Die Idee des Schwarzwaldvereins, mittels eines Weges eine Verbindung zwischen Teufelskanzel und Urenkopfturm herzustellen, traf im Gremium auf Gegenliebe.
Der Schwarzwaldverein will ein neues Angebot für Touristen und Einheimische schaffen. Die Pläne, die der stellvertretende Vorsitzende Christoph Wussler den Stadträten bei ihrer Sitzung vorstellte, stießen auf Begeisterung. Er schilderte, dass die Schutzhütte an der Teufelskanzel in einem maroden Zustand ist: „Entweder macht man etwas oder sie kracht zusammen.“ Es gebe Schimmelstellen am Dach und der Boden sei kaputt. Sie wachse immer mehr zu, ebenso wie der mächtige, wie eine „Kanzel“ wirkende, überhängende Felsblock, der touristisch als „markanter Aussichtspunkt“ beworben werde.
Geplant ist nun, die Hütte zu sanieren und die Vegetation zurückzuschneiden, sodass die Aussicht nach Fischerbach wieder frei wird. „Aber es bringt nicht viel, wenn keiner durchläuft“, machte Wussler deutlich. Die Teufelskanzel liege „etwas im toten Winkel“, weshalb im Verein die Idee gewachsen sei, einen schmalen Fußweg als direkte Verbindung zum Urenkopfturm anzulegen. Dadurch entstünd ein Rundweg, der in etwa zwei bis zweieinhalb Stunden Gehzeit zu bewältigen sei. „Das ist insbesondere für Familien eine spannende Geschichte, weil er überwiegend über schmale Pfade verläuft“, erklärte er.
Beginnend vom Parkplatz „Leimgrubenweg“, führt der Weg über das Wetterkreuz „Rotkreuz“, den Stationenweg mit der Kapelle am Heiligen Brunnen und die Sandhaasenhütte zum Urenkopf. Von dort soll der neue Weg als direkter Abstieg zur Teufelskanzel erfolgen, wo es dann über schmale Pfade über den Hessendobel und den Heiligendobel zurück zum Ausgangspunkt geht. Der Pfad werde ausschließlich durch den Stadtwald führen, weshalb der Verein im Rat vorstellig wurde. „Es gibt die Möglichkeit, das über eine Nutzungsvereinbarung zu regeln“, schilderte Wussler.
Ein Antrag auf Förderung durch Leader ist geplant
„Eine Eigentumsübertragung ist nicht vorgesehen und auch nicht notwendig“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Auch würden die Belange des Natur- und Wildschutzes nach Einschätzung des zuständigen Försters nicht berührt.
Der Schwarzwaldverein Haslach will für die Sanierung der Hütte und die Herstellung des Pfads einen Antrag auf Förderung durch das Leader-Regionalbudget stellen. „Auch der Urenkopfturm war Leader-gefördert“, erinnerte Wussler. „Das wäre ein Lückenschluss.“ Sollte der Antrag bewilligt werden, könnte das Projekt gestemmt werden, ohne dass Kosten für die Stadt entstehen. „Wenn wir ihn nicht kriegen, ist die Frage, machen wir es trotzdem? Dann müssten wir vielleicht in zweiter Runde noch mal kommen“, sagte Wussler.
Bürgermeister Armin Hansmann sieht in dem Projekt eine „tolle Erweiterung des Wanderwegenetzes“, und auch aus dem Gemeinderat gab es nur positive Rückmeldungen an den Schwarzwaldverein, der bei der Sitzung mit dem gesamten Vorstandsteam vertreten war. Es sei ein grundsätzliches Anliegen des Stadtrats, Ehrenamt und Engagement von Vereinen zu fördern, machte Stadtrat Joachim Prinzbach (FWV) deutlich. „Es ist Infrastruktur, hat touristischen Mehrwert – ein tolles Projekt, das kann man nur unterstützen.“ Marco Fritzsche (FWV) schloss sich dem Lob an: „Die Entwicklung des Schwarzwaldvereins in den vergangenen Jahren ist klasse, auch wenn man sich das Wanderprogramm anschaut.“
Entsprechend stimmte der Haslacher Gemeinderat einstimmig der kostenfreien Nutzung der betroffenen Flächen des städtischen Walds zur Umsetzung zu.
Wegenetz
Weitere Infos zum Wegenetz gibt es auf der Webseite des Schwarzwaldvereins Haslach unter swv-haslach.de. Dort ist auch das Jahresprogramm 2026 zu finden.