Der Tierschutzverein Horb warnt Katzenbesitzer. Tödliche Fälle von Katzenseuche sind in Nordstetten aufgetreten. Auch Hundebesitzer sollten vorsichtig sein, empfehlen die Tierschützer (Symbolfoto) Foto: Tom Wang - stock.adobe.com/Tom Wang

Der Tierschutzverein Horb warnt vor der Katzenseuche (Parvovirose). Einige Fälle mit Todesfolge sind jetzt in Nordstetten aufgetreten. Die Krankheit ist hochansteckend. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich auch Hunde anstecken könnten. Das ist zu beachten.

Der Tierschutzverein Horb vermeldet gleich mehrere Fälle mit tödlichem Verlauf im Horber Teilort Nordstetten. „Das war das Ergebnis von Schnelltests beim Tierarzt“, so Jaqueline Dießner im Gespräch mit unserer Redaktion.

 

Die Tierschützer warnen auch auf ihrer Facebook-Seite: „Einmal aufgetreten lässt sich die Seuche meist nicht mehr eingrenzen. Es werden vermutlich viele Streuner, vor allem die alten, die kranken und die Kitten dran sterben.“

Wie gefährlich ist die Katzenseuche?

Auf vielen Internetseiten wird das hohe Risiko bestätigt, wie im Zooplus-Magazin: „Die Katzenseuche, auch als Panleukopenie, Feline Parvovirose, Katzenpest oder Katzenstaupe bezeichnet, ist eine gefährliche Infektionserkrankung. Da die hochansteckende Katzenseuche unbehandelt meist tödlich endet, sind präventive Maßnahmen extrem wichtig.“

Tierschutzverein: Impfung extrem wichtig

Katzenseuche sei extrem ansteckend, der Erreger halte sich bis zu sechs Monate an Schuhen, Kleidung und auf Gegenständen, so der Horber Tierschutzverein. Deshalb seien auch Wohnungskatzen gefährdet. Deswegen der dringende Appell: „Bitte lasst Eure Katzen, wenn noch nicht geschehen, dringend gegen Katzenseuche/Katzenschnupfen impfen.“

Katzenseuche verlaufe bei ungeimpften Tieren unbehandelt zu 90 Prozent tödlich. Geimpfte, gesunde Tiere hätten dagegen meist keine oder nur wenige Symptome, könnten durch Ansteckung den Virus aber weiter verbreiten.

Was sind die Symptome?

Der Tierschutzverein zählt auf: „Schwäche, starkes, mehrmaliges Erbrechen (oft grün), Appetitverlust, faulig-stinkende, blutige Durchfälle, Bauchschmerzen. Wichtig sei, dass die Diagnose so schnell wie möglich gestellt wird. „Es gibt Schnelltest beim Tierarzt, man kann sie auch online bestellen“, erklärt Jaqueline Dießner vom Tierschutzverein. „Bei manchen Verlaufsformen sind die Tiere innerhalb weniger Stunden nach Infektion tot, meist dauert es mehrere Tage bis zwei Wochen.“

Wie schnell entwickelt sich die Erkrankung?

In der Regel sei das Virus bereits nach vier Tagen in den Darmzellen nachweisbar, ab diesem Zeitpunkt beginne bereits die Virusausscheidung. Die Inkubationszeit dauert in der Regel 7 bis 14 Tage. „Andere Tiere können sich demnach bereits bei Katzen anstecken, die noch gar keine Symptome zeigen und somit nicht als erkrankte Katzen wahrgenommen werden“, so die Warnung auch auf der Facebook-Seite des Tierschutzvereins Horb.

Tierarzt auf Katzenseuche hinweisen

Bei erkrankten Tieren solle man Tierärzte auch auf Parvovirose hinweisen. Wenn die Katze Symptome hat, müssten Tierärzte potenziell infizierte Tiere isolieren und danach den Behandlungsraum desinfizieren.

Ist die Krankheit auch für Hunde gefährlich?

Der Tierschutzverein schreibt: „Bisher können wir nicht sagen, welcher Parvo-Stamm es ist und dieser nur unter Katzen übertragbar ist oder aber auch Hunde ansteckt. Man solle sich beim Tierarzt beraten lassen. Aktuell gebe es keine Fälle in der Region, die auch Hunde betreffen würden. „Ausschließen können wir dies aber nicht.“

Wer Kontakt zu Katzen habe, solle auf die richtige Desinfektion achten. „ Nur wenige Desinfektionsmittel wirken aber gegen Parvo“, so der Tierschutzverein. Bei der Auswahl des Desinfektionsmittel müsse man auf eine viruzide Wirkung achten, so Zooplus.

Kontakte zu ungeimpften Tieren sollten gemieden werden. „Totfunde bitte nur mit Handschuhen anfassen, oder aber Hände gründlich desinfizieren.“

Dießner berichtet noch: „Das Veterinäramt wurde informiert. Leider ist es nach dem Seuchengesetz nicht meldepflichtig.“