Beim regionalen Streiktag in Freiburg gehen mehr als 1300 Beschäftigte auf die Straße.
In der Region Südbaden beteiligten sich am heutigen Donnerstag mehr als 1300 Beschäftigte an den Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Höhepunkt ist eine Kundgebung mit Demozug durch die Freiburger Innenstadt. Gestreikt wird heute in den Landkreisen Ortenau, Emmendingen, Breisgau Hochschwarzwald, Lörrach, Waldshut Konstanz, Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald Baar sowie in Freiburg.
Die ver.di Vizevorsitzende Christine Behle sagte in Freiburg: „Wir sind nicht bereit, die strukturellen Probleme der öffentlichen Arbeitgeber auszubaden – weder mit schlechten Löhnen noch mit schlechten Arbeitsbedingungen. Wir erwarten zur zweiten Verhandlungsrunde ein ordentliches Angebot der Arbeitgeber, das Wertschätzung für die tägliche Leistung der Beschäftigten und ihren Einsatz beim Erhalt der Funktionsfähigkeit des Öffentlichen Dienstes ausdrückt.“
Durch die umfangreichen Warnstreiks sind unter anderem zahlreiche Kitas in Freiburg, Offenburg, Emmendingen, Willstätt, Schallstadt, Schönau, Schopfheim, Zell, Steinen, Schlingen, Lörrach, Maulburg, Lahr, Radolfzell geschlossen, wie Verdi mitteilt.
Notversorgung in Krankenhäusern sichergestellt
In zehn Krankenhäusern bleiben rund 30 OP-Säle für planbare Operationen geschlossen. Schwerpunkte sind dort die Ortenaukliniken und das KKH in Emmendingen. Eine Notversorgung ist in den Krankenhäusern gewährleistet, teilt die Gewerkschaft mit.
Der öffentliche Nahverkehr ruht in Freiburg und Konstanz, wo auch die Fähre im Hafen bleibt. Die Schauinsland Bahn wird ebenso bestreikt. In allen Mittelstädten Südbadens sind Beschäftigte aus der Verwaltung zum Warnstreik aufgerufen. In zahlreichen Städten bleiben Bäder, wie in Freiburg und Konstanz, und Bibliotheken geschlossen.
Laut Verdi ruht die Arbeit in fast allen Dienstleistungsbereichen des öffentlichen Dienstes. Unzählige Mülleimer in Parks und Privathaushalten werden am Streiktag nicht geleert. Zum Streik aufgerufen sind auch einige Sozial- und Jugendeinrichtungen, die über die Vollverweisung auf den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes von den Verhandlungen unmittelbar betroffen sind.
Forderungen für mehr als 2,5 Millionen Beschäftigte
Verdi fordert in der Tarifrunde 2025 für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten.
Die Ausbildungsvergütungen und Entgelte für Praktikanten sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert Verdi drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll zudem ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können, heißt es von Seiten der Gewerkschaft.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am am 17./18. Februar in Potsdam statt.