ein Teil der Haushalte angeschlossen wird – nämlich jede, die direkt an den Trassen, die in die Außenbereiche führen, liegen. Die restlichen Häuser im Ortskern können dann erst später mit schnellem Internet rechnen – nämlich dann, wenn der Zweckverband die Förderzusage für die grauen Flecken vorliegen hat.
Man sei bemüht, diese Förderung so schnell wie möglich zu bekommen, erklärte Cabanis mit Blick auf einen aktuell gestellten Förderantrag. Sollte der Zweckverband bis Jahresende die entsprechende Zusage bekommen, so werde man die Maßnahme noch einmal umplanen und dann gleich den ganzen Teilort anschließen. „Wenn wir dann zwei oder drei Monate Verzug haben, ist das nicht schlimm“, kommentierte Cabanis. Ansonsten ist der Baustart für nach dem Winter anvisiert.
In Oberkirnach
Auch für den Breitband-Ausbau in Oberkirnach inklusive Stockwald laufen die Planungen. Sie werden aber Zeit in Anspruch nehmen, da noch einige Punkte offen sind, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht. „Sobald alle offenen Punkte geklärt sind, wird die Ausführungsplanung finalisiert und die Baumaßnahme wird ausgeschrieben“, heißt es dort weiter. Auch hier geht der Zweckverband von einem Baustart nach dem Winter aus.
In Oberkirnach könnte sich das Ausbaugebiet aber ebenfalls noch vergrößern – falls der Zweckverband die Förderung für graue Flecken erhält.