Die Hoffnung auf schnelles Internet in Schuttern ist weiter groß. Doch der nächste Schritt lässt schon lange auf sich warten: Die UGG hat bislang nur mündlich zugesagt.
Hoffnungsvoll schauen Schutterner Bürger auf die Kabeltrommeln mit den Leerrohren für das Glasfaser. Die Bauarbeiten am westlichen Ortsrand im Gewann Segel erfüllen jedoch nicht den Wunsch der Schutterner nach dem Glasfaserausbau. Vielmehr ist es die Verlegung für das Gewerbegebiet IGP auf dem Flugplatzgelände.
In der Sitzung des Gemeinderats machte Ortsvorsteher Jürgen Silberer auf die Situation aufmerksam und wollte von der Verwaltung wissen: „Wann ist die Bevölkerung mit der Glasfaserversorgung dran? Wie ist der Stand?“ Eine klare Aussage konnte Bürgermeister Erik Weide zu diesem Thema nicht treffen. Unverändert sei der Stand der Dinge. Mündlich wurde wohl vom Unternehmen „Unsere Grüne Glasfaser“ (UGG) eine Zusage für die Verlegung gegeben. Allerdings warte die Gemeinde Friesenheim nach wie vor auf eine Unterschrift. „Wir hängen noch immer in der Luft“, erklärte der Bürgermeister. Bislang lasse das Unternehmen verlauten „wir machen das“, so Weide und erklärte: „Wir gehen davon aus, dass sie das auch tun werden.“
Immer wieder wird im Ortschaftsrat nachgefragt
Nachgefragt wird vor allem immer wieder aus Schutterns Ortschaftsrat. Zuletzt im Dezember 2025 und es folgte von Ortsvorsteher Jürgen Silberer die Aussage, die schon lange Zeit von Seiten der Verwaltung betont wurde: „Das Unternehmen UGG will mit dem Ausbau im kommenden Jahr beginnen.“ Damals hieß es auf Anfrage unserer Zeitung über die Pressestelle: Die Gemeinde warte täglich auf die Unterschrift. An diesem Zustand hat sich bis heute nichts geändert. Bürgermeister Weide betonte in einer früheren Sitzung des Ortschaftsrats von Schuttern ebenfalls: Zu einem Ausbau komme es nur, wenn damit auch eine Ausbauverpflichtung verbunden sei. Damals wurde auf den Januar vertröstet. Jetzt ist April und es tut sich noch immer nichts.
Starke Engpässe gibt es vor allem im Ortsteil Schuttern. Im August 2025 wurde zumindest eine Erweiterung des Netzes im Bereich „Im Älmle“ und im Kernort Friesenheim über den Mobilfunkanbieter Vodafone vorgenommen. Verbunden damit war eine Aufrüstung auf 5 G sowie eine Modernisierung der Kapazitäten zur Verbesserung der Netzqualität. Weitere Maßnahmen folgten um den Bereich des Bahnhofs in Friesenheim sowie in Oberschopfheim im Bereich der Lahrstraße. Seitdem ist alles wie gehabt.
Seit 2023 ist Glasfaser Thema in Friesenheim
Flächendeckender Glasfaserausbau ist in Friesenheim seit dem Jahr 2023 ein großes Thema. Nachdem im Februar 2024 die „Deutsche Glasfaser“ endgültig von ihrem Vertrag und Versprechen zum Ausbau des Glasfasernetzes in Friesenheim abgesprungen ist, war alles wieder auf Anfang gestellt. Vielversprechend war im Januar 2023 der Start und die damit verbundene Nachfragebündelung über eine Informationsveranstaltung in der Sternenberghalle. In Aussicht gestellt wurde eine Inbetriebnahme im Jahr 2025. Das Unternehmen brauchte mindestens 33 Prozent Vertragsabschlüsse aus 4850 ermittelten Wohneinheiten in der Gemeinde, was 1600 Haushalten entsprechen würde. Kooperationspartner war bei der „Deutschen Glasfaser“ Vodafone. Dann kam alles anders. Die „Deutsche Glasfaser“ hat sich zurückgezogen.
544 Haushalte in Schuttern
Gut 3400 Wohneinheiten sollten dann über die UGG eigenwirtschaftlich ausgebaut werden. Dabei soll das Glasfaserkabel bis an jede Grundstücksgrenze gelegt werden, ganz egal ob ein Vertragsabschluss mit den künftigen Netzbetreibern O2 oder Stiegeler abgeschlossen wird. Auch die 544 Haushalte in Schuttern sollen über die UGG ausgebaut werden. „Friesenheim soll zu nahezu 100 Prozent mit Glasfaser abgedeckt werden“, versicherte UGG-Geschäftsführer Ralf Stratmann in einer Vorstellung am 2. Oktober 2024 in der Sternenberghalle. Bis 2027 sollten voraussichtlich alle Gebäude in Friesenheim an das Glasfasernetz angeschlossen sein. Das war jedoch Stand 2024.
In Friesenheim hat der Glasfaserausbau bereits mit der „Breitband Ortenau“ gut funktioniert. Seit Juli 2024 ist das Gewerbegebiet in Friesenheim sowie die Schulen an das Glasfasernetz über den Netzbetreiber Vodafone angeschlossen.
Die UGG
„Unsere Grüne Glasfaser“ ist ein Joint Venture von Allianz und der Telefonica Group in Spanien, die bereits 40 Millionen Haushalte mit Glasfaser angeschlossen hat, stellte Geschäftsführer Ralf Stratmann das Unternehmen im Mai 2024 im Gemeinderat vor.