Eine Transportdrohne im Einsatz für medizinische Zwecke. Foto: Sebastian Willnow/dpa/Sebastian Willnow

Drohnen als Transportmittel zwischen den Zollernalb-Klinikum-Standorten Balingen und Albstadt – das möchte das Krankenhaus schon seit vielen Monaten. Vier der kleinen Roboter wurden angeschafft. Allein an der Bürokratie scheiterte das Unterfangen, die Betriebserlaubnis fehlt bis heute. Doch man hofft.

Ob die Drohnen jemals fliegen, was sie alles können, und wer solchen Geräte überhaupt bedienen darf – die Reaktion hat im Klinikum nachgefragt.

 

Wurde die Genehmigung denn inzwischen erteilt?

Bei der Betreiberfirma DiAvEn hat das Luftfahrtbundesamt erfolgreich ein Audit für das Drohenprojekt durchgeführt: „Der Zulassung steht daher nichts mehr im Wege“, heißt es. Das Zollernalb-Klinikum warte nun noch auf die offizielle Betriebserlaubnis. Sobald die Erlaubnis da sei, werde man an die Öffentlichkeit gehen.

Wo die Transportdrohnen einmal starten und landen.

Auf den Klinikdächern: „In Balingen und Albstadt wurden schon die nötigen Start- und Landeplätze eingerichtet.“

Was geschieht, wenn das Wetter schlecht ist – wie bei Regen, Schnee oder extremer Hitze?

„Der ’Kofferraum’ ist dicht, isoliert und schützt die Ladung vor Temperatur und Wetter.“ Jedoch: Bei Gewitter oder Sturm könne die Drohne nicht eingesetzt werden.

Soviel Gewicht kann eine Drohne tragen.

„Das Ladevolumen beträgt sechs Liter. Eine Drohne kann bis zu einem Kilo Ladung transportieren“, heißt es. Das seien etwa Blutproben, auch Impfstoffe und Medikamente sowie Blutkonserven und Dokumente.

So schnell fliegen die kleinen Roboter.

Von Balingen nach Albstadt dauert es mit den Transportdrohnen nur zwölf Minuten. Das schafft kein Auto.

Wer eine Drohne bedienen darf.

Die Drohne fliege die Flugstrecke automatisch ab. Aber: „Jeder Flug wird von der Firma DiAvEn durch einen Fernpiloten überwacht.“

Wegen der langen Wartezeit auf die Erlaubnis: Sind die Drohnen inzwischen rausgeschmissenes Geld?

Nein, sagt das Zollernalbklinikum. Der Einsatz durch das erfolgreiche Audit stehe ja kurz bevor. Im Vergleich zu den bisherigen bodengebundenen Kosten (PKW), ergibt sich eine deutliche Einsparung von Energiekosten, CO2-Emission und -Steuer. Nicht erst seit der Energiekrise.

Sind die Geräte nicht langsam „veraltet“, wenn man an die Schnelllebigkeit technischer Geräte heutzutage denkt?

Nein, an der Drohne selbst hat sich bei der Hardware nichts verändert. Wenn es Änderungen gibt, dann ist es bei der Betriebssoftware. Hier werden die strengen Anforderungen des Luftfahrtbundesamts eingehalten und die Software dementsprechend immer auf den aktuellen Stand adaptiert.

Wissenswertes

Das Gewicht
Die Geräte wiegen je sechseinhalb Kilo, fliegen 60 Kilometer schnell und können bis zu einem Kilogramm transportieren.

Die Ökobilanz
Die Ökobilanz der Drohnen ist viel besser als der Transport auf der Straße. Bei 18,4 Kilometern auf der Straße zwischen Balingen und Albstadt bringt es ein Benziner – bei acht Fahrten pro Tag – auf jährlich 9400 Kilogramm Kohlendioxid, ein Elektrofahrzeug auf 4030. Eine Drohne verursacht gerade einmal 224 Kilogramm.